Denk an Satz 2

„Wir haben uns den Vorwurf zu machen, dass wir uns als Kirche nicht genügend mit der NPD auseinandergesetzt haben“

Pressesprecher der evangelischen Kirche über Alfred Preuß, stellvertretende NPD-Landesvorsitzende und Kirchenvorstand der ev. Kirche in Süpplingen.

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12 Antworten

  1. Hallo Marco,

    verstanden … obwohl „oll“ ja wohl nur „alt“ heißt …

    Ich kann´s nur noch mal wiederholen: Lesen Sie wirklich mal Steiner-Original-Texte – nicht nur einzelne Zitate, sondern ein ganzes Buch, besser mehrere.

    Ich fände es auch „verschwendet“, dass Sie soviel Engagement zeigen, diskutieren – Bravo! – wenn Sie nicht mal eine andere Basis schaffen.

    Es Anthroposophen zu überlassen, ihren Helden zu verteidigen – denn darauf läuft es hinaus – finde ich abenteuerlich …

    2 abenteuerliche Veteidigungsversuche finden sich in den „Mitteilungen aus der anthroposophischen Arbeit in Deutschland“, Weihnachten IV/2007, Nr. 242.

    – „Der bestrittene geschichtliche Sinn“ von Jörg Ewertowski.
    Eine Schmähschrift gegen Helmut Zander. Kapitelüberschrift: „Das doppelte Fehlen der Bewusstseinsseele“ … raten Sie mal, wer sie nicht hat … oder als Materialist zumindest nicht erkannt hat („was hab ich, dass er nicht hat?“ frei nach Katja Ebstein)

    – „Sprachliche und historische Kriterien zum „Rassismusvorwurf“ von Marcelo Vega. Knapp gesagt wirft Vega Kritikern Steiners vor, dass sie nicht in der Lage seien, den historischen Bedeutungswandel von Begriffen nachzuvollziehen … (Mensch, sind wir blöd!)

    Festgemacht wird das am Begriff „Neger“ … (Überraschung!)

    Völlig bizarr dann Vegas Beispiel, Zitat S. 310: „Problematisch sind in diesem Zusammenhang, wie oben bereits erwähnt, in jüngster Zeit häufig kritisierte Passagen aus dem Vortragswerk Rudolf Steiners. Als Beispiel mag folgendes Zitat aus der TAZ gelten: ‚Diejenigen Menschen aber, die ihre Ich-Wesenheit zu wenig entwickelt hatten, die den Sonneneinwirkungen zu sehr ausgesetzt waren, sie waren wie Pflanzen: Sie setzten unter ihrer Haut zu viele kohlenstoffartige Bestandteile ab und wurden schwarz. Daher sind die Neger schwarz.‘ An anderer Stelle spricht Steiner von ‚der ganz passiven Negerseele, die völlig ihrer Umgebung angepasst ist'“

    Können Sie mir mal sagen, was für eine Rolle hier der Bedeutungswandel des Begriffes „Neger“ spielt? Ich setze „Schwarze“ ein und der Wahnsinn ist noch immer derselbe …

    Um so zu „argumentieren“ muss man wohl anthroposophischer Professor sein: Vega ist Professor für Bildungs- und Kulturphilosophie an der Alanus Hochschule (mit staatlicher Anerkennung, nun denn)

  2. Die andere Frage ist doch, was der olle Doktor auf der “Haben-Seite” vorzuweisen hat…Eine unerträgliche Mischung von Allgemeinplatz und krudester Esoterik. Absolut unbrauchbar. Für jede Form von Pädagogik sowieso.

    Mag sein. Für mich ist Waldorfpädagogik, was bei meinen Kinder ankommt und über diese bei uns zu Hause. Im Grunde stelle ich fest, dass Pädagogikabhängig davon ist, was die Persönlichkeit des Lehers mitbringt. Ist der Lehrer, schlecht, altbacken, oder sonts was, dann hilft ihm auch keine Theorie. Egal welche Schulform. Meine Wahl für die WP ist im wesentlich der Tatsache geschuldet, dass diese Schule auf eine Differenzierung in Noten und Kopfnoten verzichten kann, dass sie als Gesamtschule operiert und dass sie den Schwerpunkt auf gestalterische Fächer im Verlauf des Schulwoche setzt und diese nicht allein Projektzeiten überlässt.

    Am Ende mag Beckmannshagen Recht haben. Wahrscheinlich ein Pädagoge? Ich stehe auf dem Standpunkt, dass für die Kleider meiner kaiserlichen Kinder eh die Eltern verantwortlich sind. In diesem Sinne habe ich auch keine Ängste gegenüber einer esoterisch gegründeten pädagogischen Bewegung. Wenn sie sich die Schulpolitik seit 1968 anschauen, dann war es ein Wechselspiel Parteipolitischer Interessen und gesellschaftlicher Bewegungen. Wahrscheinlich schielt man unbewusst auf die Kontinuität der WP, wenn man sich (ohne) Kenntnis für den Weg entscheidet.

    Aber, ich gebe ihnen recht, auch die WP verdiente, dass man die Krallen ausführe. Ein: das wird schon noch, oder: das wächst sich aus, reicht nicht als pädagogisches MIttel. Es gibt viele Fragen denen sich die Schulen stellen müssen. Aber ist das nicht ein gängiges Thema für alle Schulen in unserem Land.

    so weit…

  3. Frage eins: Die Kirchen behaupten zumindest, sich damit auseinandergesetzt zu haben

    Ich bin sicher, dass eine Auseinandersetzung stattfindet. Das ist ein Prozess, nichts was man abhakt.
    Ich sehe auch, dass die Anthroposophie damit beginnt und einen Prozess startet, der ebensowenig abzuhaken sein wird.

  4. Hallo Andreas, und alle

    nur eine kleine Kritik anlässlich des Kommentares: Bitte, bitte, nicht zu polemisch im Deatil oder im Ton. Ich will auch 2008 das Gespräch suchen und nicht zu sehr im Kleinklein des guten Tones herumstochern. Deshalb bitte ich auch auf entsprechende Antworten dritter auf die „saloppe“ Redensart zu verzichten. Ich kann das alles ja gut vertragen und teile es ja auch aus. Dennoch ist es besser wenn ich das übernehme, dann geht das Gespräch nicht immer so an den Dinegn vorbei. Bitte also soweit um Verständnis für heute und für die Zukunft. Später zum Inhalt. (Schlimm ist das ja nicht mit dem „ollen“ Doktor – ich fürchte nur Reflexe und die Inhaltlich interessanten Aspekte der Fragestellung gefährdet.)

    Danke Vorab

  5. Hallo Marco,

    ich hab selber mal zuhause das Buch „Luthers Schriften gegen das Judentum“ ausgegraben – aus der zweiten Reihe, Original NS-Literatur … eindrucksvoll! (auch knallhartes, gutes Grafik-Design)

    Die Kirchen behaupten zumindest, sich damit auseinandergesetzt zu haben, Sie können selber entscheiden, ob Ihnen das reicht. Wenn nicht, protestieren Sie ruhig, fände ich richtig.

    Die andere Frage ist doch, was der olle Doktor auf der „Haben-Seite“ vorzuweisen hat. Dazu habe ich Sie auch schon mal befragt – Privat-e-mail – im Hinblick auf die Waldorfpädagogik. Lesen Sie doch mal die „Allgemeine Menschenkunde ALS GRUNDLAGE DER PÄDAGOGIK“: Sie werden voraussichtlich überrascht sein. Eine unerträgliche Mischung von Allgemeinplatz und krudester Esoterik. Absolut unbrauchbar. Für jede Form von Pädagogik sowieso.

    Beckmannshagen zitiert Waldorfschüler rmit „Des Kaisers neue Kleider“

  6. Ich bleibe dabei es anders zu sehen Herr Lichte. Die Rezeption des Doktors ist derart schillernd, das man eben nicht zu einem einheitlichen Schluss kommen kann. Vor allem würde man dem anthroposophischen Selbstverständnis nicht gerecht.

    Es hieße dann die Lutheraner für den Rassismus ihres Stifters verurteilen oder für den Antisemitismus, der in deren teilweise praktizierten missionarischen Eifer gegenüber der jüdischen Glaubensgemeinde (hab ich echt mal gelesen, das ist total krass, um es mal umgangssprachlich zu sagen. Da soll doch tatsächlich das Judentum im evanglikalen aufgehen.) Und auch die ev. Kirche bestand ja nicht nur aus Nazibeklatschern, sondern auuch aus Bonhöff etc.

    Und sie wissen ja,wie das ist, mit diesem Reduktionismus: dann ist man schnell dabei und wirft Marx seinen Antisemitismus vor und wen gibt es da noch? Als Nachfahre der Römer hab ich Jesus auf dem Gewissen, als Katholik die Hexen, als Bayer Schalke. Diese Kreisschlüsse führen nirgends hin. Sie führen auch nicht zum Kern. Den Kern sehe ich bei den Praktizierenden und deren Tradition. Da bin ich nicht so weit ein Urteil sprechen zu können über jene, die Institution sind, wohl aber über all jene die ich kenne. Und das wissen ja alle die hier lesen: Weder Freunde, noch Schule zeigen mir das unschöne Gesicht eines Rassisten und Brandstifter wie dem M. oder dem Preuß.

  7. Na, „Dr. sumbolle“ finden Sie sich eigentlich selber überzeugend?

    Der „Irrweg“ ist schon belegt, schlecht allerdings, wenn man sich weigert, mal ein Buch des anderen Doktors zu lesen.

  8. Richtig Sumbolle – eine Sache muss man sagen, die Schule hat im Vergleich zu der ev. Kirche umgehend gehandelt, zumindest Zeitnah, wenn man mit Preuß vergleicht der glaube ich seit 1988 in dem Kirchenvorstanmd saß und seit eh und je bekennender NAZI war.

    MIr geht es darum vor allem aufzuzeigen wie schwer das Problem der scheinbaren Unvereinbarkeit der Ideen für all jene wiegt, die sich mit solchen Phänomenen konfrontiert sehen. Wie kann ein Nazi ein gläubiger Evangele? Wie ein Mafioso ein bekennender Katholik? Ein Freund ein IM? Das sind die großen Fragen der Gesellschaft und nicht Detailfragen eines durchgeknallten Esomilieus. Es ist also kein grundlegendes Anthroposophenproblem um das hier debattiert wird und M. kann letztlich nur als schlechter Zeuge herhalten, zeigt er doch vor allem auf, dass er wie andere in der Gemeinschaft nicht der vereinbarten Ideenkultur entspricht. So zumindest lese ich das.

    Als nächstes bekommt die Frage, wie aber der „Irrweg“ belegbar wird, für die M.s und die Preußens dieser Welt für die jeweilige Gemeinschaft höchste Aktualität! In dem Fall Benesch steckt die eigentliche intellektuelle Brisanz dieses Themas, hat dieser doch auch als Lehrer gewirkt und Schriften hinterlassen. Da fängt es an spannend zu werden…

  9. „Dem Fall des Herrn Preuß entspricht ja die Fragestellung wie einer evangelischer Kirchengänger, Gemeindevorstand und NPD`ler sein kann.“

    Wurde nicht Herr Molau umgehend suspendiert? Vielleicht waren einige vorher tasächlich nicht aufmerksam genug. In der letzten Konsequenz ist aber da wohl das geschehen, was richtig war. Und es sind ja nicht alle Waldorflehrer so clever wie Herr Lichte. Diese Diskussion finde ich jetzt etwas an den Haaren herbeigezogen. Aber warum nicht, der arme Lichte weiß ja sonst nicht, wo er noch schreiben soll. Der Link auf Novo scheint wohl seine einzige Reputation zu sein. Kalter Kaffee.
    dr. sumbolle

    http://www.beatagenten.de

  10. an Andreas Molau und seinen „pen-pal“ Lorenzo Ravagli hab ich natürlich auch gedacht …

    denken wir ab jetzt IMMER dasselbe? (siehe auch Tom Cruise, „Denk an Satz 1“)

  11. Naja ich sah es eher in Zusammenhang zu Herrn M. den ehemaligen Waldorflehrer. Dem Fall des Herrn Preuß entspricht ja die Fragestellung wie einer evangelischer Kirchengänger, Gemeindevorstand und NPD`ler sein kann. Wir haben also eine Analogie in der Verständnislosigkeit einerseits, andererseits das Versäumnis seitens der Empörten (in diesem Falle die ev. Kirchenoberen), die sich dem Thema nicht bei Zeiten gestellt haben.

    Und dann haben wir da noch eine kleine Dorfgemeinde, die dem RPeuß nicht in den Rücken fallen will, weil sie den dosch schon won Kindheit an kennen…

    So sehe ich das. Und ich erkenne eine ganze Menge Ähnlichkeiten.

  12. „Wir haben uns den Vorwurf zu machen, dass wir uns als Kirche nicht genügend mit der Anthroposophie auseinandergesetzt haben.“

    Besser:

    „dass wir eine Auseinandersetzung mit der Anthroposophie aus politischer Opportunität verhindert haben“, siehe: „Chronik eines unausgesprochenen Verbotes“, http://www.novo-magazin.de/82/novo8216.htm#i_box2

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