Mailview mit Herrn Ralph Boes

Nicht mehr ganz taufrisch und keine großartige Nachricht. Wahrscheinlich haben schon andere den Weg zu der zunächst versteckten Seite von Ralph Boes auf geistesschulung gefunden. Es sollte zunächst als Plattform für all jene dienen, sich mit Zanders Kritik aus anthroposophischer Sicht auseinander zu setzen. Ich nahm die Entdeckung der Seite zum Anlaß Herrn Boes eine Mail mit ein paar Fragen zu schicken, die er mir dankenswerter Weise beantwortet hat.Mein Interesse bekundete ich Ende des Jahres : Uhlenhoff – UPDATE und ging letzlich auf den Artikel von Frau Uhlenhoff in der Info3 zurück.

  • nerone: Ich habe den Eindruck das Projekt entwickelt sich im Geiste des Artikels von Frau Uhlenhoff in der Info3 10/07. In welchen Zusammenhang stehen Projekt und Artikel?
Sie haben das gut empfunden: Die Idee zu dieser Seite ist in gemeinsamem Gespräch zwischen Frau Uhlenhoff und mir entstanden .
Und ich habe sie ihr – gewissermaßen als Unterstützung ihrer Intention – „geschenkt“.

  • nerone: Wann wurde die Plattform gegründet, bzw. ein Internetauftritt organisiert?
Genau am 27. September, d.h. kurz, bevor der Artikel von Frau Uhlenhoff in „Info3“ veröffentlicht wurde.

  • nerone: Warum setzten sich junge Anthroposophen, mit der Ausbildung zur Historikerin mit Zanders Kritik auseinander und nicht direkt mit dem Inhalt der Kritik, also der Anthroposophie?
Wir tun beides! Ich selber bin Leiter der „Arbeitsgemeinschaft für Geistesschulung“ in Berlin und gebe viele Kurse und Vorträge zur anthroposophischen Erkenntnismethodik und Welterkenntnis – und Rahel Uhlenhoff ist – aus meiner Sicht! – Anthroposophin „durch und durch“. (Sie muß das irgendwie schon VOR der Muttermilch aufgenommen haben, smile.)
Beide haben wir allerdings das Gefühl, daß es so etwas wie den Sturz der Berliner Mauer in näherer Zukunft auch in den akademischen Wissenschaften geben könnte – eine Öffnung der akademischen zu den esoterischen Wissenschaften und umgekehrt.
Deshalb halten wir es für wichtig, auf der Basis dieser Wissenschaften selber den Weg zu dieser Öffnung zu betreiben. Ich z.B. zeige, wie die Naturwissenschaft aus ihren eigenen Erkenntnisvoraussetzungen – durch sich selbst gewissermaßen – zur Anerkenntnis der geistigen Dimension des Kosmos kommen kann – und Rahel Uhlenhoff begibt sich auf das Feld von Herrn Zander und zeigt den Weg aus der historischen Wissenschaft heraus.
Die deutsche Forschungsgemeinschaft hat dem Herrn Zander inzwischen ja eine große internationale Tagung zum Tema „Esoterik“ bewilligt (siehe http://www.geistesschulung.de/anthro/zander.htm, „Wichtige Nachricht“) – da geht die Auseinandersetzung auf einer – äußerlich besehen – „höheren“ Ebene weiter.

  • nerone: Gibt es bereits erste Reaktionen auf ihr Vorhaben, vor allem seitens der allseits bekannten Theoretiker der Anthroposophie, die sich gerade mit der Deutung anthroposphischer Geschichte befassen?
Die große Anzahl von Artikeln anthroposophischer Autoren auf unserer Webseite spricht für sich. Es gibt allerdings auch die Bestrebung, tatsächlich so etwas wie eine, in Rahel Uhlenhoffs Artikel geforderte, gebündeltere Antwort historisch-wissenschaftlich gebildeter Anthroposophen auf Zanders – freudlich gesagt: „Herausforderung“ – hinzubekommen. Diese Frage muß ich aber an Rahel Uhlenhoff abgeben – weil ich die inhaltliche Diskussion nur von außen verfolge (historische Unbildung) und dementsprechend zu den damit verbundenen Treffen auch nicht eingeladen bin.
Was meine kleine Webseite betrifft:
Sie soll einfach allen Interessierten – egal aus welcher Richtung sie sich an das Thema machen – alles bieten, was zu dem Thema gedacht, bzw. geschrieben wird. Selbst Herr Zander hat sich über diese Seite, wie er mir schrieb, gefreut.
(Über diese Seite hat er sich gefreut – ob ihm das mit den verlinkten Aufsätzen genauso geht, ist damit nicht gesagt.)
Ein freies Geistesleben ist es, was wir wünschen. Das ist für uns die Quelle unseres Selbstverständnisses als Denker und Entdecker – und nat. auch die Quelle ursprünglich verstandener Anthroposophie.
Und da ein freies Geistesleben nicht Naturzustand unter Menschen, sondern ein erst zu erringendes Kulturgut ist – da wollen wir die allseits fälligen Auseinandersetzungen nicht scheuen.

2 Antworten

  1. Ich bin froh, dass Nerone wiederauferstanden und auch gleich der Bezug zum Berzengeschnetz da ist.

  2. Der Mann ist „Goebbels auf Speed“

    http://www.berzengeschnetz.de/blog/?p=112

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: