Ein Blick auf Steiner, die Anthroposophie und ihre Kritiker

Persönliche Ein- und Abgrenzung

Ich werde wahrscheinlich nicht zu einem tieferen Einvernehmen mit der Anthroposophie finden. Allerdings möchte ich ein Verhältnis der Toleranz zu dem anthroposophischen Denken herstellen. Dazu muss sicherlich auch eine gewisse Kenntnis ihrer Grundlagen, Werte und Bekenntnisse vorhanden sein und eben diese versuche ich auf diesen Seiten zusammen zu fassen und zu durchdenken. Auslöser für die Auseinandersetzung fand ich in einer Kritik an der Waldorfpädagogik, die ihren Ursprung in dem rassistischen Weltbild Steiners habe, dass noch heute in seiner Pädagogik fortlebe. Aber dazu später mehr.

Zunächst folge ich der einleitenden Aussage. Warum kein Einvernehmen mit der Anthroposophie? Zum einen erscheint es mir zu mühevoll in Rudolf Steiners Gesamtwerk zu stöbern. Also reine Faulheit? Oder vielleicht auch nur eine Frage der Einsicht? Schließlich hat Steiner selbst und/oder seine Erben in einer wahren Sammelwut Aussagen und Vorträge und und und bis ins letzte dokumentiert und der Nachwelt hinterlassen. In diesem Gesamtwerk, so wird verschiedentlich betont, widerspräche sich Steiner unzählige Male. Sein Denken sei geprägt von einem Ringen um die Begriffe, da vieles nicht in dem Sinne greifbar sei, da es sich um geistige Erkenntnisse handle, oder ähnlich. Die Ablehnung gegenüber seinen Texten rührt auch nicht allein von „gefühlten“ und „behaupteten“ inhaltliche Differenzen her, sondern liegt schlicht in der Ablehnung seiner Sprache begründet. Ihr fehlt die Klarheit und Stringenz anderer Denker, die ich in Folge meiner Kritik an Steiners Literatur auf ihre Ästhetik hin überprüft habe. Ich habe mich über Kant her gemacht. Ich muss zugeben ich habe nicht viel verstanden. Das stimmt allerdings so auch nicht. Denn Kant klärt am Beginn seiner Schriften zu aller erst die Begriffe. Er führt in sein Denken ein und leitet es von hergebrachten ab. Und dann erst geht er in medias res und verkümmerte Geister wie ich bleiben hilflos auf der Strecke. Zur Zeit lungere ich bei Ernst Bloch herum. Eine wunderbare Sprache. Eine unmittelbare Philosophie aus dem Wortsinn verstehend, wie ich finde. Schwierig, aber nach zu empfinden. Auch bei ihm wird das Denken, die Regung des Geistes angeleitet um in höhere, komplexere und abstraktere Zusammenhänge zu führen, die ich vielleicht nie erreichen werde. Aber sowohl bei Kant, wie bei Bloch vermittelt sich mir die Option darauf an der Erkenntnis teil haben zu können.

Das ist bei Steiner nicht so. Zwar lädt er seine Leser ein ihm auf seinen Pfaden zu folgen und zum Weltenwanderer zu werden und sich das Bewusstsein, genau das zu sein (ein Weltenwanderer) auf einem Erkenntnisweg zu erarbeiten. Allerdings benennt er uns auch die Grenzen, indem er klar macht, dass er über ein höheres Wissen verfügt, das zu „schauen“ nur wenigen gewährt sei. Steiner stilisiert sich in der Aussage zum ewigen Lehrer, der seinen Schülern die Mittel an die Hand geben will, auf dass Ihnen seine Weisheit zuteil wird, hält sie aber zur gleichen Zeit auf Distanz, weil man ja bereit sein muss die Akasha Chronik, das fünfte Evangelium, zu lesen.

Und tatsächlich: keiner scheint zu wagen den charimatischen Guru zu beerben. Steiners geistige Weisheit bleibt für das folgende Jahrhundert den Anthroposophen letztendlich verborgen. Sie müssen sich allein mit seinem geistigen Impuls begnügen. Dieser Impuls aber fordert die Bewegung gerade in Steiners letzten Lebensjahren heraus unter seiner Anleitung das Zentrum anthroposophischen Denkens – das Goetheanum – zu gründen und zu erbauen, eine medizinische Sektion einzurichten, dem ökologischen Landbau aus der Wiege zu helfen und schließlich auch die erste Waldorfschule zu gründen und mit ihr eine reformpädagogigische Bewegung auf den Weg zu bringen, die wahrscheinlich die augenscheinlichste Errungenschaft der Anthroposophen bleibt.

Vor dem Hintergrund der angrissenen Gedankensprünge versuche ich die Aussagen der Kritik und ihre Gegenrede zu erfassen und eigene Schlussfolgerungen abzuleiten.

Steiner in seiner Zeit

Mit dem Bekenntnis: „Rassenideale sind der Untergang der Menschheit.“, formulierte Rudolf Steiner ein Leitbild, dass ihn selbst und seine Generation aus dem Sumpf rassistischer Ressentiments und Klassifizierungen herausziehen sollten. Allerdings hatte weder er noch seine Zeitgenossen den Untergang der Menschheit in seinem ganzen Grauen gekannt. Dieser Untergang wurde erstmals 10 Jahre nach Steiners Tod eingeläutet.

Die Chronik aus der Steiner referierte jedenfalls ist – mit oder ohne anderer Interpretation, als doe Steiners – auch als Quelle eines rassistischen Chauvinismus denkbar. Schon Steiner ist lediglich Interpret der Chronik – einer Erkenntnisquelle, die nach Steiners Diktion, letztlich jedem zugänglich sein sollte. Fände ein Anderer also den Zugang zu dieser Schrift, so hätte dieser seine ureigene Lesart dieser Wahrheit und könnte die Deutung in ein Gegenteil zu dem verkehren, was Steiner sagte, meinte oder wollte. Steiner beugt dem zwar vor, indem er warnt, dass der Erkenntnisweg auch Abgründe bereit hielte, die den Suchenden fehlleiten könnten. Allein – was Fehlleitung ist und was nicht, liegt in der Wahrnehmung des Einzelnen, in seiner Verantwortung und der Bereitschaft seiner Umgebung dessen Handeln und Reden anzunehmen oder abzulehnen.

An anderer Stelle wird kolportiert, Steiner habe das Bedürfnis sein Werk insgesamt zu redigieren. Es blieb ja auch Zeit seines Lebens in ständiger Bearbeitung durch ihn selbst. Als vernünftiger Mensch wird er die Erkenntnis , dass nichts fertig ist und/oder in sich abgeschlossen mit in sein Grab genommen haben. Zudem war er dem Dilemma ausgesetzt, welche Wendung, welche Redaktion eine esoterische Schrift/Chronik (mit Wahrheitsanspruch) vertragen könnte.

Für die Generation der Jünger Steiners verwandelte sich dann das Werk des Meisters von einer Interpretation zu einer Manifestation esoterischer Wahrheit. Sein Werk trat im Unvermögen für Viele selbst die Erkenntnis des Meisters zu durchdringen, an Stelle der Erkenntnissuche und wurde so zur Wahrheit schlechthin. Daher auch rührt – wahrscheinlich – der hundertjährige Dornröschenschlaf anthroposophischen Denkens, den interne Kritiker vielleicht anders benennen, aber dennoch oft ansprechen.

Kritik an der Anthroposophie

Die Manifestation einer Wahrheit birgt natürlich die Gefahr, dass ihre Inhalte unreflektiert bleiben. Darin erkenne ich die Angemessenheit der Kritik einerseits, sowie die Schärfe im Ton andererseits, gegenüber der Anthroposophie und der Waldorfpädagogik als einem Organ, dass sich direkt auf die Anthroposophie bezieht.

Ein Wesensmerkmal Steiners antisemitischer Äusserungen innerhalb seiner Interpretationen der Akasha-Chronik und anderer auch politisch motivierter Aussagen ist – gemäss Ralf Sonnenberg –
der Gedanke der Assimilation der Juden, den Steiner verfolgte. Dem jüdischen Volk sprach er die Assimilation als „naturgemässe“ Entwicklung zu. Sie entsprach zudem dem grundlegenden Entwicklungsmoment, den er der Weltengeschichte und den Rassen zugedacht hatte. In seiner kosmischen Theorie eingebunden bleibt allerdings auch der Imperativ der persönlichen Entwicklung. Was in dem Modell in Gruppen zusammengefasst wird, ist in der Lehre Steiners (soweit ich beim Lesen und Recherchieren gekommen bin), in der Praxis der Anthroposophie immer ein subjektiver, ganz persönlicher Erkenntnisweg. Der Mensch hat sich noch nicht einmal mit der Anthroposophie zu beschäftigen, um sich aus dem Bann seiner sozialen und kulturellen Fesseln zu befreien.

Auf der Suche nach der Kontinuität von Steiners Lehre in die heutige Zeit, erscheint der Nachweis systembedingter antisemitisch/rassistischer Vorfälle an Waldorfschulen genauso schwierig zu führen zu sein, wie den Beleg dafür zu erbringen ist, Steiner sei ein judenhassender Rassist gewesen. Was allerdings deutlich wird ist, dass dem gesamten christlichen Kulturkreis mit Sicherheit antisemtische und rassistische Traditionen inne wohnte. Steiners Werke gehören in diese Tradition, wie auch die Aussagen der Kirchen seiner Zeit, die je nach Standpunkt diesem oder jenem ihren Segen gaben. Steiner hingegen bleibt in seinem Denken und Reden ergebnisoffen und verdammt schließlich die Rassenideale als grösste Gefahr für die Menschheit. Interessanter Weise gelang es bisher nicht (mir) überzeugend darzustellen, dass Anthroposophie (heute, wie damals) gleichbedeutend sei mit Rassismus und eben dies Inhalt der Erziehung in den Waldorfschulen sei. Deswegen ist die Anthroposophie jedoch nicht frei zu sprechen von dem Auftrag zu überprüfen, wie gesund eine Werktreue ist, die möglicherweise die Überlegenheit einer Rasse gegenüber Anderen postuliert. Sie hat darauf hin die Werke entsprechend zu prüfen, auf die sie sich beruft, so wie die niederländischen Anthroposophen das begonnen hatten.

Kritik der Kritik

Eines der Probleme in der Auseinandersetzung mit der Anthroposophie, egal welcher Themenbereich hier berührt wird, scheint darin zu liegen, dass es sich auch oder vor allem um eine Werte- und eine Bekenntnisdebatte handelt. Gleichgültig welche Seite sich zu Wort meldet, Gegner oder Befürworter, ihre Aussagen wirken in der einen oder anderen Art fundamental.

4 Antworten

  1. […] Ich bin als Reaktion auf den Versuch einer Zusammenfassung, den ich hier veröffentliche auf eine spannende Fragestellung getroffen. R. Sünner äußerte in einem Kommentar […]

  2. Leiber Herr Sünner,

    Erst einmal mein Dank für Ihre Einlassung. Ich finde darin vieles, dass für meine Überlegungen grundlegend ist. Dazu zählt zum einen der Respekt vor dem Gedanken und Glaubensgebilde Steiners und der Anthroposophie, sowie der Menschen die sie als „Quell für Leben und Lebenstüchtigkeit“ entdecken und erleben. Ebenfalls danke ich für die Zitate. Ich bin dem Steiner, der das sagt sehr nahe.

    Ich will Ihre anfängliche Frage beantworten, die Frage nach der Suche nach den schmutzigen Stellen.

    Ich kam zu dieser Auseinandersetzung nicht aus eigenem erleben der häufig gebrachten Vorwürfe (Rassismus etc. – medienwirksame Themen allesamt), sondern aus der Fragestellung, die ich schließlich auch auf dem Hof unserer Waldorfschule diskutiert fand. Ich war befremdet, dass etwas was abgeschlossen schien immer und immer wieder kommt. Also wollte ich mir ein eigenes vertretbares Bild machen. Nur aus diesem Grunde habe ich begonnen mich der Thematik Anthroposophie zu nähern. Die Schulrealität meiner Kinder gab mir ansonsten keinen weiteren Anlass dazu. So entsteht zwangsläufig (leider) der Eindruck ich würde im Dreck suhlen.

    Allerdings suche ich eine Position zur Anthroposophie, die es Menschen wie mir, Waldorfeltern ohne weitere Anbindung zu der anthroposophischen Weltanschauung, ermöglichen mit Toleranz den Manifestationen der Anthroposophie in Pädagogik , Medizin, Altenpflege, Wirtschaft begegnen zu können. Letztlich versuche ich diese Menschen (uns) von den Reflexen zu befreien einerseits Medien auf den Leim zu gehen, andererseits dem Versuch der Verharmlosung gedankenlos zu folgen. Daher auch meine Themenenge, die dem Werk Steiners sicher nicht gerecht wird. Ich bin zuversichtlich, dass sich das erweitern kann. Zudem werde ich auch sicherlich noch zu einer Beurteilung des Gewinns, den diese Auseinandersetzung hier für mich bedeutet kommen. Schließlich bin ich kein Märtyrer und wäge Sinn und Nutzen ab.

    Ich werde versuchen später in einem Beitrag nochmals auf die interessante Frage des „zweierlei Mass“ einzugehen. Ich denke daraus lässt sich eine spannende Auseinandersetzung stricken.

  3. Ich finde die Auseinandersetzung hier auch gut, weil differenziert und von persönlichen Statements begleitet. Seltsam ist allerdings, wie sich die Diskussion immer an den Reizworten „Rassismus“ und „Antisemitismus“ festbeisst. So kritikwürdig manches bei Steiner diesbezüglich ist, so sollte man doch den Hauptaugenmerk auch auf sein übriges Werk richten, auf das Menschenbild im Ganzen. Die Hauptfrage ist: Will man sich eigentlich auf ein Verstehen dieser höchst komplexen und in Bereich extremster Intuition hineinreichenden Gedanken über Leben, Tod, Karma, Natur, Wissenschaft, Mythologie, Christentum, Erziehung, Kunst etc. einlassen oder nicht? Viele scheinen Aggressionen zu bekommen, wenn man etwas nicht sofort versteht. Das ist in der heutigen Mediengesellschaft der Slogans, Sprüche, ironischen Collagen und populärwissenschaftlichen Vereinfachungen üblich so. Bei Steiner muss man geduldig sein, Esels-Geduld, Chamäleon-Geduld, Reptilien-Geduld haben, vielleicht sogar die eines Minerals. Und man muss Freude daran haben, das Unverständliche, aber irgendwie Anziehende wieder und wieder neu mit eigenen Lebenserfahrungen zu verbinden und zu schauen, was passiert. Warum geht man gerne in die Natur, auf Berge, in Wälder, ans Meer etc.? Dort versteht man ja auch nichts. Aber immer wieder passiert Neues im Kopf – bei mir jedenfalls – und ich komme reicher zurück. Steiner lesen, ist vielleicht wie ein Gang in die Berge, eine Tauchreise auf den Grund des Meeres, ein Meditieren über der Formensprache von Fossilien. Sich Aussetzen dem Unbekannten, Tastorgane für Farben und Formen ausbilden, deren Faszination nicht in wissenschaftlicher Klassifikation aufgeht, sich vielleicht letztlich eher künstlerisch als logisch-rational erschliesst. Was ist verdammt nochmal mit „Ätherleib“, „Astralleib“, „Ich“, „Atlantis“, „Akasha“, Christus als „Sonnenwesen“, „Elementargeistern“, „geistigen Welten“ etc. gemeint, fragen viele gereizt und suchen schon nach „schmutzigen“ Stellen. Würde man auch den Dalai Lama mit solchen Fragen löchern, dessen Weltbild mindestens so okkult ist wie das Steiners? Würde man mit solchen Verdächtigungen auf eine Indienreise gehen, wo Begriffe wie „Karma“, „Reinkarnation“ und „feinstofflicher Körper“ so zum Alltag dazugehören, wie bei uns „Wissenschaft“, „Aufklärung“ und „Rationalität“? Würde man wahrscheinlich nicht, aus Respekt vor einer Weltreligion und andersfarbigen Kultur – oder weil man von deren Exotik verzaubert ist. Ein grinsender Mönch im orangenen Kleid stimmt uns tolerant und freundlich, die strenge, in Schwarz gekleidete Erscheinung Steiners ruft Ängste vor dem „Grossen Vater“ in uns hervor. Wahrscheinlich gerade in uns Deutschen. Hinter dem schwarzen Priestergewand droht „Absolutes“ verkündet zu werden, letzte Dinge, feststehende Urweisheiten, die aus der Ewigkeit kommen und in die Ewigkeit reichen, „tausendjährige“ Geistesreiche, nur von einer Elite zu Schauendes … Davon haben wir – zu Recht – die Schnauze voll. Die Frage ist nur, ob diese Projektion Steiner wirklich gerecht wird, ob wir auf ihn immer nur wie Kinder auf unverdaute Erfahrungen mit dem Vater reagieren sollten.

    Zwei bemerkenswerte Sätze aus seinen Schriften dazu, die etwas Entspannung in die Sache hineinbringen könnten:

    1) „Geisteswissenschaft soll nicht eine abstrakte Theorie sein, nicht eine blosse Doktrin oder Lehre, sondern ein Quell für Leben und Lebenstüchtigkeit und sie erfüllt erst dann ihre Aufgabe, wenn durch das, was sie an Erkenntnissen zu geben vermag, etwas hineinfliesst in unsere Seelen, was das Leben reicher, verständlicher, was unsere Seelen tüchtiger und tatkräftiger machen kann.“ (Die Offenbarungen des Karma, GA 120)

    2) „Um einem möglichen Irrtum vorzubeugen, sei hier gleich gesagt, dass auch der geistigen Anschauung keine Unfehlbarkeit innewohnt. Auch diese Anschauung kann sich täuschen, kann ungenau, schief, verkehrt sehen. Vom Irrtum frei ist auch auf diesem Felde kein Mensch, und stünde er noch so hoch.“ (Aus der Akasha-Chronik, GA 11)

    Dies als Begleitung zur Steiner-Lektüre von einem, der sich seit 20 Jahren mit dieser Materie unterhält, abplagt, erfrischt, erweitert, reibt, kämpft, erfreut, daran zweifelt, sich ihr erneut zuwendet.

  4. In der „real existierenden Waldorfschulpädagogik“ gibt es genausoviel oder genausowenig Rassismus und Rechtsextremismus, wie an anderen Schulen auch. Ich tendiere sogar dazu, zu sagen, dass er weniger vorhanden ist, was an der alternativen und politisch linken Grundhaltung der Szene liegt, aus der die meisten Lehrer, Eltern und Schülern kommen.

    Ich war Waldorfschüler, kenne mich trotzdem kaum mit der Lehre Rudolf Steiners aus, um den Rassismusvowurf zu- oder entkräftigen. Aber die Einordnung in den historischen Kontext halte ich in diesem Fall für äußerst wichtig, genauso wie man sich deutlich machen sollte, wie sehr sich Begrifflichkeiten und Wortverwendungen im Laufe eines Jahrhunderts ändern können.

    Die blinde lippensynchron nachbetende Jüngerschaft, die einen gewissen (vielleicht auch großen) Teil der Anthroposophie-Szene ausmacht, entspricht in ihrer Form und ihrer Substanz den Kritikern, die die Waldorfschulpädagogik auf Stricken und Fremdenfeindlichkeit festnageln wollen.

    Es freut mich endlich einmal eine ernsthafte Auseinandersetzung mit diesem Thema zu lesen, die nicht versucht einen Standpunkt und eine schon längst vorher gefasste Meinung zu verteidigen, sondern sich der Problematik von allen Seiten nähert. Danke dafür.

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