Uhlenhoff – UPDATE

Frau Rahel Uhlenhoff, geb. 1977 studierte Philosophie und Geschichtswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Ein Grundstudium der Anthroposophie absolvierte sie in Dornach.

In ihrem Artikel (PDF . Dank an Christoph für den Hinweis.) über den Kampf der Wissenschaftskulturen versucht Frau Uhlenhoff nachzuweisen, dass die wissenschaftliche Untersuchung von Helmut Zander an „im Vorhof des anthroposophischen Deutungshofes stehen bliebe“. Dies sei dem Tatbestand geschuldet, dass die Anthroposophie im eminenten und auch im immanenten Sinne aus Deutung bestehe. Der Deutung der höheren Welten eben, also der hellsichtigen Schau R. Steiners. Wer dies als Möglichkeit einer Untersuchung kategorisch ablehne, so wie Zander dies tut, der könne zwar verdienstvolle Kontextualisierungen zusammen tragen, dem müsse aber in seiner Deutung der Geschichte der Anthroposophie nicht gefolgt werden. Denn:

„Wer nur ihre gedanklichen Ausflüsse in Steiners Gesamtausgabe studiert, aber nicht nach der Quelle dieser Gedanken: Rudolf Steiners hellsichtiger Forschung in der „geistigen Welt“ fragt oder fragen darf, der bleibt strukturblind im Vorhof des zentralen Deutungshofes stehen, da Deutung sich nie von außen, sondern nur von innen her in Tiefengraden erschließen lässt.

An die Anthroposophie richtet Frau Uhlenhoff deswegen den Aufruf mit einer Selbtdeutung der eigenen Geschichte und ihres Gründers zu rehabilitieren.

Ich gehe noch mit einer Stellungnahme schwanger. Man muss das noch ein wenig durch die zerebralen Windungen scheuchen. Wird fortgeführt…

Beim Lesen, Gegenlesen und Recherchieren entdecke ich, dass alte Bekannte schon einiges an Arbeit zusammen trugen. NWAII bettet in seinen Artikel eine Vielzahl an Verweisen, die sich rund um das Zanderwerk positionieren, ein.

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via Refferer:

Materialiensammlung und Kontaktplattform

Netterweise werde ich dort als Diskussionsplattform geführt. Offensichtlich komme ich an mir nicht mehr vorbei. Worum es geht: Es scheint als Plattform eingerichtet zu sein, sich mit Zanders Untersuchung auseinanderzusetzen, ganz im Sinne des Artikels von Uhlenhoff den ich oben verlinkt habe. Ich empfehle die Seite zu studieren. Ich werde den Link jedenfalls mal setzen. Kommentare zu dem Projekt, so wie zu dem Artikel, folgen [unter I anthrotopos : Zanders Geister]

8 Antworten

  1. […] die er mir dankenswerter Weise beantwortet hat.Mein Interesse bekundete ich Ende des Jahres : Uhlenhoff – UPDATE und ging letzlich auf den Artikel von Frau Uhlenhoff in der Info3 […]

  2. Vielen Dank für den Link auf meinen Beitrag. Es ist im Grunde ein länger geratener Kommentar zu deinem „Uhlenhoff – UPDATE“.

  3. Off topic: Es ist nicht nötig, „Frau“ Uhlenhoff zu schreiben. Ihr schreibt ja auch nicht dauernd von „Herrn“ Zander.

  4. Frau Uhlenhoff beschreibt in ihrem „Kampf der Wissenschaftskulturen“ übertitelten und mit zwei kämpfenden Rittern illustrierten Artikel Zanders Habilitationsschrift und ruft dann zu einer anthroposophischen Initiative zur Re-kontextualisierung Zanders durch die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft in Dornach und durch Anthroposophen, die im Bereich der Geschichts – oder Geisteswissenschaften tätig sind, auf. Außerdem ist Rahel Uhlenhoff Gründerin der „Bürgerinitiative Bedingungsloses Grundeinkommen“. Über so eine aktive und engagierte junge Frau freut frau sich erst mal! Ihr Aufsatz imponiert auch durch großen Kenntnisreichtum und Intellektualität.

    Zander und sein opus magnum seh ich aber anders.
    Er hat einige akademische Klippen umschifft um die Habil einreichen zu können, und er hat der Anthroposophie damit auch zu einem veränderten Status und zu mehr Öffentlichkeit verholfen. Daß er selbst dabei nicht zum Anthroposophen geworden ist, darf man ihm nicht ankreiden. Auch nicht, dass er die Kantianischen Erkenntnisgrenzen gewahrt hat und geisteswissenschaftliche Erkenntnisse als intersubjektiv nicht überprüfbare Erkenntnismethode nicht anerkannt hat. Mit solcher Kritik läuft man Gefahr, das neu erwachte akademische Interesse zu verlieren und wieder in der Eso – Ecke zu landen, aus der Zander eigentlich raushalf. Ja, Leute geben ihre Kinder in die Waldorfschule, die Mütter beschäftigen sich dann mit Biokost, Herzdenken und Filzen, die Väter aber halten die Anthroposophen weiterhin für eine Sekte, wenn auch für eine nette, harmlose. Erst bei Molau – Geschichten horchen sie auf. Leider, so ist das.

    Zander – so brav und uninspiriert er erscheinen mag – ist ein Brückenbauer. Ihm modischen Feminismus, bevorzugtes Interesse für Besant und Blavatsky anzukreiden halte ich für unangebracht. Gewiß ist Frauenfreundlichkeit akademische Konvention geworden, aber es hat auch lang gedauert bis dahin und die Theosophinnen sind tatsächlich interessante Persönlichkeiten. Und natürlich gibt’s eine Menge Theosophie in der Anthroposophie.
    Auch bedeutet historische Kontextualisierung nicht Reduktion sondern eigentlich hermeneutische Bemühung.

    Die anthroposophisch inspirierte Historiographie und Geschichtsdeutung erschien bisher nur im Selbstverlag, in heroischer Isolation; gewiß gibt es darunter auch Interessantes, aber doch auch recht, recht Merkwürdiges. Darüber, über diese zerstrittenen Geschichtsdeuter kann man nun – dank Zander ! vielleicht bei Zander? – dissertieren. Bisher hätte bestimmt niemand so eine Arbeit akzeptiert und an der Freien Hochschule in Dornach hätte man das – denk ich – auch nicht beforschen können.
    Zander hat Raum geschaffen, behandelt ihn doch pfleglich, die Turniermetaphorik ist ganz fehl am Platz.
    .
    Nerone hat schon klug den Nucleus des Disakkords rausgepickt und dem thread vorangestellt.
    Also zur Zeit sind geisteswissenschaftliche Schauungen keine im akademischen Betrieb zulässige Erkenntnismethode.

    Wäre Zander kein deutscher Historiker, sondern aus der annales – Schule, blieben zwischen Strukturgeschichte, den yugas der Theosophen und den Erzengel-Zeitaltern immer noch Abgründe, die schwer zu schließen wären.

    Epistemologische Annäherungen scheinen mir aussichtsreicher. Darüber und über Zanders Thesen zur Steinerschen Erkenntnismethode kann im thread vielleicht noch gesprochen werden.
    Aber, da stimme ich der Autorin voll zu „aus dem Dilemma zwischen anthroposophischer und akademischer Identität ist so schnell kein (zumindest kein kompromissloser) Ausweg in Sicht.“

  5. „Wenn sie NWA1 verlinken, sollten sie das auch mit NWA2 tun…“

    Und es ist inzwischen auch schon geschehen 😉

    Viele Grüße

  6. Tja, wir sind schneller, Uhlenhoff schreibt dafür hübschere Artikel 😉

  7. Oh, interessant. Allerdings ist diese Seite natürlich gar nicht interaktiv im Sinne eines Blogs, einer Mailinglist oder eines Forums. Vermutlich möchte man sich nicht mit Moderation etc. herumplagen. Und sie sind auch nicht mehr ganz aktuell. Wenn sie NWA1 verlinken, sollten sie das auch mit NWA2 tun…

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