Womit hat sich nerone die letzte Zeit beschäftigt?

Eine kleine Zusammenfassung über die Themen, die sich mir aufgetan haben, als kleines Exposè künftiger Spielwiesen?

Zum einen gab es natürlich wieder die Beschäftigung mit Weltanschaulichem. Diesmal ging es um  eigene Herkunftstraditionen: Was macht eigentlich die katholische Kirche so? Da gab es genügend Stoff! Sind alle Priester Päderasten? Ist das Zölibat schuld daran? Ist der Papst besser als sein Ruf? Erleben wir in unserer Hemisphäre eine neue Christenverfolgung? Sind Priester nur deshalb Päderasten, weil sie von der homosexuellen Ideologie unterwandert sind? Was ist eigentlich ein Mixa? Etc. pipapo. Meine Überlegungen dazu kann ich ja mal bei Gelegenheit zum besten geben. Hier und da habe ich das mal kommentiert.

Dann habe ich ein paar gute Bücher gelesen, deren Titel mir entfallen sind. Gerade lese ich Jurek Beckers Bronsteins Kinder mit großem Genuss. Eine Neuentdeckung für mich. Ich werde mich auf Beckers Werke stürzen.  Zumindest Jakop der Lügner steht noch auf meiner persönlichen toreed – Liste. Achso! Nicht so gut wie ich erwartet hatte war der neue Phillip Roth Demütigung. Als Fan vom alten Mann mit Prostatabeschwerden war ich enttäuscht über den dünnen Plot und die mager ausgebauten Charaktere. Aber ich meine Dennis Scheck hat über das Buch gesagt: „Selbst ein schlechter Roth ist ein gutes Buch.“ Da gehe ich mit ihm d’accord.

Dann lese ich nebenher einiges über die Region, in die es mich verschlagen hat. Über die Allemannen, das Herzogtum Baden, Lörrach, Hebel. Eine spannende Lektüre, vor allem wenn man versucht die Stränge in  dem kleinen Ort, in dem wir leben zusammen zu führen, wobei mir einige Artikel eines Dorfchronisten weiterhelfen – oder besser noch: Ausgangspunkt sind. Dieser Chronist war seines Zeichens der Lehrer im Ort. Die alten Leute kennen ihn noch. Sehr spannend. Auch wie sich über die Jahre die Flurnamen im Ort erhalten haben und sich dann in den Namen der Bauernfamilien im Ort bis heute widerspiegeln.

Natürlich beschäftigt mich auch Griechenland und der ganze Rest. Wenn man mich fragen sollte: Ich sehe das so wie die Kanzlerin. Es geht um  mehr als nur den Euro. Das ist nicht allein eine Währungsfrage.  Sollte die Währungsunion zerfallen, so zerfällt auch die Union – und dann zurück auf die Bäume! Sollte sich die Eurozone aber erholen, dann geht sie -irgendwann- gesterkt und reifer aus der Krise wieder heraus. (hoffentlich – es gibt bestimmt viele Argumente die dagegen sprechen, aber wir werden sehen…)

Dann gab es viel zu tun, in und um das Haus herum. Derzeit ist der Garten dran. Die Rasenfläche wird neu angelegt (von mir: ich wühle in der Erde, grabe um, arbeite Komposterde ein, nivelliere – immerhin bin ich Ingenieur!) Um im Dorfe anzukommen meldet man sich im Fussbalverein an, spielt mit den alten Herren Fussball und versucht sich daran zu gewöhnen gemeint zu sein, auch wenn man nicht versteht, was gemeint ist. Umdrülle, hiekeie, laloh, sel und sel… Ich werde es nicht mehr lernen – aber verstehen hoffentlich irgendwann schon. Allerdings wiederholen mir die Jungs gern alles noch mal in Hochdeutsch, oder in dem, was sie dafür halten. Ich fühle mich wohl bei den alten Herren – und als selber solcher sowieso!

so oder ähnlich vergeht hier die Zeit

4 Antworten

  1. Erst einmal danke für die netten Kommentare hier und dort. Ja, Basel bietet viel. Die ganze Region ist großartig und das Leben fühlt sich hier anders an. Zuweilen fahre ich nach Freiburg über die Bundesstraße und denke ich sei in einem nicht endenden Urlaub. Mittlerweile geht es mir so, dass ich den Sinn erkenne, den ich mir vor unserem Vorhaben aufs Land zu ziehen eher eingeredet hatte, dass man doch dort leben sollte wo man sich wohl fühlt und diesen Ort nicht bloß als ewiges Ausflugs- bzw. Urlaubsziel ansteuern sollte.

    • Du musst dir mal Augusta Raurica ansehen, das hat auch meinen Eltern gefallen, und es gibt jeden Sommer Liveafführungen.

  2. In Basel gibt es Multikultivereine, die Schweizer Sprachkurse anbieten, uvm. Übrigens war ich vor Kurzem in Lörrach, um einen Möbelwagen zu mieten. Mit einem 3,5 Tonner bin ich durch die Lande gedüst mit meinem Hab und Gut! Hast du dich nun gut eingelebt?
    Sensationell wäre auch dein persönliches Erscheinen hier in den Kommentaren.

  3. seit 20 jahren im schwäbischen, nicht badischen, obwohl ein teil meiner studies erkennbar (sprachlich) badener sind und einige aus der ecke da unten bei dir kommen, dass man sie erst für schweizer hält, ist mein passives schwäbisch immer noch miserabel, aktiv sollte man nicht versuchen, das hört sich nur albern an. hochdeutsch könnne sie nicht, selbst, wenn sie sich noch so mühen, das hängt mit der entwicklung des hochdeutschen zusammen.
    mein reginalblättchen bringt regelmässig infos über schwäbische begriffe für reingeschmeckte.

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