Ein Geständnis

Ich verstehe nicht immer die assoziativen Anmerkungen von Anette. Hier bringt sie aber gleich zwei Sätze in Folge, die mich beeindruckt haben:

[…] nur wenn man weiss, was Missachtung heißt, weiß man auch, was Respekt sein kann. Feminismus gibt es immer nur im Kontext mit anderen Menschen, er ist seiner Natur nach Beziehung zu anderen.

Das hat mich irgendwie angesprungen.  Ich bin ja auch Feminist…

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14 Antworten

  1. Die halbe Barbara buchstabiert noch genausogut wie früher. Also bitte:
    Die foos sind schon richtig. Nicht vergessen, Frauen können und konnten zu allen Zeiten frei sein, und erleuchtet. Ein Lichtblick war in der Vergangenheit das Klosterleben. Ein bei weitem freieres Leben, als Frauen es sonst in der Gesellschaft haben konnten! Das scheint mir eine sehr wichtige Anmerkung, wenn man als Frauenlobby Frauengeschichte erklären möchte.

    Männer sehen das alles höchstwarscheinlich wieder auf die ihnen eigene Art. Beginnt man mit dem Zölibat: dieser bedeutet für alle, die ihn erbringen, exakt dasselbe. Möchte man aber darüber hinaus freie Beziehung leben, fängt die ganze Geschichte der Genderbetonung an. Diese ist ja hier schon so schön beschrieben worden, ich kann nur zustimmen. Ihr habt ja schon von Anfang an gesagt, dass Zuordnungen eher locker gesehen werden sollten.

    Meine Erfahrung: die gesamten Errungenschaften der Emanzipation bleiben jedoch bloßes Gerede, wenn sie denn nicht tatsächlich umgesetzt werden, so wie es z.B. die aag tut (plus MuratMat ab Weihnachten).

    Noch mehr Fragen? :-)))))

  2. foo1 ist robert, foo2 ist anete, foo3 ist neugeir, foo 4?? moderator? blogautor? hm keine ahnung der rest der diskussion ist genderbetont;-)

  3. Haha grüble, lieber Nerone, aber vergiß nicht das Genießen!

  4. Mach deinen Urlaub, liebe Anette, ich werde solange grübeln, wie ich den Huber Andreas in ein Abenteuer mit Weib, Tod und Teufel führe, aus das er womöglich geläutert heraus kommen mag – oder auf ewig verflucht….

  5. Was heißt da, immer der 1. Komm? Es hiess doch gerade erst ich soll an ganz verschiedenen Stellen gleichzeitig sein und immer dann, wenn irgendwer was nicht versteht.

    Sehnsucht habe ich vor allem nach Wiederhall, das zumindest ist jetzt gelungen. Endlich sagst du mal was dich stört, nerone. Und ich würde mir auch mal eine fortlaufende Diskussion wünschen, bei der man mit einem Schlag sagen kann was man zum Thema denkt, nicht immer nur alles brökchenweise, dann dauert das immer so lange.

    Meine Erfahrung ist: Das alles ist solange nur Gerede, solange das Private nicht Politisch ist. Will sagen: Emanzipation muss gelebt werden, sonst existiert sie einfach nicht. Ich freue mich über eine ernsthafte Diskussion. Natürlich bedeutet sie Arbeit. Daran merkt man aber, dass eine echte Transformation stattfindet.

    Hier kann ich immer noch am ehesten sagen, was ich so denke. Und ich lasse euch alle gerne so sein, wie ihr seid.
    Was ich irgendwie nicht ganz verstehe ist, warum man nicht bei nerone anschreiben und gleichzeitig seinen Niagaraurlaub machen können soll. Das eine schliesst das andere nicht aus.

  6. Es gibt leider sehr viele Staaten in denen es einen Unterschied zwischen Recht und Gerecht gibt und die Gerechtigkeit für Frauen ist ein großer Teil davon. Das da in der Vergangenheit einiges Erreicht wurde ist sehr gut und der Prozess ist auch noch nicht fertig. Andererseits kann eine Politikerin/Lobbyistin/Managerin kann genauso wie ihr männlicher Kollege auf anderem Niveau an einen Rechtsstreit gehen als ein Bürger. Das sind aber Dinge die für mich nicht direkt im Spannungsfeld der Geschlechter stehen müssen sondern etwas mit dem Rechtssystem zu tun haben. Und Dinge bei denen wir auf unsere Probleme mindestens genauso kritisch schauen sollten wie auf die Ungerechtigkeit in der Welt.
    Das Männer ein Leben haben das nicht vom Drama zwischen Beruf und Arbeit geprägt ist halte ich für illusorisch. Nur weil jemand tendenziell dazu neigt die Zähne zusammenzubeißen und Probleme zu verschweigen heisst es nicht das es ihm besser geht als jemand der dazu neigt seine Probleme mitzuteilen. Männer kommen genauso verschult aus der Ausbildung wie Frauen und merken ebenso erst in der Praxis was sie mitgekauft haben.
    Gerade das von Dir am Ende angespruchene ‚Selfrepeating History‘ System kann meiner Meinung nur durch persönliche Emanzipation aufhöhren und nicht dadurch das man Gleichberechtigung gegenüber dem jeweils anderen Geschlecht (das man nie komplett verstehen kann) erstreiten will. Der Versuch andere Leute zu erziehen und so zu verändern wie man gerne selbst währe lenkt unglaublich stark davon ab so zu werden und zu sein wie man ist.
    Das hat auch alles wieder sehr viel mit dem oder der gerechten KriegerIn zu tun.

  7. @ Martin, die Frauen hatten schon auch rechtlich gegenüber den Männern aufzuholen, Wahlrecht, Familien – und Eherecht, Gleichbehandlungsgesetze etc…. um Rechtssubjekte im bürgerlichen Sinne zu sein. Und man muß gar nicht besonders ehrgeizig sein, sondern vielleicht nur das anwenden wollen was man eben in der Ausbildung gelernt hat, um schon bald im Dilemma von Berufs-oder Familienorientierung zu stecken. – Frauen aus Kulturkreisen in denen der Abstand zwischen Männern und Frauen noch viel größer ist als bei uns, sind meiner Erfahrung nach besonders diplomatisch und manipulativ im Umgang mit ihren Ehemännern, eben weil es kein freies Gespräch und keine Ebenbürtigkeit zwischen den Geschlechtern gibt, sondern nur Desillusionierung und allmähliche Einübung in die Rolle der älteren Frau, die ihren Mann „zu nehmen “ weiß. Unglücklicherweise aber übertragen diese Frauen die ursprüngliche Idealisierung des Ehemannes („er wird mich glücklich machen“) auf ihre Söhne und projizieren ihren „Mangel“ auf die Töchter, so daß diese psychosozialen Konstellation sich perpetuieren. (Aber das war nur ein ethnopsych.soz. Exkurs.)

  8. Ich halte den Feminismus wie den Maskulismus für Sichtweisen die nach den Unterschieden der Geschlechter suchen. Aus der Sicht der Femninistin ist der Mann ungerecht bevorteilt und als der Sicht des Maskulisten ist die Frau im Vorteil. Man kann beide Seiten zusammenkonstruieren … wobei die Argumentation der Maskulisten sehr viel unverständlicher ist. Aber es bleibt eine unheimlich verallgemeinernde und auf deutliche Grenzziehung bedachte Sichtweise.
    Ich halte es mit der Emanzipation denn die ist für beide Geschlechter da und beschreibt nicht den Zustand eines zusammengedachten Geschlechterdurchschnitts sondern ist eine persönliche Leistung. Wenn ich als Mann lese „sich als Subjekt zu realisieren wie ein Mann“ dann sehe ich darin eine Zuschreibung die es schwer macht sich als Mann zu emanzipieren … grundsätzlich. Und ich finde das sehr viele Zuschreibungen die gerade der Feminismus an ‚die Männer‘ macht es einem Mann sehr leicht machen sich nicht zu emanzipieren. Ist der Ruf erst ruiniert lebt sich völlig ungeniert. Männer sind halt ‚einfach gestrickt‘, ‚denken nur mit einer Hirnhälfte‘ und haben ‚mangelhafte Sozialisationsstrukturen‘ … ja so macht Selbstentfaltung doch richtig Spass. Fehlt nur noch ein Infantilitätsgen … OHH hab ich vergessen RICHTIG wir haben ja ein halbes Gen weniger … das KANN ja nur schlechter sein.
    Wenn ich lese das in der männlichen Karriere Kinder nur als Schreibtischfotos vorkommen dann sehe ich das Argument … aber ist die Wurzel des Problems der Wert den man Kindern in der Gesellschaft zumisst oder der böse Mann der sein Kind in der kinderfeindlichen Firmenwelt besser verstecken kann als die Frau? Ist es erstrebenswert das die Frau ihr Kind besser genauso gut verstecken kann wie der Mann oder reden wir darüber die Firmenwelt weniger kinderfeindlich zu gestalten? In der Firmenwelt sind es aber sowohl Männer als auch Frauen die Kinder schrecklich finden … weil es ein wichtiges Stück Leben ist das einem absolut nach Erfolg strebenden Menschen einfach fehlt.
    Für mich ist Emenzipation der Weg sich selbst zu entfalten … und der jeweils Geschlechterspezifische Ismus der Versuch Geschlechter so stark zu verallgemeinern das man danach sagen kann: Die Anderen.

  9. ja, Nerone, Individuation statt geschlechtsstereotyper Polarisierung. Aber das würde einen freien und aufmerksamen Blick auf jedes Menschlein in der Schule erforden und auch Eltern die ihre Kinder nicht mit Projektionen erdrücken. – Integration der Familienarbeit ins cv und ins Berufsleben für Männer und Frauen; bisher mußte man als Frau das Muttersein möglichst diskret erledigen, wenn man im Beruf ernstgenommen werden und eine Chance auf gestaltende Tätigkeit wollte. In der männlichen Karriere kamen die Kinder nur als Schreibtischfotos vor. – Emanzipation bedeutet ursprünglich Erwerb allgemeiner bürgerlicher Freiheiten und des Rechtes der freien Religionsausübung (z.B. sogenn. Judenemanzipation im Gefolge der Aufklärung im 18.Jh ) – also rechtliche Gleichstellung.
    Emanzipieren muß mann und frau sich ein Leben lang – glaub ich – von Beschützern, Helfern, „Oberen“, die sehr oft Beschränker, Verhinderer, Nutznießer sind. Historisch gesehen ist Emanzipation ein sehr zäher Prozeß mit vielen Rückschlägen und schrecklichen Regressionen, aber auch biographisch gibt es Rückschläge und Versuchungen zur Regression. Was ist „weiblich“ und „mütterlich“ und verdient gesellschaftliche Förderung um sich entfalten zu können? Ist „mütterlich“ sowieso „weiblich?“
    Am christlichen „Personal“ der Anthroposophie (die Marien, die Magdalena, die einzige, die wenigst ein bißchen komplexer sein darf) stell ich beträchtliche Verknappung menschlicher Möglichkeiten fest; da mag ich die Walküren (nun ja: Papa-Töchter), die Nornen, die hinduistischen und sonstigen im Gefolge der Frauenbewegung buchstäblich erst wieder ausgegrabenen Göttinnen doch viel lieber!

  10. Ich glaube tatsächlich, dass vieles noch nicht ohne die kompensatorische Förderungen geht. Ich glaube auch dass die Genderforschung noch einiges zu tun hat. Es geht darum sich aus Traditionen zu lösen, die die Gesellschaft nach wie vor lähmen können. Kanzlerin hin, Kanzlerin her. Ich bin überzeugt, dass heute noch Talente von Mädchen, wie Jungen entsprechend ihres Milieus unterdrückt werden. Das geht im Berufsleben weiter. Es ist bestimmt schon viel erreicht, Ziel sollte aber sein mit großer Gelassenheit die Talente der Menschen unabhängig von ihren geschlechtsspezifischen Zuordnungen einzusetzen. Ein weiterer Erfolg wäre die Einbindung von Geburten und Kinderbetreuung in das Berufsleben von Familien. Das ist keine Forderung nach mehr Staat, sondern der Wunsch, dass Unternehmen „Familienarbeiter“ in Beschäftigung halten und die Kompetenzen, die diese im Fortbildungszeitraum „Erziehung“ erwerben, profitbringend abschöpfen. Belastbarkeit, Zeitmanagement, Gesprächsführung, Konflikterfahren, Kreativität, Spontanität, Reife, Verantwortlich – das steht alles mit drin, wenn im Lebenslauf ein paar Kinder auftauchen. Der Feminismus hat nicht nur den Frauen neue Rollen erkämpft, er hat auch für uns Männer einiges erstritten.

    Hatte das Bezug zur Frage Försterliesel?

  11. Schöner Kommentar FOO (1). Ich bin überzeugt FOO (2) liest das auch gern. Natürlich hast du nicht Unrecht, wenn du deutlich machst, dass FOO (2) hier etwas ganz selbstverständliches auszusagen scheint. Ich habe das aber als biographische Notiz verstanden und das weckt bei mir FOO (3). Die Beziehungskomponente die FOO (2) erkennt finde ich spannend.

    Ich muss allerdings zugeben, dass ich hier auch assoziativ reagiert habe. Feminismus habe ich bisher immer als politische Bewegung erlebt, die die Emanzipation und Gleichberechtigung im Blick hat. Das klingt nach Werten, Ideen und sicherlich klingt es nicht schlecht. Ich lese aus dem Satz heraus, dass sich die Ideen aus einer Bewegung lösen sollte und Teil von Beziehungen werden sollte. Es geht darum Ideen in das Persönliche hinein zu tragen. Für mich drückt sich darin die Sehnsucht nach Bodenständigkeit aus. Nach Bezügen zur eigenen Sozialisation, wenn du so willst.

    Insofern FOO (1) wollte ich FOO (2) hier mal einige Zeilen widmen. Als alter FOO (4).

    Die Lösung für die verwendeten FOOs gebe ich gerne raus. Vorerst dürft ihr raten, was nicht schwer sein dürfte.

  12. Dearezt Commentatorz! What the hell you ara talking all about? I thinka thiz is real Djermanistan Word-dropping! „Metasyntaktische variable“ (not: ‚veraible‘, also interesting!), ’sozialem micro-klima‘, ‚kompensatorischer förderung‘, ’non-genderisierung‘ – wowwowwee! Justa say it normal: Nerone is astonished reading two normal sentences of Annette (Simmette), which hava lida impact. That’s all – in otha timez she writes lotz of non-cognitive bullshit anda her real name is Trollette.
    Sorry Annetty, but I thinka you are sometimes lida bit obsessive in being firzt of giving comments – also in cases you hava nothing to say to the subject! In such moments you ara killing all otha discussionz. So.
    By the way, you guyz: Murat have to give up his harem on 31.12.2008 (new Uribi law) – someone interested in annetty girl? (contact Halim Tzjop)
    Overstreamingz lot, yourz Mat Gundo

  13. tja, ich verstehe Annettes assoziative Anmerkungen auch nicht immer, denk aber daß da viel Sehnsucht durchklingt nach Achtung und nach für voll genommen werden und darnach sich als Subjekt zu realisieren wie ein Mann. Je nach sozialem Mikroklima stehen die Chancen dafür immer noch unterschiedlich und müssen oft erst noch durchgeboxt werden; dafür das analytische und taktische Arsenal des Feminismus.
    Bei den Anthros stelle ich eine – sagen wir mal – geschlechtsbetonende Rollenzuschreibung bei Mann und Frau und schon bei der Kindererziehung fest – die schon im Kontrast zu den nach 68er Bemühungen steht. Ich selbst bin da unschlüssig und unsicher über den Effekt kompensatorischer Förderung, non-genderisierung etc…..aber auch gegen gender-druck: verträumte Knaben sollens sein und bleiben dürfen und Mathematikerinnen nicht in die Küche gedrängt werden.
    Wie sieht das Annette ? Wie sieht das Nerone?

  14. Was hat Dich denn da beeindruckt?
    Das erste ist eine Platitüde: man weiß nur, was dunkel heißt, wenn man weiß, was hell ist, man weiß nur, was oben heißt, wenn man weiß, was unten heißt…

    Entsprechendes gilt für den zweiten Satz.
    Du kannst statt des Terminus Feminismus eine metasyntaktische Veraible setzen (s. http://en.wikipedia.org/wiki/Foo):

    foo gibt es immer nur im Kontext mit anderen Menschen, er ist seiner Natur nach Beziehung zu anderen.

    Der erste Satz lautet dann
    […] nur wenn man weiss, was foo heißt, weiß man auch, was Nicht-foo sein kann.

    Kann es sein, dass Du gesagt hast, dass Du Foo-ist bist?

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