Liebe Leser,

Lieber Christoph,

ich gebe zu, ich bin ein wenig müde geworden. Die Auseinandersetzung mit nur einer Thematik finde ich ermüdend und die Notwendigkeit dieser Plattform leuchtet mir nicht mehr ganz ein. Zwar ist es intellektuell eine Herausforderung hier zu moderieren und ich habe dabei einiges gelernt. Allerdings vergeht die Zeit ausschließlich mit dem einen Thema, nämlich Anthroposophie und Steiner und der Kritik an dem Ganzen. Wenn ich zurück blicke ging es mir mal darum mir ein wenig Sachverstand anzueignen. Ich wollte mich dem Thema stellen und nicht verlegen mit den Schultern zucken. Das ist geschehen. Ich kann mitreden. Ich habe mich meiner persönlichen Verantwortung im Umgang mit Kritik gestellt und ich habe meine Recherche zur Verfügung gestellt, damit andere sich ein Bild machen.

Es begann mit der Zeit, dass ich mehrfach herausgefordert wurde mich zu bestimmten Themen zu äußern. Das riecht nach Institution. Das wollte ich aber irgendwie nie nicht wirklich sein. Wiewohl es für das Selbstwertgefühl verlockend ist, gehört und genutzt zu werden – hier zu versteinern war allerdings nicht meine Absicht. Die zarten Versuche mich von der Einbahnstraße zu lösen scheinen nicht zu fruchten. Am Ende bin ich mir vielleicht selbst zur Institution geworden. Mehrfach stand da ja auch die Frage, ob ich mich zu wichtig nehmen würde (was ich nach wie vor bejahen würde – warum sollte ich das Ganze sonst machen?).

Vielleicht bedarf es anderer Foren (im Sinne der Webform – nicht im Sinne einer Zeitschrift wie Info3, die mir nicht allzu differenziert erscheint und zudem noch nicht so unmittelbares Forum für Mitdenker sein kann, wie das Netz mit seinen Blogs) auf ihre Leser die auf einem breiteren Fundament stehen, als es so ein Weblog mit NUR einem „Redakteur“, so dass Kontinuität auf der einen Seite, aber auch eine höhere Differenzierung in der Thematik und Kommentierung auf der anderen möglich wird. Denn die Anthrosphäre ist extrem heterogen.

Eggert ist Urgestein, ein Don Quichotte der Szene und auch die Themen der Zeit werden überleben. Canaillo, Murat lauter Ansätze die überdauern können. Auch der Goy hat sich gut positioniert, weil er immer höchst unterschiedliche Themen bereit hielt.

Was mich mit dem Thema verbindet ist weitaus weniger, als die meisten meiner Kommentatoren einbringen können: es ist Skepsis gepaart mit Interesse und Sympathie für die Leute die sich mit der Anthroposophie befassen. Wo ich die Grenzen ziehe, müsste den Lesern des Blogs ja bekannt sein. Aus dieser (meiner) Perspektive (auf die Anthroposophie) heraus ergibt sich aber vielleicht auch die Eingleisigkeit dieses Blogs? Da es von Anfang bis heute nicht selbstverständlich ist mit den Inhalten umzugehen, kann ich nur auf diese schauen und kaum mehr den Blick schweifen lassen? Ich weiß es nicht.

Dennoch formuliere ich hier keinen Abschied, nur eine Verschiebung der Zeitkontingente. Ich will und ich muss mich anderen Dingen zuwenden. Es gibt soviel mehr zu entdecken, als in den gesammelten Werken in Dornach archiviert wird. Pathetisch gesprochen: Es geht um die Anteilnahme an der Gegenwart und die Gestaltung der Zukunft. Da muss man sich auch mal von Grundlagen lösen können und Neues in die Hand nehmen.

So oder ähnlich

2 Antworten

  1. Ich fände es sehr spannend wenn es gelingt den Bogen in eine ganz andere Spähre zu spannen. Die Herrausforderung dabei ist das sich die Antrospähre über weite Teile der klassischen Wissenschaft erstreckt … es werden welche hierbleiben, ob das nun ein Segen oder Fluch ist😉

    Alles gute auf der Reise, ich werde sich auf jeden Fall verfolgen.

  2. „Es geht um die Anteilnahme an der Gegenwart und die Gestaltung der Zukunft. Da muss man sich auch mal von Grundlagen lösen können und Neues in die Hand nehmen.“

    WOW!
    Sag ich doch🙂

    Herzlich
    Sebastian Gronbach

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