Märchenstunde

 

noch ein märchen 

Diese Manuskriptfrage ist so was für Julio Lambing. Wir erinnern uns noch an seinen Kommentar in dem er von „strategisch-instrumentelle Kommunikationsagenda“ sprach und von „Schwarzweiß-Schablonen“ und anderem.

Hierzu zählt auch die Verarbeitung von „Insiderinformationen“. Diese können, der Wahrscheinlichkeit folgend, nur von jemanden wie M. lanciert und an geneigte Leserschaften verteilt worden sein. Wer hätte Interesse an so einem Briefwechsel der nicht erscheinen sollte, wofür die Gründe noch im Dunkeln des Vermutungsmeeres, also in der Deutungshoheit aller Meinungmatrosen im Netz in Print- und sonstwie Medien – und natürlich, last but not least: hier unten bei uns?

M. könnte also direkt an die Redaktion des Stern heran getreten sein, oder die Seiten direkt an die Namhaften Kritiker versandt haben, wohl wissend, wie brisant die Buchseiten sind. Das mag so geschehen sein, weil M. eine Öffentlichkeit für die Inhalte erzwingen wollte und jede Öffentlichkeit würde ihm dafür recht sein. Sein Metier ist das Instrumentalisieren und nicht mehr. Was sollte er auch anderes tun. Er braucht mediale Aufmerksamkeit. Dafür sucht er sich Gehilfen. Im besten Fall, ist Ravagli genau dies aufgegangen und er hat, sehr zum Leidwesen seines Co-Autors, der sich ohne Plattform ganz arm und unverstanden und allein gelassen fühlte, an dritte gewendet. Vielleicht sogar an umtriebige Enthüllungsjournalisten, die jedem ein Recht auf Meinungsäußerung einräumen.

Jetzt kann man wohl kaum mehr beklagen, dass die Sache aufgeflogen ist. Es liegt in der Natur der Enthüllungen, dass diese Schmutz aufwirbeln und den Blick verstellen. Sie wirft ein Licht auf die Akteure. Da tut eine Rechtfertigung not, wenn an sich nicht mit den falschen Inhalten gemein machen lassen möchte. Zum anderen lastet die Vermutung und die Andeutung schwer, die Interpretation der Texte ließe eine Analogie im Denken der beiden Autoren zu und nur in Details führten die Argumente zu unterschiedlichen Standpunkten (aber selbst das wird ja angezweifelt).

Was nun? Veröffentlichung? Ich glaube nein. Ich bleibe dabei, dass M. keine Öffentlichkeit geboten werden darf. Aber was soll`s: der Zug ist auch abgefahren. Und gestartet, dass ist nicht schwer nachvollziehbar, wurde derselbe, als dieses Projekt der intellektuellen Rückeroberung (der Anthroposophie, Steiners, etc.) von Ravagli gestartet wurde, bzw, als er die Buchform wählte einen Diskurs mit M. zu veröffentlichen. Und dann ging es eben weiter, wie, das wissen wir Meinungsmatrosen eigentlich nicht. Deswegen wäre eine Stellungnahme m.E. angemessen um im Deutungsmeer ein Boje auszuwerfen, die gesehen wird, an der man sich fest machen kann, etwas das bleibt.

Mal angenommen M. war es nicht. Mal angenommen der Enthüllungsjournalist war es nicht. Mal angenommen. Es würde an der derzeitigen Situation nichts ändern. Nur diese ist zu bewältigen – unabhängig vom Denunzianten, den hier aufgestellten Hypotesen und so weiter und so fort.

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