Selbstreferenzielles

Wozu hat man Freunde. Ich kann auf den Kommentar von Julio nicht verzichten. Es erscheint mir durchaus sinnig darauf hinzuweisen, dass ein Beitrag die Überschrift und die Leitlinie für auszutauschenden Gedanken anbietet. Und ein Blog sollte immer auch den Regeln des Hausherrn folgen. Was aber, wenn der Hausherr sich über die Regeln nicht mit sich selbst einig ist?

Vielleicht, ließe sich der Hinweis hier einbringen, dass diejenigen, die lesend und kommentierend in Blogs herumgeistern und Anknüpfung für die eigenen Themen suchen, sich soweit gedulden sollten, bis der Anbieter sich des Themas an nimmt. Oder eben privat an den Blogger heran treten. Oder aber einen eigenen Blog aufbauen und darin Tagesbezüge schaffen, die sicher nicht ignoriert werden, wenn sie die Themen berühren, mit denen andere Blogs sich beschäftigen. Alles andere ist wirklich ein bißchen „Troll“. Dazu gibt es natürlich die alte Weisheit: „Don’t feed the Troll“.

Abgesehen davon bin ich tatsächlich unsicher, wie ich mit der Sache umgehen soll, dass ich ja durchaus bereit bin, Kritiker wie Lichte, etc. zu Wort kommen zu lassen und deswegen vermeiden wollte ihn in der Sache zurück zu weisen. Auch um ewige Argumentationen zu vermeiden, warum es doch Bezüge hätte und so weiter – eine endlose Debatte also.

Es spielt aber noch etwas mit hinein. Ich mache den Blog seit bald einem Jahr. Das Thema interessiert mich nach wie vor und es bleibt immer irgendwie aktuell. Allerdings verliere ich die Lust alles Diesbezügliche zu kommentieren. Um ehrlich zu sein langweilt mich auch diese ständige Interpretationsschlacht, die nirgendwo hinführen, außer zur Darstellung der eigenen Befindlichkeit in Bezug auf dieses und jenes rund um das Thema. Befremdlich empfinde ich die Aufrufe zu Statements bezüglich diesem und jenem. Wenn ich nichts dazu sage, dann denke ich auch nichts dazu. Oder zu Personen. Oder zu Lagern. Abgesehen davon, dass ich solche Fragestellungen langweilig finde, bin ich nach wie vor bescheiden genug mich nicht allzu wichtig zu nehmen.

Was wichtiger ist als sich das grauerhupfel vielleicht vorstellen kann, ist mir die Wahrnehmung unter meinen Bloggerkollegen und anderen Spezialisten, die sich an diesem Blog beteiligten, da wir auch über Qualitäten, Möglichkeiten und Zielsetzungen der Disskusionskultur in Weblogs unterhalten haben, unabhängig von dem Themen: für mich oder gegen mich, Anthro oder Guru, Dawkins oder Kerner. In dieser Weise ist Lambings Einwand richtig und wichtig. Für mich. Für eine Verschwörungstheorie taugt dessen Einwand also kaum, ist ein eigener Weblog und die entsprechende Öffentlichkeit doch nur drei Klicks entfernt – auch für grauerhupferl. Der Aufruf nach redaktioneller Moderation ist sicherlich auch eine scharfe Kritik, letztlich aber für mich auch ein Hinweis darauf, dass eine gewisse Qualität vermisst wird. Vermissen kann man aber nur das was man gewohnt ist. Insofern: danke dafür.

Ein Jahr mache ich das nun. Was mich noch langweilt: Irgendwie kann ich nicht davon lassen, andererseits bewegt sich das Karussel im Netz so schnell, dass man sich fragt, wie man sich überhaupt den Inhalten widmen soll, wenn ständig nur Meinungen abgefragt werden. Der Trend hier auf dem Blog hier geht tatsächlich hin zum Statement, weg von der (meiner persönlichen) intensiven Auseinandersetzung mit den Inhalten. Ich muss mir überlegen, ob ich diese Plattform in der Form noch weiterführen will und kann. Nicht zuletzt, weil ich glaube, dass Julio mit dem Hinweis auf die redaktionelle Arbeit recht hat, ich aber nicht glaube das leisten zu können. Vielleicht brauche ich auch einfach eine Verschiebung der Inhalte. Oder ich lasse grundsätzlich keine Kommentare zu. NWA macht das ja auch. Ich könnte dann noch so einen schmierigen Satz, von wegen: Ich bitte um aller Verständnis! daneben pinnen und gut ist…

Das mit der Langeweile ist so eine Sache. Ich kann einige Kreischlüsse, die sich ergeben kaum noch ertragen. Ich wünschte mir die Kritik fände ein Forum, dass in etwa so aufgebaut ist, wie das von NWA, nur dass es Kommentare erlaubt. Gronbach tut das. Er ist sich nicht zu fies für Kommentierung (Rheinländer eben). Das Gespräch lässt er zu. So etwas für die hier auftretenden Anthrokritiker würde ich begrüßen. Ein Blog der ein wenig auf der Höhe ist und mit dem man sich zanken kann und der vor allem eigenen Kontent generiert und dann gerne kommentierend vorbei kommen kann und sich auf das beziehen, was er so gesagt hat. Kommt aber nicht. NWA will nicht, Herr Lichte hat dafür keine Zeit, grauerhupferl ist auch anders unterwegs. Also kommen sie alle zu mir und befürchten ich ließe mich kaufen, wenn ich anders handel, als sie sich das so vorstellen (mal ganz verkürzt dargestellt). Auf der anderen Seite gibt es wenig neues in Anthroland. Ich habe zwei drei Vorlieben, Leute wo ich etwas erfahre, was ich neu finde, gelange aber meistens in diese Steinerinterpretationen rein, die von einem Müssen und einem Sollen eingekreist sind.

Die Bloggosphäre bleibt aber spannend und ist viel bunter, als das Einerlei bei nerone. Ich habe schon mal darüber nachgedacht umzuziehen, mein Diskussionsforum mit einer Stadtwohnung mit Ausblick umzutauschen, häufiger in Vorlesungen zu gehen, mehr Bücher zu lesen, mehr Dinge zu denken. Mal schauen. Nach der Geburtstagsparty denke ich darüber nach.

So weit, so gut.

12 Antworten

  1. Dearest lovely Nerone,
    you hava gotta a whole zoo here Greyjumper Swanysomething and Greygretele wow threatened species tryin to survive the cold winter, one click away on uribistan Daily we hava pre winter prophylactic depression party.
    Anyway what do they eat these zoological uniquily specified animals.
    I thinka you are doin a good job bringing all sorts ofa peoples togetha, buta it isa this djerman fanatism abouta left and right, above below, no or yes, readin right and wrong….
    this isa hella a lot ofa waste ofa energy.
    Anyway keeep writin and be tough, tella thema straight. Quiet or walk through the next click, send them to us we willa take care of this weirdos. A bit of Kamel Sutre, Music, Camel ridin and bong tree flowers…
    Magash! You see i always hava to advertise myself goin off the red thread, I ama no betta…
    Yours Uribi fränd Murat

  2. Die Frage nach dem „Erkenntnisgewinn“, den man über Blogs generieren kann, ist natürlich wichtig. Sie hängt aber mit dem zusammen, was man will. Ich habe früher für die Schublade geschrieben, da gab es keine Resonanz (wie auch). Jetzt besteht die Möglichkeit einer Erweiterung – durch Einwürfe, Kommentare und auch Kritik. Diese Möglichkeit impliziert natürlich, dass man genauer schreiben muss, da man sich der unmittelbaren Kritik gewiss sein kann, wenn etwas nicht stimmt. Das wiederum verbessert die Qualität der eigenen Beiträge schon im Vorfeld.

    Im allgemeinen glaube ich, dass „gute DIskussionen“ in Foren oder Blogs sehr selten sind. Das passiert, aber leider ziemlich wenig. Ich bin manchmal überrascht, welche Beiträge überhaupt kommentiert werden und welche nicht oder belanglos.

    Die Formel „Don’t feed the troll“ funktioniert m. E. in einem Forum nur sehr begrenzt. Irgendeiner sieht sich immer gezwungen, zu widersprechen (manchmal muss man das) und schon erreicht der Troll sein Ziel: Widmung. Die Löschtaste ist da besser. Nicht angewandt mit dem Duktus „das ist hier meine Wohnung“ (das wirkt immer ein bisschen hilflos), sondern als rein sachliche Entscheidung. Eine Zeitungsredaktion veröffentlicht auch nicht jeden Leserbrief.

  3. Hallo Georg,

    ja – ist das Fell dick genug? Dicht gefolgt von dieser Frage ist die Frage: Welchen Gewinn haben die zur (eigenen) Reflexion gebotenen Inhalte und die folgenden Kommentare überhaupt noch für den Betreiber? Wenn also nach und nach dieser Gewinn z.B. in Form von Erfahrungs- und Informationsgewinn beginnt abzunehmen und oder hinter der Polemik nicht mehr (zumindest für den Betreiber) sichtbar wird, dann ist es vielleicht Zeit die Koffer zu packen. Das ist so in etwa die Stimmungslage.

    Aber es stimmt durchaus: Man kann restriktiver mit der Löschtaste umgehen. Vielleicht eine Übung, die ich mal angehen sollte – in Zukunft. Wie so Persönchen wie grauerapfel beweisen, ist es sowieso egal was man mit deren Beiträgen macht. Kein Gewinn, kein Verlust.

    Das mit dem Blog ohne Kommentarfunktion sehe ich ähnlich. Aber eine restriktivere Plattform wäre eine Alternative. Und auch einfach mal Thema wechseln.

  4. Ich versuche, mich losgelöst von der Aktualität dieses Blogs zu äussern – bitte also um Nachsicht, wenn ich ein bisschen ins Räsonieren kommen sollte.

    Dieses Blog hier ist mehr oder weniger ein Themenblog (Anthroposophie). Man mag dazu stehen, wie man will. Man kann es gut finden oder schlecht finden. Die Frage ist, was der Blogbetreiber mit seinem Blog beabsichtigt. Möchte er einen Gedankenaustausch von mehr oder weniger Gleichgesinnten oder ist er offen für Kritik, die dann bis zur Beschimpfung geht? Was tun bei „Blog-Wars“? Ist das Fell dick genug?

    Meine Entscheidung wäre bei einem Themenblog: Kritik in den Kommentaren ja. Aber bitte immer streng zum Thema. Und nie redundant. Ein Beispiel, was ich damit meine: Wer Fussball für langweilig, öde, stumpfsinnig und volksverdummend hält, kann dies vielleicht einmal als Kommentar auf einem Fussballblog loswerden. Aber nicht bei jedem Beitrag. Bei jedem Live-Bloggen ein „bäh“. Das ist kindisch. Hierfür haben die Bloganbieter die Löschtaste angeboten. Man sollte und kann sie nutzen.

    Eine These von mir: Ein Blog ohne Kommentarfunktion ist kein „richtiger“ Blog. Das ist eine Webseite. Kommentare sind essentiell. Nicht für alle, aber sie gehören m. E. zum Wesen des Blogs. ich lese keine Blogs, deren Beiträge ich nicht zumindest theoretisch kommentieren kann (ausser den „Bildblog“, der streng genommen für mich keiner ist).

  5. @ Nerone: Heißt das, daß das verrottete Plätzchen da oben, das verzweifelt nach Aufmerksamkeit schreit, hier jetzt endgültig den Abgang machen darf? Fein, er macht ja eh nur die Masche hier weiter, die der Leuchter gestern vorexerziert hat. (Zufälle gibt’s…) )Und wenn du schon dabei bist, dann räum doch gleich die Nachfolgerpseudonyme auch aus dem Weg.

  6. Bei der ganzen Situation darf man meiner Meinung nach die Kommentare in einem Blog nicht überbewerten.
    Den Anfang macht der Artikel der für sich alleine steht. Es folgen dann erst Meinungen, Hinweise und manchmal auch Streitereien. Der Leser nimmt dies innerhalb einer recht kurzen Zeit auf und bemerkt sehr schnell wenn sich eine Diskussion innerhalb von wenigen Kommentaren in eine völlig andere Richtung als der Artikel katapultert.
    Viele Leser lesen überhaupt keine Kommentare. Und viele lesen schon nach dem ersten Kommantar der nicht mehr mit dem Ursprungspost zu tun hat weiter.

    Das destuktive Spiel eine Diskussion innerhalb kürzester Zeit vom Thema abzubringen ist unheimlich simpel. Aber es ist auch genauso simpel zu durchschauen. Die Ausrede man habe keine Zeit für ein eigenes Blog während man in anderen Blogs ein unglaubliches Sendungsbewusstsein an den Tag legt ist mehr als durchsichtig. Es zeugt davon das man um die Dynamiken der Forentrolle bestens informiert ist und selbst biitte nicht selbst davon betroffen sein möchte. Im schlimmeren Fall hat man gar nicht richtig viel zu sagen und kennt nur tausend Wege um von jedem beliebigen Thema zur Feststellung zu finden: Antro = Rechts. Und mit so simplen Sachverhalten kann man natürlich keinen interessanten Blog aufbauen.

    Ceterum censeo Carthaginem esse delendam

  7. Julio,

    „ich bin zwar “nur 3 Klicks weit entfernt“, aber ich hoffe nicht, daß du jetzt aus Rache Meinungsklone wie “Sebastian”, “Josef”, “grauerhupferl” etc. zu mir rüberschicken willst.“ – keine Sorge, so war es nicht gemeint.

    Damit grauerhengst es auch mal kapiert: Gerade sonne wie ihm empfehle ich einen eigenen Blog und eine feine Internetidentität. Und wenn Sebastian und Josef noch an ihm dran hängen, dann sind sie schon zu dritt. Ich frage mich ehrlich gesagt, wann ich dem grauenzopf mal auf die Füße getreten bin? Naja, jedenfalls ist ist der grauekarl off. Ich lass ihn hier zu Museumszwecken mal stehen…

  8. Sehr gute Reaktionszeit, Kameraden!

  9. Dazwischen kam nun schon ein wenig Peitsche. Naja … Verschwörungstheorien gehören auch immer dazu, geht einfach nicht ohne.

    Gronbach zensiert auch schon Hau. Gehört der auch dazu?

    http://anthronrw.blogspot.com/2007/10/anthroposophisches-kriegsgerede.html

  10. „…diesen technisch toll organisierten und sehr offen strukturierten und dialogischen blog aufzuziehen.“

    Sagt, wer dazu aufruft, den offen strukturierten Dialog aber doch biitte in den Grenzen des Wohlgefallens guter „Freunde“ zu halten.

    Schwarzwald ist gut, ein bleibendes Thema. Mutig darauf beschränken und das alsbald redundante meiden, schon ist die „Freundschaft“ noch viel größer.

    Das ist das Zuckerbrot …

  11. Hey Nerone,

    ich bin zwar „nur 3 Klicks weit entfernt„, aber ich hoffe nicht, daß du jetzt aus Rache Meinungsklone wie „Sebastian“, „Josef“, „grauerhupferl“ etc. zu mir rüberschicken willst. So unhöflich war ich jetzt auch nicht.

    Der Aufruf nach redaktioneller Moderation ist sicherlich auch eine scharfe Kritik, letztlich aber für mich auch ein Hinweis darauf, dass eine gewisse Qualität vermisst wird. Vermissen kann man aber nur das was man gewohnt ist.“

    Yepp, es wäre schade, wenn du anderes annehmen würdest. Ansonsten: Wo ist das Problem? Wer Threads zweckentfremdet, wer Plattformen für die eigene immer gleiche Propaganda sucht, wer denunziert, kriegt eins auf die Finger. Egal, ob das ein Waldorfkritiker Andreas Lichte oder andere sind. Egal, welche Zwecke ihrer Meinung nach jedes Mittel heiligen.
    Wenn du eine gute, eine treffsichere Kritik an der Anthroposophie willst, dann setzt den Diskussionszombies Grenzen. Denn sonst glauben sie wirklich, dein Blog sei ein Abenteuerspielplatz auf den sie aus Zorn alles hinrotzen können, was ihnen gerade auf der Zunge liegt. Und mach dir keine Illusionen: keiner derjenigen Anthrokritiker, die du wirklich gerne mal bei dir hättest, wird kommen, um sich auf deinem Blog von den Zombies die Hand schütteln zu lassen. Die sind ja nicht blöd: Da bliebe was hängen.

    So jetzt geh ich Resident Evil3 anschauen.

  12. Naja, in der Therapie-Diktion verbleibend: Dein Blog ermöglicht so frei aufsteigendes, hereingewehtes Material zu sammeln, manches davon ist interessant, vieles doch bald redundant. – Deine Novelle in bisher 5 Fortsetzungen, in altertümelndem Ton und Fußmarschtempo zeigt wie viele Talente Du noch hast, außer großer Geduld, Offenheit, Unängstlichkeit und den skills diesen technisch toll organisierten und sehr offen strukturierten und dialogischen blog aufzuziehen.

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: