Das Problem mit dem Internet

Wenn man, so wie ich, nach längerer Pause das Bloggen wieder aufnimmt, kommt man schon ins Grübeln über die Meinungen, die dort so kursieren. Spannend ist wie jede Meinungs-Sparte Verschwörungstheorien das Wort redet und liest man auf der einen Seite, so wird man die selben, wenn nicht gar die gleichen Vorwürfe auf der anderen findet. Ich habe mir in letzter Zeit einen Spass daraus gemacht und auf einem österreichischen katholischen Infoportal gelesen (Ein paar neurotische Theorien: Homolobby, LinkeMainstreamPresse, gewalttätige Islamisten, Sex, Materialismus, die deutsche Bischofskonferenz, etc.). Dort schreibt ein Kommentator zu einem Artikel und vor allem zu den Kommentatoren, dass „das Problem bei dieser Sache doch ganz einfach [ist]: JEDER nimmt nur zur Kenntnis, was er zur Kenntnis nehmen will….Auch ihr „Teilstudium“ (ein ganzes hätte mich übrigens mehr beeindruckt…) erstreckte sich vermutlich nur auf das, was Sie schon von vorneherein glauben wollten oder?“ Dieser Kommentar, so wie der Hinweis auf die Selbstgefälligkeit des hier angegriffenen Kommentators (mit Sicherheit ein „Rechtgläubiger“) Tatsächlich erlebe ich diese Haltung nicht nur bei anderen Internisten, sondern muss mich mitunter miteinbeziehen in diese Herde der Voreingenommenen. Ich kann die erwähnte Seite nicht ohne die Unterstellung lesen, dass die Menschen die dort lesen und kommentieren sich auf der richtigen Seite wähnen – und das finde ich ehrlich gesagt recht unangenehm. Nicht so sehr, weil ich selbst gern auf der richtigen Seite stünde, sondern weil ich Sorge hätte, wenn diese so etwas wie Macht in den Händen hielten, die Freiheit leiden würde. Ein Glück leben wir in einer Zeit, die nicht den Zwängen dieser Leute ausgesetzt ist, sondern in der um Grenzen gerungen werden muss.

8 Antworten

  1. Hallo nerone,
    schön, dass Du wieder da bist. Die täglichen News finden sich auch hier: http://www.radiovaticana.org/tedesco/newsted.htm

    Viele Grüße vom Ländle ins Ländle von Düsseldorfer zu Düsseldorfer Barbara 1

    • Also ihr Barbaras einsen und zweien bringt mich auch immer wieder durcheinander, identitätsmässig. Aber gut. Der Katholikenchannel ist aktuell, das ist richtig.
      Es gibt ja auch Erkenntnisse, die im Laufe der Jahre dazukommen. Anfangen muss man jedoch mit der Selbsterkenntnis, sonst fängt man sehr leicht zu schwafeln an, über Sachen die eher nebensächlich sind. Das ist der Grund, die Identitätsfindung ist der Grund, und die Erfahrung der Selbsterkenntnis, warum mir die Bibel so wichtig ist, und die Figuren, von denen dort die Rede ist. Mit ihnen steht und fällt ja das gesamte Spiel.

      Aktuell hilft mir Joseph Beuys wieder weiter, er ist ja immer dann gut, wenn es um die weiterführenden Fragen zu Inkarnation geht, gerade weil er ja Künstler ist. Beispielsweise wo findet Kunst statt? Ist es das Kunstwerk selbst, worauf es ankommt, oder wie ist das mit dem reinen Denken? Findet es dort statt, zwischen Allem, im Zwischenraum. Es sind zugleich künstlerische wie religiöse Fragen. Und, als Ergebnis: was ist Identität?

      Möglicherweise, liebe Barbara, kommen wir noch ein Stückchen weiter damit. Aber man muss auch gründlich sein.

      Und: man KANN Christ sein, ohne die Kirche, aber man kann NICHT Christ sein, ohne Christus und seine Freunde.

      • aber Marulam: barbara 2 schreibt immer alles klein!!!

      • Ja, der barbara 2 schreibt immer alles klein. Ich wurde schon von so vielen Nicks veräppelt, ich kann mir das nicht immer alles merken

    • Lieber nerone,
      es gibt noch mehr solche Seiten von erzkonservativen Katholiken im Net.
      Weißt Du, wer in der rk. Definition um 1900 ein „Andersgläubiger“ war, den man keinesfalls heiraten sollte und ein Kind daher lieber Vaterlos aufziehen sollte? Nicht etwa ein Muslim o.a., sondern ein evangelischer Christ. Geschehen im Königreich Bavaria. Da hatte die rk. Kirche noch „Macht“.
      Viele Grüße Barbara 1

      • Fein, 1973 war es dann schon nur noch ungewöhnlich, sonst gäbe es mich nicht. Mein Vater was evangelisch, ist aber aus der Kirche ausgetreten. Mir ist sowas wurscht. Ich vereine mehrere Konfessionen in mir, man kann auch den pharisäischen Weg konsequent zu seinem Ziel, nämlich Christus, führen, aber danach ist es einem eben wurscht. Man steht dann drüber.

  2. die motive für die geffühle sind interessant und woher die rahmen (was man zur kenntnis nehmen will, bzw, kann) sind interessant. es kann kaum ein mensch aus seienr haut sprich dem angelernten bildungskanon den sog. ein bildungen

    • Ich mische mich immer mal wieder unter Nichtanthros bzw Exanthros, einfach deswegen. Ich finde es gut, sich ein bisschen auszuprobieren, auch zu sehen, wie man auf andere wirkt. Meistens mache ich gute Erfahrungen.

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