Das unendliche Gespräch

„Nicht nur die Einsicht, dass es die eine Wahrheit innerhalb der Menschenwelt nicht geben kann, sondern die Freude, dass es sie nicht gibt und das unendliche Gespräch zwischen den Menschen nie aufhören werde, solange es Menschen überhaupt gibt, kennzeichnet die Größe Lessings,“

aus: Von der Menschlichkeit in Finsteren Zeiten, Hanna Arendts Rede anlässlich der Verleihung des Lessing Preises 1959.

Das unendliche Gespräch ist wohl das was mir bei der Diktion des Papstes (und der katholischen Kirche) fehlt. Zwar nehme ich Ihm das Ringen um das Wahre und Gute ab, jedoch sehe ich nicht, dass dieses Ringen in meine Welt hinein wirkt. Es mag ja sein, dass die Kirche nicht für eine demokratische Struktur geschaffen ist, so sie es aber nicht ist, kann sie nur schwerlich Mahnend in Richtung einer pluralen Gesellschaft weisen. Zudem scheint eine plurale Gesellschaft  kaum eine Alternative zu haben als sich zu Sekularisieren. Die katholische Kirche kann heute nur mehr nach Innen wirken, wie es scheint. Wenn sie ihre Strukturen als Zumutung dem Zeitgeist entgegen stellt und dies zugleich mit der sie tragende Idee rechtfertigt, dann stellt sie sich selbst in der öffentlichen Wahrnehmung ins Abseits. So kann man die westliche Welt verloren geben, oder als neues Missionsziel ausrufen. Ich würde mich natürlich darüber freuen diese relativistische Gesellschaft bliebe ein Ziel der Mission, da es deutlich bessere Götter gibt als Dieter Bohlen, Heidi Klum oder Stefan Raab. Es gilt zudem weiterhin der weise Satz von Hanna Arendt über die Freude an dem unendlichen Gespräch der Menschen und die Hoffnung, dass es nie enden möge.

So oder ähnlich.

Glaube jenen, die die Wahrheit suchen und zweifle an jenen die sie gefunden haben.

André Gide

Freunde zitieren

Die Wollsockenträger trinken dann Kristallwasser und besichtigen auf geomantischen Wandertouren Pflanzendevas und Ortsgeister, den spirituellen Reiseführer im Gepäck. Abends wird über Schäuble und die Globalisierung diskutiert. Ekstatischer Höhepunkt ist das lagerfeuerliche Zelebrieren des Songs „Was wollen wir trinken, sieben Tage lang„.

Julio Lambing über lebensrefomische Milieus

Das Schweigen

Das Schweigen ist ein so herrliches Thema, daß man andauernd darüber reden könnte.

Jules Romains (1885-1972), frz. Schriftsteller

Mal ein Zitat

Geistige Wesenheiten leben in der Sprache des Menschen darinnen, wirken darinnen, und indem der Mensch Worte formt, Worte bildet, drängen sich in seine Worte hinein elementarische geistige Wesenheiten. Auf den Flügeln der Worte fliegen geistige Wesenheiten durch die Räume, in welchen sich die Menschen miteinander unterhalten. Daher ist es so wichtig, daß man eben achtet auf gewisse Intimitäten der Sprache, und daß man sich nicht einfach der Willkür des Leidenschaftslebens überläßt, wenn man spricht!

GA275, S.35, 21980, 28.12.1914, Dornach

Ich lese gerade die eingestellte Quelle II durch und stieß auf obiges Zitat.

Der markierte Teil erklärt meine Auseinandersetzung und meine Forderung an eine kritische Betrachtung von Steiners Aussagen eingebettet in seinen historischen Kontext und aus heutiger Sicht.

Geschichte

„Die Geschichte ist kein Klub, aus dem man nach Belieben austreten kann.”
(Das heutige Zitat des Tages stammt von John Major (*1943), brit. Politiker (Konservative Partei), Premierminister 1990-1997, der am 29.03.1943, also heute genau vor 64 Jahren geboren wurde.)


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