Samarago

Mag sein, dass Samarago ein „populistischen Extremisten“ war, der im „Marxismus blockiert“ gewesen sei, wie es der „L’Osservatore Romano“ schreibt und die katholische Nachrichtenplattform kath.net dankend aufnimmt. Jedenfalls hat Samarago gerade mit dem als „blasphemisch“ kritisierten Roman „Das Evangelium nach Jesus Christus“ ein beachtenswertes Stückchen Prosa hingelegt, welches weit über populistischen Extremismus und marxistische Blockade hinaus weist. Natürlich ist die Betrachtung Jesus in dem Buch „anti-religiös“. Wie auch sollte ein bekennender Atheist auf diese Welterzählung blicken? Aber darin werden Fragen behandelt, die das menschliche Sein umtreiben. Damit hat er ein Stück Literatur geschaffen, das auch lesbar bleibt, wenn man die Respektlosigkeit gegenüber dem Subjet ablehnen mag.  Man sollte Samarago lesen. Auch als Christ.

Womit hat sich nerone die letzte Zeit beschäftigt?

Eine kleine Zusammenfassung über die Themen, die sich mir aufgetan haben, als kleines Exposè künftiger Spielwiesen?

Zum einen gab es natürlich wieder die Beschäftigung mit Weltanschaulichem. Diesmal ging es um  eigene Herkunftstraditionen: Was macht eigentlich die katholische Kirche so? Da gab es genügend Stoff! Sind alle Priester Päderasten? Ist das Zölibat schuld daran? Ist der Papst besser als sein Ruf? Erleben wir in unserer Hemisphäre eine neue Christenverfolgung? Sind Priester nur deshalb Päderasten, weil sie von der homosexuellen Ideologie unterwandert sind? Was ist eigentlich ein Mixa? Etc. pipapo. Meine Überlegungen dazu kann ich ja mal bei Gelegenheit zum besten geben. Hier und da habe ich das mal kommentiert.

Dann habe ich ein paar gute Bücher gelesen, deren Titel mir entfallen sind. Gerade lese ich Jurek Beckers Bronsteins Kinder mit großem Genuss. Eine Neuentdeckung für mich. Ich werde mich auf Beckers Werke stürzen.  Zumindest Jakop der Lügner steht noch auf meiner persönlichen toreed – Liste. Achso! Nicht so gut wie ich erwartet hatte war der neue Phillip Roth Demütigung. Als Fan vom alten Mann mit Prostatabeschwerden war ich enttäuscht über den dünnen Plot und die mager ausgebauten Charaktere. Aber ich meine Dennis Scheck hat über das Buch gesagt: „Selbst ein schlechter Roth ist ein gutes Buch.“ Da gehe ich mit ihm d’accord.

Dann lese ich nebenher einiges über die Region, in die es mich verschlagen hat. Über die Allemannen, das Herzogtum Baden, Lörrach, Hebel. Eine spannende Lektüre, vor allem wenn man versucht die Stränge in  dem kleinen Ort, in dem wir leben zusammen zu führen, wobei mir einige Artikel eines Dorfchronisten weiterhelfen – oder besser noch: Ausgangspunkt sind. Dieser Chronist war seines Zeichens der Lehrer im Ort. Die alten Leute kennen ihn noch. Sehr spannend. Auch wie sich über die Jahre die Flurnamen im Ort erhalten haben und sich dann in den Namen der Bauernfamilien im Ort bis heute widerspiegeln.

Natürlich beschäftigt mich auch Griechenland und der ganze Rest. Wenn man mich fragen sollte: Ich sehe das so wie die Kanzlerin. Es geht um  mehr als nur den Euro. Das ist nicht allein eine Währungsfrage.  Sollte die Währungsunion zerfallen, so zerfällt auch die Union – und dann zurück auf die Bäume! Sollte sich die Eurozone aber erholen, dann geht sie -irgendwann- gesterkt und reifer aus der Krise wieder heraus. (hoffentlich – es gibt bestimmt viele Argumente die dagegen sprechen, aber wir werden sehen…)

Dann gab es viel zu tun, in und um das Haus herum. Derzeit ist der Garten dran. Die Rasenfläche wird neu angelegt (von mir: ich wühle in der Erde, grabe um, arbeite Komposterde ein, nivelliere – immerhin bin ich Ingenieur!) Um im Dorfe anzukommen meldet man sich im Fussbalverein an, spielt mit den alten Herren Fussball und versucht sich daran zu gewöhnen gemeint zu sein, auch wenn man nicht versteht, was gemeint ist. Umdrülle, hiekeie, laloh, sel und sel… Ich werde es nicht mehr lernen – aber verstehen hoffentlich irgendwann schon. Allerdings wiederholen mir die Jungs gern alles noch mal in Hochdeutsch, oder in dem, was sie dafür halten. Ich fühle mich wohl bei den alten Herren – und als selber solcher sowieso!

so oder ähnlich vergeht hier die Zeit

Link Androhung II

Wer kennt elsas nacht(b)revier? Schon mal dort gestöbert?

Ich habe gerade das erste Kapitelchen des online-thrillers „Das Farnese Komplott“ gelesen und bin gespannt und angetan vom Aufbau dieser ersten Seiten.

Wer macht mit? Jeden Tag ein Kapitel. Ich setzte dann auch einmal aus…

Wer ist Gregor Keuschnig?

Gregor Keuschnig schreibt viel. Ich werde bei ihm mal lesen. Habe ihn hier gefunden.

Das hatte es mir angetan:

„[…] alles ist „Blog“ – ob die aufgeblasenen Pseudo-Leserforen von Zeitungen, die zwei-, dreimal monatlich geänderte Webseite eines Politikers oder die Tagesberichte des Stuhlgangs einer an Durchfall erkrankten.“

Dann habe ich bei ihm gestöbert und gesehen, das der sowas liest. Jetzt muss ich noch ein wenig recherchieren und lesen, was er so schreibt, denkt und macht im Leben. Sein Stil ist so wie man ihn sich für einen selbst wünscht.

Dies ist eine Linkandrohung! Eine linke Sache eben. Blogs not dead at all!

Literarische Bekenntnisse

Wegen der schnellen und netten Kommentare will ich diese, hier, mit einem neuen Beitrag, beantworten und meinerseits kommentieren:

Weiterlesen

Schmidts Traum

ich hatte mich vorhin mal mit Zettelkästen beschäftigt. Heute fand ich, da ich noch am Thema arbeite folgendes gefunden. Arno Schmidt hat das Schriftsprachgesamtkunstwerk Zettels Traum geschaffen.

Die Seite der Arno Schmidt Stiftung ist ziemlich gut gestaltet. Understatement. Die Rubriken kommen als Popup daher. Die Biografie ist mit dem Kontent der anderen Rubriken verlinkt. Man hat also die Wahl die Rubriken zu durchstöbern oder sich von der Vita und dem Schaffen des Autors führen zu lassen.

sehr spannend…

BoB

Das muss ich noch erwähnen, Freunde von mir machen sowas: bob

Wie ich finde eine ganz neue Art der Rezension von Literatur. Das Konzept ist einfach und prägnant umgesetzt: Es werden zwei Bücher deren Inhalte, Zielgruppen oder Autoren eine gewisse Übereinstimmung aufweisen gegeneinander in den Ring geschickt.  Über mehrere Runden werden die Bücher in einem offenen Schlagabtausch vorgestellt. Am Ende entsteht soetwas wie eine Kaufempfehlung, oder das langersehnte Argument, warum man das eine Buch besser als das andere fand – oder das Gefühl hier handele es sich um Schiebung. Jedenfalls wird man durch die Präsentation herrlich unterhalten.

Buchrezensionen so spannend wie ein Boxkampf – hören Sie mal rein und lassen Sie sich überraschen! Die beiden Sprecher Nicole Fey und Michael Struppek verstehen ihr Handwerk und informieren mit Wortwitz und Charme über die neuesten Bücher. 

So familien-welt.de, für die die beiden Autoren Nicole Fey und Michael Struppek ihr Podcast produzieren.