Eine der derzeit doofsten Diskussionen

in der Anthrosphäre überhaupt, ist jene über Helden, Krieger des Lichts, das Gute gegen das Böse, weil die Lichtkrieger am Ende nichts zu beweisen haben und wo sind sie eigentlich?

Eine kleine Anekdote: Auf Familienpartys von verschiedenen Tanten und alten Cousinen nach dem Beruf befragt, sagte er wahrheitsgemäß: Innenarchitekt. Die Damen um ihn herum stießen regelmäßig spitze Schreie aus, wenn sie das hörten – er sollte es langsam besser wissen – und bekundeten: Das ist aber interessant! So mit Stoffen und so. Wahnsinnig kreativ! Weist du was – ich wollte das auch immer mal werden.

Er wandte sich dann immer, einige Entschuldigungen stammelnd ab, suchte verzweifelt nach dem nächsten vollen Glas Sekt und stellte sich dann meist rauchend direkt neben das Tablett mit den Kelchen, um dem Treiben scheinbar  unbeteiligt zu folgen…

63 Antworten

  1. Hallo Herr Lichte,

    an dieser Stelle stand Ihr Kommentar. Da ich den Bezug nicht klar erkennen konnte, weder zur Diskussion, noch als Ergänzung zu Försterliesels Kommentaren, habe ich den Beitrag erst mal beiseite gelegt. Wenn sie mir den Bezug verständlich machen können, dann kann ich den Kommentar jederzeit wieder frei geben.

    Ach so, ich würde bevorzugen, wenn Hinweise und Begründungen, die sich anderer Quellen bedienen einfach verlinkt würden, oder kurz zusammengefasst. Ich finde es eher schwierig kopierte Texte von anderen Seiten in Originallänge hier zu platzieren.

    Das war diesmal zwar nicht der Fall, aber mein Filter hatte letztens so ein Ding abgefangen und ich hab mich entschieden es draußen zu lassen. Ich wollte das nur mal erwähnen.

  2. Stimmt, ganz schön geduldig …

    wie wär´s denn mal mit nem Namen, liebe Försterliesel?

    (ich hab auch garantiert keinen Pitbull und bin auch kein Waffenfetischist wie Sebastian Gronbach)

  3. Lieber Nerone, Du Geduldiger!
    Das wär aber eine übergroße Visitenkarte!
    Generationszugehörigkeit, Sozialtypus und Nicht-Anthro-Amtsträgerschaft sind hiemit klargestellt, da wirds keine weiteren Anfragen geben. – Bei „Rudolf Steiner Sphäre“ http://www.rudolf-steiner.de findet sich ein sehr interessanter Text „Geist ist geil“ und darauf, was NWA2 zu NWAs „Schlachtrufe und Hilferufe“ sagen wird, bin ich auch schon neugierig! Hab eine gute Woche und lieben Gruß!

  4. Liebe Försterliesel,

    ich danke dir für deinen umfangreichen Bericht. Ich werde ihn für dich als so eine Art Visitenkarte weiterreichen, wenn mal wieder jemand nach deiner Identität fragen sollte.

  5. lieber Nerone,
    nun aber schluß mit den Subjektivismen aus meinem multi kulti Alltag und zurück zur großen Klarheit. Wo sind die Guten, wo sind die Bösen? Für wen darf man Daumen halten, für wen nicht – da wir dabei mit den goatz das Sofa teilen, können wir auch nicht viel Schaden anrichten. Aber wir können uns empören und berauschen und großartige Gefühle erleben: direkt hinterm Weltgeist im Sattel sitzend wie einst bei Papi auf der Vespa.
    Der multi kulti Alltag mit intermingling statt Integration ist verwirrend und anstrengend, Rassen werden keine Rolle mehr spielen, sagt Steiner, naja das denke ich auch, aber noch führen die Rassismen Rückzugsgefechte, deren Ende noch nicht absehbar ist.
    Soll Murat mit allen Frauen hier wie gewohnt leben können oder nicht? Bekommt er eine Übergangsfrist zur Akkulturation? Was wird aus den Frauen? Warum eigentlich Akkulturation wenn er die Frauen ohnehin nett behandelt und auf die eine mit der Brille so besonders stolz ist? Gibt Murat den Frauen das viele Kindergeld oder geht er damit in den Spielsalon an der Ecke wo früher die schwäbische Weinstube war in der die Papas den Wochenlohn vertranken? Wer redet mit Murat und fragt ihn warum er gekommen ist, was er hier besser findet und ob er bereit ist es mitzuunterstützen ?

    Nein Felix, ich grabe nicht im Info3 Archiv nach abgelegten Positionen. Wir ändern uns eben -die Saudi Hilfe 91 war überlegt, und Ihre anti-revanchistische Position von 2001 vernünftig. Soll nun der Iran angegriffen werden ? Vorletzten Winter machten der Mann und der Sohn einer Freundin eine Reise in den Iran, auch ins Landesinnere, mit einheimischen Fahrern, organisatorisch unterstützt von unserer Botschaft. Zur gleichen Zeit gab es eine Geiselnahme, mit Ultimatum, schreckliche Angst die aufgehetzte Bevölkerung würde Fremde angreifen. Mann und Sohn waren telefonisch nicht erreichbar, in einer kleinen Wüste, streichelten Kamele, sorglos, erlebten die besondere persische Gastfreundschaft. Am liebsten wäre der Sohn noch viel länger geblieben: diese tollen Feste und diese tollen, gescheiten Mädels mit den tollen Sonnenbrillen in der Stadt! Nur aufgrund eingehender Berichte und Studien über Militär, Wirtschaft, Zivilstrukturen etc kann man sich vorstellen warum das gegenwärtige Regime sich noch hält.

    Dank Barbara 1 las ich auf NWA „Schlachtrufe und Hilferufe“ und folgte dem link zum Artikel von Herrn Stadler; Info 3 hatte ich nicht gelesen. Nun diesen Artikel mochte ich auch nur bis unters Zitat von Katharina Rutschky (mag ich ! hat auch einen Hund und schreibt sogar daüber) lesen und nicht weiter: zwar ist ja nicht alles falsch was er sagt, aber doch mit Verlaub sehr miefig. Nun versteh ich auch Herrn Dr.Heisterkamp besser und hake für mich Info 3 ab.

  6. Nett dich kennen zu lernen Försterliesel.

  7. Noch ein kleines Bild, denn ich seh ja den Wald vor lauter Bäumen nicht und den Weltgeist seh ich auch nur als Globalisierung.

    Zur Zeit, der Hund ist erwachsen geworden und ich grauhaarig, leben wir wieder in einem schäbigen Haus, wieder glücklicherweise oben. Unser unmittelbarer Nachbar rechts ist Perser und Koch in einem Panjab-Restaurant, er trinkt gern und lebt diese besondere, anmutige persische Freundlichkeit. Seine Mitbewohnerinnen wechseln häufig. Auf der anderen Seite wohnen zwei Studentinnen aus Istanbul; sie verachten die anatolischen Zuwanderer, die in Instanbul und die hier bei uns. Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses der letzten Wahlen in der Türkei gabs bei ihnen wie immer Gäste und eine lautstarke Schlägerei.
    Letzte Woche holte die Rettung eine verletzte Frau und die Polizei den dazugehörigen Mann.
    Zweimal gabs schon eine Razzia, außer uns gibts nur noch 3 Einheimische, eine 95jährige Frau und eine junge Frau auf Substitutionstherapie, die mt einem Südafrikaner verheiratet ist. Gefunden wurde nix. Viele türkische KInder haben bei mir zum erstenmal einen lieben Hund gestreichelt, unvergeßliche Freude! Von türkischen Frauen bekommen wir manchmal Häppchen zugesteckt, denn als ich einen türkischen Mann, der auf der Straße seine Frau prügelte zur Rede stellte, wollte der mich auch verprügeln, der Hund verbellte ihn und die Frau konnte sich unterdessen in Sicherheit bringen. „Das ist ein guter Hund“ auf türkisch sage ich täglich mehrmals und wenn ich als „Alte mit dem Hund “ beschimpft werde, schafft ein würdevolles „Schämen Sie sich!“ auf Türkisch sofort Ruhe und Respekt. Weiter unter wohnen türkische Jungs mit einem schwarzen Pitbull; ich frage immer freundlich nach Impfungen und seinem Befinden, denn man sieht hier viele, viele junge Pitbulls, aber kaum je einen alten.
    Ganz unten, die Fenster sind verklebt, wohnen Chinesen. Viele, manchmal mehr, manchmal weniger. Die Hausmeisterin, seit über 30 Jahren hier, fuhr extra zu Milosevic Begräbnis nach Pozarevac. Die alten Frauen aus den städtischen Sozialwohnungen rundum beklagen sich über Schmutz und Lärm, aber hier war immer ein armes Viertel mit vielen Kindern. An den Sommerabenden strömen alle aus den miesen Wohnungen an die Luft, ins Freie, es ist schrecklich laut bis 2 Uhr früh, aber auch unglaublich dynamisch. Wenn ich mit dem Hund im angrenzenden Villenviertel – hinter der Waldorfschule – spazieren gehe, bin ich wie in einer anderen Welt. Paris war schon in den 70ern so und London auch.

  8. 2001 wohnten wir in einem ziemlich heruntergekommenen Haus in dem viele türkische und serbische (die meisten davon aber Roma) Familien lebten. Die türkischen Männer arbeiteten,
    die Roma lebten von Sozialhilfe und Hehlerei. In unserem Stockwerk (ganz oben, Wohnungen etwas teurer, so genau verläuft soziale Segmentierung!) lebten nur türkische Familien, der Hund war noch Welpe und wurde von den meisten gern gestreichelt, zwei junge Männer hätten sehr gern einen Pitbull gehabt, weil ihre Frauen sich vor Hunden fürchteten, mußten sie drauf verzichten und verwöhnten gern unseren (kein Pitbull) mit Häppchen. Man borgte sich gegenseitig manchmal Werkzeug, gab sich Tips für die Autoreparatur, wenn ein neues Baby kam gabs von mir rosa oder blaue Schuhchen – gute Nachbarschaft also. 9/11 aber waren sie begeistert: wir haben es den Amis gezeigt! Auch die Serben (bzw.Roma) begeistert: wir hatten auch eine offene Rechnung mit Amerika! – Weil die vielen kleinen KInder eigentlich nur im Stiegenhaus Platz zum Spielen hatten und ich dort – in den unteren Stockwerken – wiederholt Injektionsspritzen gesehen hatte, holte ich Drogen-Sozialarbeiter ins Haus, nicht die Polizei. Am Ende einer verregneten Osterwoche tropfte es morgens von den Zimmerdecken: am Dachboden war jemand auf die Balken geklettert und hatte direkt über unserer Wohnung Dachziegel entfernt. Wir beschlossen dann rasch auszuziehen.

  9. Lieber Felix,
    die Gruppen der Studentenbewegung waren damals gegen Khomeinis Rückehr gewesen; unsere kleine – informelle, von linken Positionen schon etwas gelangweilte – Freundesgruppe meinte man solle traditionelle für die Familienstruktur der Bevölkerung wichtige religiöse Instanzen nicht verbieten; die Beschämung kam schon sehr bald mit der ersten neuen Flüchtlingswelle und deren Berichten von Folterungen. Seither beobachte ich Reislamisierung und auch meine eigene Neigung zur Sympathie mit Vormodernem sehr kritisch.

    In Bosnien (Bogumilen, eine liberale Tradition mit winzigen, poetischen, Resten von Naturreligion) war die Reislamisierung völlig von Westeuropa, seinem Unverständnis des Konfliktes und von der aggressiven Haltung der Orthodoxen (und der teilweise ähnlichen der katholischen Kirche, mit Ausnahmen: die in Bosnien stark vertretenen Franziskanerund manche kroatische Bischöfe) verschuldet. Dazu ein Bild: Im ersten Kriegsjahr, der bewaffnete Konflikt hatte sich etwas nach Süden verzogen, die Kroaten aus der bosnischen Saveebene flohen nach Norden, ebenso die Muslime, aber auch schon aus den etwas südlicher gelegenen Orten. In einem ärmlichen Vorort von Zagreb war – blitzschnell – eine Moschee erbaut worden. Mit Saudi-Geld wurde gemunkelt. Wir fuhren hin und sahen eine kleine Moschee auf der Wiese, mit hellem Marmor verkleidet, einer Art Stufenterrasse rundum , auch alles heller Marmor, innen eine Bibliothek, dunkles Holz, dunkler Samt und Teppiche, ein Büro mit einheimischer, in diesem schrecklichen Balkanblond gefärbter Pressesprecherin. Die war noch nicht lang „Kirchenangestellte“! Aber rundum, auf der Terrasse, auf der Wiese: hunderte Flüchlinge, Verletzte, mit nichts, die hatten nur ihr Leben retten können, hatten keine Aufnahme in die (durch die schon ein Jahr dauernden Kriegsgeschehnisse überfüllten Spitäler der Stadt und wegen der mangelnden Bündnispolitik fehlenden anderen ärztlichen Einrichtungen für diese Flüchtlinge) gefunden.

    Als Grosny zusammengebomt wurde war auch keine unterstützende Demo (ein symbolischer Akt, nicht mehr!) zusammenzubekommen; die Proteste des Westens waren feig und schäbig.
    Nun sind wir mit im Krieg sozialisierten jugendlichen Flüchtlingen und Asylwerbern aus Tschtetschenien konfrontiert, die schon als Kind alles gelernt haben was ein Krimineller können muß. Tschetschenische Flüchtlinge lernen sehr schnell Deutsch und die Frauen – tschetschenische Frau sein ist nicht lustig! sie müssen auch ein Kopftuch tragen, aber nur ein kleines das den Scheitel bedeckt: daher die balkanblonden Mädels mit winzigen fake Dolce&Gabbana Tüchlein oben und schrillem, engem tenue weiter unten – also die Frauen erzählen. Aber es gibt auch fromme tschetschenische Familienväter, mit russischen technischen Studienabschlüssen, Islamgelehrte die jeden Tag um 4 Uhr früh für ihre Gebete aufstehen und deren Spiritualität überzeugt.

  10. Liebe Liesel,

    Amerika ist also an allem schuld. Auch an diesem vermurksten Irakkrieg (von dem anfänglich doch die meisten Europäer gehofft hatten, er würde die Situation im Nahen Osten regulieren und stabilisieren).

    Ja – nur hoffen allein bringt eben nichts.
    Das Irak-Fiasko war vorhersehbar – und zwar auch ganz unabhängig von angeblich oder tatsächlich nicht vorhandenen Nachkriegsplänen der US-Administration.
    Was nötig gewesen wäre, ist eine entschlossene, einstimmige Haltung der vielbeschworenen „Weltgemeinschaft“; die Koalition der Willigen war für die Mission „Friedensordnung“ nicht ausreichend.
    Und trotzdem: Ich freue mich immernoch beinahe jeden Tag darüber, dass eines der brutalsten und die Krisenregion Nahost destabilisierendsten Regime ever endlich hinweggefegt worden ist – und zwar in einem beachtlich kurzen und opferarmen Feldzug.

  11. Liebe Liesel,

    Khomeini war aufregend und ein gewisser Tabubruch.
    Damals hatten wir alle bereits umfangreiche Arbeiten über politische Bewegungen verfaßt, aber das machte uns nicht vorsichtiger oder klüger.

    Das interessiert nun mich brennend: Ich entnehme Ihren Worten, dass Sie sich heute – nach dem, was ich von Ihnen lese: berechtigterweise – für klüger halten. Wann gab es den „Einstellungswandel“ und wodurch wurde er „initiiert“? Gab es irgendein spezielles Ereignis?

    Mir ging es nämlich ganz ähnlich. Ich habe 1991 noch zu denen gehört, die den Untergang der Welt vor sich sahen, als die USA Saddam kriegerisch zum Rückzug aus Kuweit zwingen wollten. Und ich habe selbst 2001, nach den WTC-Anschlägen, noch eine individualistisch-pazifistische Position gegen „unüberlegten Revanchismus“ der USA eingenommen (das gibt’s sogar bei info3 noch online ;-); ich stehe zu ehemaligen Peinlichkeiten).

    Mein Aufwach-Erlebnis fand erst kurze Zeit später statt. Es war die Geiselnahme durch tschetschenisch-islamistische Rebellen im Moskauer Theater, die bei mir einen 180°-Wandel meiner kompletten Weltsicht losgetreten hat, weil ich mich – ausgerechnet in diesem Fall (der aufgrund der russischem Tschetschenien-Politik besonders komplex ist) – plötzlich vor das Phänomen gestellt fand, nicht mehr „mensclich nachvollziehen“ zu können, was die Geiselnehmer taten und keine andere Lösung sah, als das Theater zu stürmen – koste es, was es wolle (auch Menschenleben).

    Und nun sind wir wohl schon mitten drin, in der „konkreten“ Debatte? 😉

    Herzlich,
    Felix

  12. Ich bin mit dem „Mut zur Unterscheidung“ sehr einverstanden. Der Grund warum Achmadinejad und Bush für mich vergleichbar sind ist das beide Repräsentanten einer Machtelite in einem Land sind dessen Bewohner größtenteils andere Werten für richtig und gut hält als die Elite die sie repräsentieren. Wenn wir von den Amerikanern reden neigen wir dazu sie mit dem was wir von ihrem höchsten Repräsentanten halten zu vermischen … und wir tun ihnen damit unrecht. Genauso unrecht tun wir den Iranern, Irakern, Israelis und auch uns Deutschen wenn wir uns als von unseren Repräsentanten hinreichend korrekt vertreten beschreiben würden.
    Für mich gibt es keinen guten Krieg, das ist im Gegensatz zu den Gründen beängstigend einfach. Krieg kommt von kriegen wie in ‚das krieg ich‘ und ‚das krieg ich auch noch‘. Wir nehmen uns was uns nach unserem Selbstverständniss gehört und wenn uns jemand daran zu hindern versucht dann ist er böse. Wir sind auch nicht mehr in der Lage auf das zu verzichten was uns nach unserem Verständniss schon gehört auch wenn das Andere anders sehen.
    Und da liegen für mich die Gründe für Krieg. Zerschmieße ich eine Scheibe dann erzeuge ich damit Wachstum, es sei denn die Scheibe wird nicht wiederaufgebaut. Zerstöhre ich mehr dann ist mehr Wachstum möglich. Wachstum ist auch dadurch möglich das ich mir Resourcen aneigne und durch Fortschritt möglich. Da Wachstum durch die vorherrschenden ökonomischen Regeln als zwingend erforderlich diktiert wird (da sonst der vollkommene Kollaps droht), bleiben etwa diese drei Möglichkeiten. Aber im Gegensatz zur akzeptierten Lehrmeinung das Fortschritt und Weiterentwicklung nur durch den Wachstumszwang erzeugt wird bin ich der Ansicht das Fortschritt und Weiterentwicklung die menschlichste Form ist dem Wachstumszwang zu genügen. Die Alternative heisst das wir etwas kriegen müssen. Als Müsliesser bin ich der Meinung das der Mensch nicht gezwungen werden darf sich weiterzuentwickeln und schon gar nicht durch ökonomischen Zwang der als einzige Option dazu Diebstahl anbietet.
    Für mich ist es für das Verständniss wichtig dahinterzukommen warum wir ein ökonomisches System haben das so wenig Vertrauen in den persönlichen Wachstumswunsch des Individuums hat. Zum Verständniss es anders zu machen und nicht um sagen zu können wer dafür Verantwortlich ist.
    In diesem ganzen Schlamassel verbirgt sich auch noch das Problem das der meiste Diebstahl nicht an Menschen verübt wird die sich wehren können sondern an der Natur. Das wird irgendwann unweigerlich dazu führen das die Natur so weit bestohlen wurde das nichts mehr existiert das keinen Besitzer hat oder von Menschen umgeformt wurde.

  13. Vignette
    78/79 hörten wir gern Khomeini (Paris war voller vietnamesischer Immigranten, an den Unis im Mittelbau bereits viele superfleißige und supergescheite Trinh Vans und Trinh Thaos, leicht konkurriert von nicht so fleißigen, aber schrecklich gutausehenden Spaniern – bei beiden alles Männer versteht sich, die Frauen kellnerten und putzten) vor seinem Zelt und waren belustigt über die Warnungen gegen ihn. Wir fühlten uns sehr sophisticated, aufgeschlossen und großzügig gegen diesen asketischen Prediger, der durchaus beeindruckend war. Nicht inhaltlich – für uns – aber als Person und Typus. Wir kannten eine Menge persischer Schah-Regime Flüchtlinge, wir kannten das Land selbst nicht und niemals hätten wir uns vorstellen können daß sich dieser religiöse Flächenbrand auch organisatorisch und strukturell so dauerhaft festsetzen könnte. Khomeini war aufregend und ein gewisser Tabubruch.
    Damals hatten wir alle bereits umfangreiche Arbeiten über politische Bewegungen verfaßt, aber das machte uns nicht vorsichtiger oder klüger.

  14. Felix, ich glaube wir sollten überlegen ob wir diesen politischen Teil nicht ernsthaft diskutieren können, ohne uns gegenseitig absolute Positionen vorwerfen zu müssen.

    Lieber Marco,

    natürlich könn(t)en wir das. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass dies dann eine völlig andere Debatte wäre. Im Augenblick versuche ich aus meiner Sicht zu erläutern, warum Sebastians bildhafte, aber trotzdem wesentlich so gemeinten Beiträge zum einen überhaupt gerechtfertigt sind und inwiefern sie zum anderen keineswegs nur einen inneranthroposophischen Antimüsli-Diskurs betreffen.

    Insofern bitte ich mich nicht misszuverstehen: Ich habe in dieser Frage bislang niemandem hier irgend etwas vorgeworfen, sondern versucht darzustellen, gegen welche gesellschaftlich durchaus verbreitete Geisteshaltung sich Sebastians Beiträge richten; es kommt ja nicht von Ungefähr, dass derzeit in den Medien die 68er das beherrschende Thema sind. Dafür muss man diese Geisteshaltung möglichst deutlich charakterisieren – ohne damit Zuschreibungen zu bestimmten Personen zu verbinden (das macht Sebastian ja übrigens auch nicht; umso interessanter sind die vehement ablehnenden Reaktionen).

    Vielleicht ist ja das beispielsweise eine wirkliche Besonderheit der Anthroposophie, dass sie die von mir so bezeichneten „Geisteshaltungen“ als solche in den Fokus nimmt und – in gewissem Sinn „unabhängig“ von Menschen, in denen sie sich ausleben (gemeinhin würde man sagen: die sie vertreten) – als wirksam betrachtet.

    Herzlich,
    Felix

  15. @ Felix danke für Dein post!
    Es stimmt schon daß Amerika in verkürztem Denken für Kapitalismus für das Böse steht. Ein großes, übermächtiges und überwältigendes Böses, denn die Schrecken individueller Bösartigkeit sind in den Produkten der Populärkultur irgendwie entschärft und neutralisiert worden (all das Crime-TV-Zeugs daß sich schon Kinder reinziehen). Amerika ist also an allem schuld. Auch an diesem vermurksten Irakkrieg (von dem anfänglich doch die meisten Europäer gehofft hatten, er würde die Situation im Nahen Osten regulieren und stabilisieren).
    Amerika, ein hochkomplexes Böses, das nun sukzessive mit embedded journalists und embedded ethnologists nachjustiert. Eine hochentwickelte, hochentfremdete Gesellschaft, das Heer, eine Integrationschance für Einwanderer und sozial benachteiligte Gruppen im Frieden, verletzte Leben und verletzte Heimkehrer nach Einsätzen. Und dagegen diese home-made, Intifada – style Attacken, junge Leute, Studenten, arm, individualistisch, kleine Gruppen, tollkühn und einfallsreich wie Guerillas, Partisanen und der Vietkong. Mit wem identifiziert sich der junge, idealistische, nicht übermäßig welterfahrene und informierte Europäer da lieber?
    Auch Israel ist – da trotz vieler Atavismen modern – viel zu komplex, um schnell überblickt zu werden und lädt nicht so zur Identifikation ein.
    Identifizieren wollen wir uns aber; gerade im Krieg. Krieg intensiviert das Leben unerhört. Im Krieg gehts ums Leben und nichts ist mehr banal: die Liebe, die Freundschaft – Gesten der Zuneigung, Hilfe, Verrat.

  16. Hallo zusammen,

    scheint mir wir reden nun über Konkretes. Wir haben die Ebene der „Metaphern“ schon lange verlassen. Hier geht es nicht mehr um Lichtkrieger, hier geht es um serious stuff. Das ist mir recht, das können wir tun. Dabei bitte ich zu berücksichtigen, dass der Blick auf die Welt jedes einzelnen Komplexer ist, als die Länge seiner Beiträge. Wenn wir über die Rechtfertgiung von Kriegen etc. diskutieren sollten gerade wir, die wir Argumente austauschen, diese eben austauschen und nicht abschießen. Felix Beitrag kann als solcher vielleicht beantwortet und nicht mit einer Polemik konterkariert werden, finde ich.
    Felix, ich glaube wir sollten überlegen ob wir diesen politischen Teil nicht ernsthaft diskutieren können, ohne uns gegenseitig absolute Positionen vorwerfen zu müssen. Ich bin immer bereit demonstriert zu bekommen, wann ich in Stereotypen denke, oder so. Ich halte aber den Duktus für falsch andere Meinung zu einem gebotenen Thema nur in Polemik zu ersticken. Deswegen verstehe ich dich jetzt auch besser. Relativismus ist ein Thema unter vielen, die du ansprichst und über die es sich zu streiten lohnt. Ich sehe nicht, dass man Bush mit Ahmadinedshad verglichen hat, aber ich erlaube mir sehr wohl zu dem Vorgehen der Amerikaner ein Urteil zu bilden. Unter uns darüber zu diskutieren scheint mir auch gewinnbringender, als über Ahmadinedschd (schreibt man den so?) nachzudenken. Ich sag es mal so, hätte der Krieg eine Option für den Frieden in der Region gebracht wäre ich ganz auf deren Seite. Ich habe wie sicherlich alle, die hier kommentieren und lesen gehofft, dass sie das Schwein bald kriegen. Ich war und bleibe aber entsetzt, dass sie die Situation nicht abgeschätzt haben, die sie verursacht haben (das Leid jener die sich einmischen ist, dass sie Verantwortung auf sich bürden). Sie haben den Krieg gebracht ohne den Frieden zu denken, dass ist das Problem. Sie haben die Situation vor Ort nicht richtig eingeschätzt.Und das ist nicht das erste Mal!
    Ein Krieg, der der Beendigung der Hölle dient, ist ein guter Krieg., dass ist es: Die Hölle brennt, auch wenn Amerika das Land, kriegsmüde, verlässt. .. (Wie gesagt, das führt jetzt zu weit)
    Interventionen wie im Kosovo waren für mich schmerzlich, aber schienen damals schon unumgänglich. Vor allem aber ging es um die Befriedung und Entwirrung eines der komplexesten Staatengebilde Europas. Das Pulverfass war offen. Nicht vergleichbar mit Irak, wie ich finde. Es war vor allem eine historisch und kulturell kongruente Situation. Eine Wunde die heute noch blutet, sicherlich, aber in ein Umfeld eingebettet ist, dass Analogien aufweist, auch für die dort eingesetzten Truppen, damals.

    So oder ähnlich, Felix, ich bin da nicht sehr stark drin, wollt dir aber darstellen, dass es nicht so sehr um ein Relativieren geht. Es geht darum ,dass wir unterschiedlich auf die Komplexität der Welt reagieren. Insofern bin ich da ganz bei Dir, wenn du vom „Mut der Unterscheidung“ sprichst, darein gehören mit Sicherheit auch pazifistische Ansichten, die nicht so Eindimensional sind, wie sie im Verlauf der Diskussion auch dargestellt wurden. Das gleiche gilt für die Anwendung von Gewalt als äußerstem Mittel. Es sind unsere Stimmen die die Vernunft dieser Mittel bestimmen, also auch das hier ablesbare Für und Wider.
    —-
    Zurück zu den Lichtkriegern. Ich hatte mich in erster Linie an der „Prosa“ von Gronbach gestört und dessen unterschwelligen Forderung an ein kollektives WIR, ein über die Mahnung an sich selbst hinausgehendes Element. Das ist bei Paulo Coehlo anders. Ich hab mir mal sein Bändchen vorgenommen. Auch schafft Coehlo ja Literatur und vermeidet tunlichst jeglichen Bezug zu aktuellen Krisen (Ich hab es erst halb durch). Außerdem entwickelt er den Gedanken der Lichtkriegers auf mehreren Seiten und so wird deutlich, dass der Krieger des Lichts eine äußerst komplexe Figur ist, mit Widersprüchen, Zweifeln, etc. – das alles gibt es bei Gronbach nicht mehr. (Allein der Hinweis auf die Möglichkeit des Zweifels hätte mir vielleicht genügt. Vielleicht christliche Prägung, aber das Moment an dem Jesus am Kreuz zweifelt ist derart überzeugend…) Das ist jetzt was bei mir von dem Artikel im Kopf und Herz geblieben ist, ich werde auf ein Nachlesen erstmal verzichten – ihr könnt mir das gerne auseinander nehmen…

    In seinem nächsten Beitrag wird Gronbach persönlich und erläutert kurz seine Verehrung für Mandela etc. Das klingt authentisch und dem möchte ich nicht widersprechen. Ich nehme einfach mal an, dass die Betrachtung der Waldorfschulen seinem Erleben entnommen sind und nicht programmatisch gemeint sind, andernfalls müsste ich mir wirklich überlegen, ob das die Schule meiner Kinder seine soll. Aber als persönlich Erlebtes kann man das so stehen lassen – muss man nicht kommentieren. Er ist ja ganz deutlich beim Ich – wenn ich nicht irre, auch hier spare ich mir eine zweite Lektüre.
    —–

    So, nun weiß ich gar nicht ob das alles noch zusammenhängend rüberkommt.
    Bitte um Nachsicht

  17. Liebe Försterliesel, lieber Marco,

    nein – Steiner hat mit meiner Position in dieser Sache gar nichts zu tun. Jedenfalls nicht in dem Sinn, wie ihr das offenbar meint. Er hat höchstens insofern etwas damit zu tun, dass er zeit seines Lebens und für mich sehr erfreulicherweise für den „Mut zur Unterscheidung“ plädiert hat, für das differenzierende Erkennen von Gut und Böse.

    Und lieber Julio – noch ein Wort zu deiner Antwort auf meinen Biermann/Pohrt Beitrag oben: bist du sicher, dass du verstanden hast, worüber ich geschrieben habe? Ein Tipp: Es war nicht Deutschland. Ich teile zwar einige – bei manchen Themen auch viele – Positionen der Antideutschen; die antideutsche allerdings nicht; die finde ich in ihrer leerlaufenden Notorik albern.
    Worum es mir geht – und in dem post oben ging – ist eine Absage an die Doktrin des Relativismus‘. Das ist zwar auch, aber längst nicht nur ein inneranthroposophisches Thema. Solange „der Fundamentalist“ Bush noch mit „dem Fundamentalisten Ahmadinedschad“ auf eine Stufe gestellt wird, solange alles Böse aus den USA kommt, solange Israel als der Staat gilt, der den Weltfrieden am meisten gefährdet, solange Kollateralschäden-Opfer auf gleiche Stufe mit den beabsichtigten Opfern einer staatlichen Tötungsmaschinerie gestellt werden, solange man nicht „böse“ nennen kann, was böse ist, ohne sich die ewig gleiche und argumentfreie Leier nach dem Motto „Ich bin Mensch – nichts Menschliches ist mir fremd“ anhören zu müssen, ist dieses Thema ein gesamtgesellschaftlich außerordentlich aktuelles und wichtiges.

    Außerdem wollte ich mit der Biermann-Anekdote ein Beispiel für die Möglichkeit aufzeigen, trotz persönlicher Betroffenheit und aus dieser Perspektive berechtigter Antipathie Urteile zu fällen, deren Maßstab etwas anderes, Adäquateres, weil Umfassenderes ist als diese meine persönliche Befindlichkeit. Das Kulturationsmittel der „Interessenvertretung“ ist gut und schön und hat in vielen Fällen seinen berechtigten Platz. Aber wenn es dazu führt, dass man den eigenen beschränkten Horizont glaubt gar nicht mehr durchdringen zu müssen, ist das armselig und führt zum dauerhaften Mittelmaß in jeglicher Hinsicht. Auf diesem Weg kann sich niemals das Richtige und Wahre durchsetzen – in Fällen, in denen es erkennbar ist -, sondern immer nur ein von der Mehrheit akzeptierter Kompromiss; und das ist meist der kleinste gemeinsame Nenner. (Danke für den Hinweis; mir ist durchaus geläufig, dass Demokratie davon lebt. Aber Demokratie ist eben nicht der Weisheit letzter Schluss, sondern nur die beste aller schlechten Gesellschaften.)

    Bei meinem Pohrt-Zitat ging es auch nicht um Deutschland, sondern um meinen Widerstand gegen den unsinnigen Slogan „Nie wieder Krieg“. Es gibt Schlimmeres als Krieg. Nicht vieles – aber es ist existent (und in Deutschland sollte man das in der Tat wissen können). Ein Krieg, der der Beendigung der Hölle dient, ist ein guter Krieg.

    Zu schlechter letzt: der letzte scheinbar von mir gepostete Beitrag – „Es lebe die Metapher!“ – ist nicht von mir. Aber da er pointiert und gelungen ist, macht das nichts.

    Herzlich,
    Felix

  18. @ Felix es tut mir leid daß auch hier nur in absoluter (irrationaler) Polarisierung argumentiert wird: die bösen Lichtkrieger und die guten Sonnenstrahlpazifisten. So wie sich der Himmel nicht durch religiöse Speisegebote „eressen“ läßt, so läßt er sich nicht durch absolute und selbstnobilitierende Positionen „erargumentieren“. Diese selbstgerechte Metaphorik am Abendbrottisch bringt keinen – auch nur minimalen – Austausch vorwärts!
    Aber mich (weder Bellizist noch Pazifist, beurteile Konflikte einzeln und viele kann ich eingestandenermaßen gar nicht beurteilen, weil die mir zugänglichen Informationen zu unüberprüfbar, zu fragmentarisch sind) interessiert wirklich, ob hinter der info3-Position noch eine anthroposophische Besonderheit steht (die Pazifisten reklamieren diese anthroposophische „Besonderheit“ sowieso für sich). Felix, bitte gib Laut!

  19. „über den schatten springen können, in dem sie sich permanent sonnen“

    Es Lebe die Metapher!

    Herzlich,

    Felix Hau

  20. bei uns tauchte heute am abendbrottisch die frage auf, ob manche lichtkrieger eigentlich über den schatten springen können, in dem sie sich permanent sonnen. kinder können manchmal komische fragen stellen. mut zum frieden, herr hau!
    e.a.

  21. @ Felix danke für die Antwort; kommst Du zu der Position nur durch Lektüre all der blogs und Zeitungen die in Deiner blogroll angeführt sind oder gibts da noch ein spezielles geistesforscherisches Element, Passagen bei Steiner o.ä. dabei?
    Obwohl ich (anders als Nerone und Julio) Steiner beherzige, mich also in manchen Sachen von seinen Empfehlungen leiten lasse (z.B. Kosmisches, Landwirtschaft, Heilen, ja auch die Blütensexualität – bei NWA2 so hübsch beschrieben! – überzeugt mich) und mich Steiners Schriften zu internationaler Politik sehr interessieren: für die Einschätzung der Friedensbewegung und der Bellizisten brauch ich ihn nicht. Auch Dornachs Sicht dazu ist fürmich keine Direktive, sondern Erkenntnisobjekt.

    @ Nerone gut gefragt, bitte nachhaken

    @ Julio die nächste amerik. Regierung wird dem Isolationismus vorderhand nachgeben und ein innenpolitisches appeasement suchen

  22. das könnte schon ein paar sanfte Müslis bekehren
    Das glaube ich auch, daß da jemand so denkt. Und daß sich da paar, die sich für ganz schlau halten, anläßlich ihrer Provokation selbstgefällig die Hände reiben. Mein Verdacht ist nur, daß das mit der ironischen Distanz nicht sehr weit her ist (oder besser durchschaut), wenn ich mir die sonstigen Einlassungen und Vorlieben anschaue.

    Isolationismus nachgedacht werden wird
    In der Bevölkerung schon aktuell, in den Parteikadern und der politisch relevanten Öffentlichkeit nicht bedrohlich. Trotz der Suppe, die US-amerikanische Licht-Krieger, mehr oder weniger kritiklos unterstützt von den profesionellen Choralsingern, ihnen eingebrockt haben.

  23. Ich muss mich gerade mal fragend einmischen. Das ist, weil ich hier jetzt nicht ganz sicher bin, ob wir hier über einen Weltenplan à la Steiner reden – also einer höheren Erkenntnis Steiners – oder ob Felix nur gekonnt retourniert und wir immer noch über politische Überzeugungen reden und der Einschätzung der Rolle der USA?

    Gibt es tatsächlich so etwas wie eine steinersche Vernunftdoktrin hinter deinen Überzeugungen, Felix? Würde das auch für Gronbach gelten? Und für wen noch hier im Forum? Das interessiert mich jetzt wirklich brennend. Ich will da keinen Stab brechen, es würde mir aber vielleicht die Vehemenz der Diskussion erklären oder andere Zusammenhänge.

  24. Felix sag uns bitte, welche Rolle im Weltenplan hat die USA – sonst muß ich im “Europäer” nachschauen!

    Bislang immernoch die wichtigste. Und ich hoffe, das bleibt auf absehbare Zeit so.
    Wenn jetzt der „Irak-Krieg“ (also der Krieg fundamentalistischer Steinzeitfans gegen die irakische Bevölkerung) allerdings selbst in der US-Bevölkerung in völliger Verkennung der Tatsachen zu einem zweiten Vietnam fehlstilisiert wird, dann befürchte ich, dass mal wieder laut über Isolationismus nachgedacht werden wird. Meine lichtvolle Hoffnung ist allerdings: Isolationismus geht heute gar nicht mehr. Also wird weiter gekämpft werden (müssen) – gegen die Mächte der Finsternis, die das Leben vernichten wollen, weil sie es hassen und für mehr Licht.

  25. @ Julio: naja da scheint mir schon Fraktionierung intendiert von den info3 boys…. irgendwelche Leser wird das schon bewegen, dann noch Broder, der sich so süffig liest, dazu …. das könnte schon ein paar sanfte Müslis bekehren. Aber bei Anthros gibts ja auch esoterische Spekulationen hinter/statt den politischen Analysen, das würde mich viiiiel mehr interessieren !!!!Felix sag uns bitte, welche Rolle im Weltenplan hat die USA – sonst muß ich im „Europäer“ nachschauen!

  26. @Försterliesel: Hab das schon verstanden. Ich versuche nur zu verstehen, ob da irgendjemand denkt, daß Zungenreden über die „Spezialeinheiten des Lichts“ jetzt die Therapie ist, die man den Äpfel bei Vollmond erntenden Anthros angedeihen muß? Und ob andere Sympathien für diese Therapie haben, weils gegen die Müslifriedensheinis geht.

  27. @ Julio, die Replik versteh ich leider einfach nicht, wiederhole deswegen nochmal mein Argument, vielleicht war es mißverständlich formuliert: Dornach – wenns überhaupt Artikel dazu im Wochenblatt „Goetheanum“ gibt – bezieht durchwegs eine pazifistische Position, auch gegen die amerik. Intervention in Serbien. Wies ohne diese Intervention noch schlimmer weitergegangen wäre, scheint Dornach nicht zu erwägen, das wiederum führe ich darauf zurück, daß es einige anthrop. Projekte in Serbien gibt, also verstärkte Kommunikation und – da alle jene Serben, die sich nicht patriotisch gegen die amerikanische Intervention empören längst im Ausland sind und auch dort bleiben (ein Großteil des akad. Personals, die Führer der liberaldemokratischen Partei, die akademische Jugend ) – Identifikation mit solchen „patriotischen“ Standpunkten. Klar?

  28. Hey Christoph, Broder liegt dir am Herzen. Versteh ich. Was dem einen sein Michaelsheld, das ist dem anderen sein Broder. Vereint in der Predigt, die um die Herzen der harmoniesüchtigen Müslis ringt. Deswegen erwähne ich es ja. Ansonsten: Selbstverständlich bin ich der Meinung, daß Broders Agieren ein „Unglück“ ist, selbstverständlich bin ich nicht der Meinung deiner Verkürzung, daß Broder „unser Unglück“ ist. (Aber so so sind sie, die Achsenkrieger, kaum fühlen sie sich angepisst, mimen sie schon die Verfolgten kollektiver Wahnvorstellungen.)

    Um nun Beschützerreflexe mal beiseite zu lassen und zu Frage zu kommen, die mich interessiert (und weshalb ich die Reizwörter verwende): Kritik an Anthroposophie ist ja ein Thema von dir. Also: Wie hälst du es denn mit dem Zungensprechen in der Variante von „SeGro“? Gerade bei dir eine interessante Frage, da du den sonstigen Dialekten der Zungensprache ja nicht fernstehst, wie du auf deinem Blog demonstrierst. Von anderen habe ich gelesen, was sie von dem Zeug halten, bei dir lese ich hier nur die Trivialität, daß Grönbach kein Kriegshetzer ist. Also wie steht’s mit „Michaelsschwert“, der „kämpfenden Spezialeinheit des Lichts“ und dem „Geisteskampf“?

  29. Julio schreibt: Ah, die Reizwörter wirken. Findest du, daß Broder unsere Öffentlichkeit manipuliert?

    Das ist wirklich niedlich, lieber Julio, wie du nun versuchst, dich aus der Affäre zu ziehen. Habe ich von „Verbroderisierung“ gesprochen oder warst es vielleicht doch du, der diesen Begriff ins spiel brachte?

    Ich weiß nicht, daß scheint mir jetzt eine Überschätzung seiner Person.

    Ach nein, wirklich?

    Vermutlich hätte sein Fankreis diese Überschätzung gerne.

    Warum schreinbst du als Nicht-Broderfan dann einen ganzen Absatz über eine angebliche „Verbroderisierung unserer Öffentlichkeit“, der sinngemäß nichts anderes aussagt als „Broder ist unser Unglück“?

  30. @ Föesterliesel:
    stärkeren Verankerung der Anthroposophie in Serbien und der offenbar auch unter Esoterikern nicht arg selbstkritischen Sicht der Kriegsschuld

    Ach das ist der Grund, wenn jetzt auch unter Anthros das Zungenreden auftaucht? Reinigung durch Selbstgeißelung?

  31. Ah, die Reizwörter wirken. Findest du, daß Broder unsere Öffentlichkeit manipuliert? Ich weiß nicht, daß scheint mir jetzt eine Überschätzung seiner Person. Vermutlich hätte sein Fankreis diese Überschätzung gerne. Das kann man ja dann auf der Website wieder veröffentlichen, um sich an der Idiotie der anderen zu ergötzen, nicht wahr? Wir hätten das auch Maxeinerisierung nennen können was meinst du? Bei Mission und Seriösitätsgrad gibt sich das ja nicht viel. Andererseits irgendwie zu globig, und dann kommen prompt die andere Fans. Vielleicht nennen wir es einfach das Zungenreden der gerechten Missionare des heiligen „Political Incorrect“? (Passt auch im Bloggersprech , mit dem gleichnamigen deutschen Hetzerblog von Herre haben sie ja alle eine zeitlang gekuschelt. ) Ein Zungenreden, das um sich greift.

    Ich persönlich plädiere ja für Verrohung des Denkens, dann kriegt man auch wieder die Kurve zum Lichtschwert: In der ein oder anderen Weise würden sie ja alle gerne damit hantieren, nicht wahr?

  32. Julio schreibt: WIr anderen können uns ja in der Zwischenzeit fragen, wie wir datauf reagieren sollen, wenn die Verbroderisierung unserer Öffentlichkeit nicht nur die linken Subkulturen erreicht hat, sondern jetzt auch bei lebensreformerischen Milieus angekommt. Kriegen wir dann die “Anti-Deutschen” im Steiner-Speech? Enthauptung der Taube mit dem Licht-Schwert?

    „Verbroderisierung unserer Öffentlichkeit“ – hmmmm, das lassen wir uns mal auf der Zunge zergehen, hmmm das geht runter wie ein guter deutscher Obstler.
    Broder manipuliert „unsere Öffentlichkeit“, Broder hat sogar – obwohl er selbst kein Linker ist – die „linken Subkulturen“ manipuliert und jetzt beginnt Broder mit seinem mächtigen Einfluss sogar die „lebensreformerischen Milieus“ zu manipulieren. Überall Broder! Eine „Verbroderisierung“!!! Ist Broder gar ein Anti-Deutscher? Müssen wir Deutsche uns vor dem Broder im Anthropelz fürchten? Wird er unsere deutsche Friedenstaube enthaupten?

  33. @ Julio: interessanter Beitrag! – Es macht schon einen Unterschied ob man Broder erst 10 Jahre liest oder schon seit über 35 und ob man ihn in verschiedensten Diskussionen erlebt und auch die innerisraelische Debatte mitverfolgt hat. – Als die männlichen Einwohner Srebrenicas in Hunger-und Todesmärschen über die Berge gejagt wurden, alle noch funktionierenden bosnischen Medien darüber verzweifelt berichteten – fuhren die örtlichen Grünen in der Adria auf „Friedensschiffen“ spazieren; es war nicht möglich, eine die bosnischen Flüchtlinge unterstützende Demo auf die Beine zu bringen. Der Großteil dieser Grünen hat sich später dafür dann entschuldigt. Jeder vernünftige Mensch mußte froh sein über die amerikanische Intervention am Balkan – Dornach allerdings kommentierte sie kritisch. Das hängt – denke ich – mit der stärkeren Verankerung der Anthroposophie in Serbien und der offenbar auch unter Esoterikern nicht arg selbstkritischen Sicht der Kriegsschuld zusammen.

  34. Ach so, für diejenigen, die mit der Anspielung auf die sogenannten „Antideutschen“ nichts anfangen könenn: Die Kurzversion ihrer Haltung zur deutschen Friedensbewegung findet sich hier, die Langfassung hier.

  35. @nerone: Kann das sein, daß da von mir noch ein Text in der Wartechleife deines Systems hängt.

    @Hau: „diesem Teil des Themas
    Und für Außenstehende der langweiligste Teil. Da will also ein Anthro-Repräsentant im Spätherbst 2007 nochmal den Broder tanzen, denn bei den Anthros, da sind auch 15 Jahre nach Srebrenica noch nicht jene zentralen öffentlichen Auseindersetzungen angekommen, die Deutschland zu Krieg und Frieden in den letzten Jahren durchzogen haben. Auseinandersetzungen, die in den 90ern beinahe die Spaltung der bis dahin jüngsten parlamentarischen Partei verursacht und später ihrer kurzen Regierungsbeteiligung fast jäh ein Ende gesetzt hätte. Auseinandersetzungen, in deren Gefolge Kartoffelprodukte auf den Namen „Freedom Fries“ getauft wurden, worüber jeder noch so angesoffenste Spelunkenwirt noch seine Sprüche gemacht hat. Auseinandersetzungen, deren Verhandlung im Bundestag vor ein paar Wochen den gesamten Blätterwald hat rauschen lassen.
    Wir ziehen den Schluß: Die Anthros sind noch „Müslifresser“ in grüner Harmoniesucht, also zivilgesellschaftliche Legastheniker. Weshalb sie der therapeutischen Provokation bedürfen. Ich glaub, ich sagte es schon: Das können ja die Anthros unter sich klären.

    WIr anderen können uns ja in der Zwischenzeit fragen, wie wir datauf reagieren sollen, wenn die Verbroderisierung unserer Öffentlichkeit nicht nur die linken Subkulturen erreicht hat, sondern jetzt auch bei lebensreformerischen Milieus angekommt. Kriegen wir dann die „Anti-Deutschen“ im Steiner-Speech? Enthauptung der Taube mit dem Licht-Schwert?

  36. Lieber Marco,

    Ich kann das Gute und den Krieg nicht zusammen führen, tut mir leid.

    Und u.a. genau gegen diese weitverbreitete Stimmung wendet sich Sebastian. Global, pauschal und auf sämtlichen denkbaren Ebenen. Und er hat mit dieser Provokation einer etablierten Gleichgültigkeit m.E. vollkommen Recht. Man verteidigt heute nichts mehr „bis aufs Messer“; das gilt als nicht schicklich. Wir sind uns alle selbst die Nächsten, im Zweifelsfall wollen wir einfach Ruhe und behaupten dann, das sei ein friedenssicherndes Mittel. „Deeskalation“ als Rationalisierung eigener Bequemlichkeit. Bloß nichts riskieren.
    Wenn irgendwo ein Mutiger aus der anonymisierten Masse sticht und – sagen wir – einen Passanten gegen irgendeinen Mob verteidigt, der ihm ans Leder will, dann finden wir das zwar ganz vernünftig und richtig. Wenn aber ein Dritter sagt, dieser Eine sei aufgrund seines Tuns ein Held – und nichts anderes ist er -, dann macht es „flupp“ und wir denken: Held, Held – kann man das nicht ein bisschen tiefer hängen. Wieso ist der denn nun ein Held – ich bin ja auch keiner. Und es ist doch auch ganz vernünftig, kein Held sein zu wollen; ich wollte jedenfalls keiner sein, wenn ich mal sowas täte. Usw. Der ewig gleiche Kreisel egozentrischer Rechtfertigung hat uns ziemlich schnell wieder in den Fängen. Und wir merken’s nicht, weil wir uns ständig damit herausreden können, dass die resultierenden Ansichten vernünftig und viel reifer sind als diese ganzen Cowboy- und Indianerspiele, dieses Gerede über „Gutes“ und „Böses“; diese selbstverständlich rein „ideologischen“ „schwarz-weiß-Malereien“.

    Ich bin heute noch Wolf Biermann dankbar, der vor einigen Jahren in einem Interview über seine Bombennächte in Luftschutzkellern erzählte, die er als kleiner Junge erleben musste. Er hat als einziger endlich den beklemmenden Eindruck des Falschen hinweggefegt, den ich bislang sonst immer habe, wenn Deutsche, die dafür alt genug sind, über ihr Leiden während des Krieges sprechen. Biermann sagte, er habe fürchterliche Angst gehabt; es seien die schlimmsten Nächte seines Lebens gewesen; sie verfolgen ihn bis heute. Er hätte unter den Bomben sterben können; sie haben sein Leben bedroht und er war zu klein, um wirklich etwas zu verstehen. Aber er hatte seine Mutter an der Hand – bzw. sie ihn; die hatte auch Angst, aber in dieser nackten Angst und durch sie hindurch freute sie sich. Sie freute sich über diese Bomben, denn diese Bomben waren *gute* Bomben. Und es war *richtig*, dass sie abgeworfen worden sind.

    Das Thema, wie es Sebastian behandelt, ist viel weiter. Ich habe mich absichtlich auf die „physisch-kriegerische“ Ebene beschränkt, weil ich vermute, dass die Abwehrhaltung – und damit übrigens m.E. der *Anlass* für Sebastians Beiträge – hier ihren Ursprung hat.
    Zu Unrecht.
    Und deshalb zum Abschluss mein Lieblingszitat zu diesem Teil des Themas. Es ist von Wolfgang Pohrt:

    „In der Tat hat Deutschland den Pazifismus diskreditiert und ad absurdum geführt, indem es praktisch vorgeführt und damit empirisch bewiesen hat, dass es Schlimmeres geben kann als den Krieg; dass Schrecken möglich sind, von denen nur eine starke Armee befreit. (…) Die Armee als wirklichen Befreier und den Krieg als wahren Sachverwalter und Vollstrecker der Menschlichkeit in die Weltgeschichte eingeführt zu haben, ist das verhängnisvolle Verdienst dieses Landes“.

    Herzlich,
    Felix

  37. Ich glaube Julio hat recht, wenn der das Lichtthema als das eigentlich Problem bezeichnet.

    Was die bequeme Positionen angeht, Christoph, so gibt es derer viele, gerade, wenn man sich in Diskussionen begibt. Und auf diese Kriegssache und zu meiner Verteidigung: „Ein Krieg annektiert und vernichtet das Gegenüber. Das kann Gronbach nicht gemeint haben wollen.“ Solche Einwände bitte ich auch zu lesen. Mir geht es ja nicht anders als Gronbach, der seine Texte auch als einen sich entwickelnden Gedanken beschreibt. Ansonsten ist das mit dem Krieg für mich ein wunder Punkt, das gebe ich zu. Ich habe meine interne Debatte da nicht zu Ende gebracht. Ich kann das Gute und den Kriege nicht zusammen führen, tut mir leid. Ich verstehe einfach nicht welche Kriege Gronbach führen will und worum es ihm geht. Ich will versuchen meine Antifa-Lyrik nochmal zu hinterfragen. Implizit aus Gronbach einen Kriegtreiber zu machen war nicht meine Absicht – auch darauf hin will ich meine Vorbehalte überdenken. Ich stelle seinen Gedankenentwurf in Frage. Eine Position, möchte ich abschließend feststellen, ist nie bequem.

    Die Problematik die ich in dem von dir angefügten Zitat versuchte ich das Problem herauszuarbeiten, dass der Lichtkrieger, der nicht gerufen wurde für eine Sache kämpft, die die seine ist, möglicherweise aber nicht die der Umkämpften, zu Beschützenden, zu Befreienden.

  38. @ Christoph: natürlich wird Gronbach hier unsanft angegangen, aber wohl niemand hält ihn für einen tatsächlichen Kriegstreiber. Und selbst wenn ers wäre, wärs unerheblich, weil die politischen Polarisierungen die durch die Anthro blogs gehen, glücklicherweise unerheblich und wirkungslos sind: alles Sandkastenschlachten, Gottlob! Im neuesten NWA 2 – Beitrag z.B.: wird Gronbach auch recht differenziert gesehen, solidarisch verteidigt und nicht allein im Regen stehen gelassen. Julios Bildchen zur von Gronbach der Populärkultur entlehnten Metaphorik scheinen mir den Generationskonflikt hier zu illustrieren (weiß nicht wie alt Julio ist, aber ich denke sicherlich älter als Gronbach, allein weil eine bestimmte intellektuelle Sozialisierung halt ihre Zeit braucht) – ich finde das Phantasy Zeugs auch gräßlich, hatten denn die kids nicht mit 10 ihre Heldensagen-Phase mit Identifikation Achill gegen Hektor wie wir ? (Helena wollte aber niemand sein) – so ist das halt, Christoph. Uribistan hat Dich aufgrund Deiner Gerechtigkeitsliebe und Vermittlungsfähigkeit wirklich zurecht in seinen diplomatischen Dienst genommen!

  39. Erwin R. McManus (September 2005, Go wild! Schluss mit dem braven Christsein, Seite 50-51, 90-93, 98-100, ISBN: 3417244846) Zitiert nach hier.

    Im Königreich Gottes gibt es keine Kuschelecke und keinen Wartesaal, noch nicht einmal ein Trainingslager. Es gibt nur den Direkteinstieg, den Sprung ins kalte Wasser. Sie machen Ihre ersten Schritte auf einem Schlachtfeld. Die Bibel lässt daran keinen Zweifel. Sie befinden sich mitten im Krieg. Gekämpft wird jedoch nicht gegen Menschen. (…)

    Die wilde Revolte ist ein Aufstand gegen das Bündnis der Zivilisation mit den Mächten der Finsternis. Wir werden nicht dabei zusehen, wie die Menschheit ihre Seele verkauft, um die Welt zu gewinnen. Wir lassen uns nicht von den Vorteilen verführen, die wir durch Kompromisse erhalten würden. (..) Wir wissen, das Böse kann auf subtile Art das menschliche Herz verderben. Nichts dagegen zu tun bedeutet, Komplize zu sein. Wir sind in einen Krieg hineingeboren. Mag sein, dass wir uns wie Kinder fühlen, aber wir sind Krieger.(…)

    Jesus führt uns mitten in das Innerste des finsteren Reiches, in das Zentrum des Bösen. Er bringt uns dorthin, wo die Menschheit leben will. Dorthin ruft er uns, wo die Menschen verzweifelt nach Licht suchen. Er führt uns an als Krieger des Lichts. Wir riskieren unser Leben für die Befreiung der Menschen. Unsere Waffen sind Liebe, Hoffnung und Glauben, und diese Waffen sind auch unsere einzige Verteidigung.“

    Und bei nächsten mal zitieren wir dann einen Jihadisten. Christoph hat Recht, es geht nicht darum, ob Green Little River ein Kriegstreiber ist.

  40. Das eben werden Lichtkrieger zu beweisen haben, dass sie das wofür sie vorgeben zu kämpfen (sagte er das Gute?) auch erreichen.

    Danke für die Antwort. Ich finde sie zum einen recht banal, denn rechtfertigen muss mann sich sowieso immer. Zum anderen finde ich, dass deine Antwort durchaus einen Anklang an die von Julio angesprochene Antifa-Lyrik hat. Und zwar insofern, als dass Gronbach implizit zum Kriegstreiber gemacht wird und man (du et al.) selbst sich auf bequeme anti-kriegerische Positionen stellt.

  41. @gänseliesel: Ich hab nichts gegen Schwanengesang, vor allem wenn die Tonlage moduliert ist. Ich bin genervt von verrotteten Keksen, die anonym alle paar Tage im Gefolge eines Leuchters auftauchen und den Kampf gegen Faschos mit Denunziation und dümmlicher Antifa-Lyrik verwechseln. That’s all.

  42. @Nerone:
    Warum wäre es mäßigend, wenn es sich um eine Metapher handelt? Das Problem an solchen Aufrufen ist nicht der Krieg. Das Problem ist das Licht. Schlachtmetaphern gibts immer. In diesem Fall dienen sie dazu, sich selbst und andere zu stärken, weil man sich in die Ecke gedrängt fühlt oder wichtiges bedroht sieht. Entsprechende Tugenden wie Mut, Schläue, List, Einsatzbereitschaft etc. sollen wachgerufen werden, Anthroposophen sollen daran erinnert werden, daß die Welt auch aus Menschen besteht, die nicht nett sind und denen man nicht mit Nettigkeit beikommt. Dem asozialen DIskussionsverhalten eines Leuchters kommt man auch nicht mit Nettigkeiten bei. Das Problem ist der andere Teil der Bilderwelt: Die Verstrahlung. Wieweit sollen wir Leuten in unserer Mitte trauen, die in dieser Bilderwelt mental zuhause sind? Denn zu diesen Bildern gehören unweigerlich auch diese oder eben diese Bilder.

  43. … hier ist Nationalfeiertag, alles beflaggt, und ich lese in Ruhe die Einträge der produktiven Nacht! Auch Nerones WK1 Prosa gefällt, das kann nicht jeder! Pathos weckt eben Gegenpathos.- Nachdem Gronbach in die Grenzen des persönlichen-nicht offiziellen Anthro-blogs zurückgeboxt wurde, mache ich mir gar keine Sorgen mehr: Manichäismus ist so eine virile Attitude, hängt auch mit Jugend zusammen (so wie beim Islamismus: zu viele perpektivelose, unbeschäftigte, narzißtisch gekränkte, von Frauen und realen befriedigenden Betätigungsfeldern ferngehaltene,von Predigern aufgeganselte männliche Jugendliche. Na gut, es gibt auch Frauen mit Bombengürtel, die ihren Animus zu kraß aktivieren, darunter.) Gronbach ist harmlos.
    Beim Michaels-Verständnis hat natürlich Eggert recht: autoplastisch sind die Kämpfe. Weil Steiner ja die großen Kräfte wie Luzifer und Ahriman auch als teilweise nötig und konstitutiv sieht, ist die Anthroposophie (m.M.) auch nicht manichäisch. Aber unser krudes Bedürfnis nach Manichäismus perseveriert! – Ende des Walkürenflugs (sind gern im nebligen Spätherbst unterwegs, wurden von canaillos Gänse-Phalanx und Murats Walhallala angelockt….) lieber Julio!

  44. Als Metapher vielleicht nicht, als Aufgabe allemal. Ich vermisse bei der Lichterkriegersache den mäßigenden Hinweis, dass es sich um eine Metapher handelt. Kann sein, dass das irgendwo steht – in Erinnerung bleibt es nach der Lektüre nicht.

    Tapferkeit und Mut stehen nicht nur im lauten Handeln und das unterstelle ich diesem Text: Es geht um die Lautstärke und darum einen Claim abzustecken. Diese ritterlich behauptete Tugend ist aber so wertvoll wie die Minne: Hübsche Worte aber worin liegt der Erfolg?

    Das Gute, das Licht – das ist doch recht diffus. Was ist da gemeint? Nichts konkretes – da bleibt der Autor im Gefühl stecken und ohne es zu merken nicht im selbstlosen Gestus, sondern im Widerschein des ungeliebten Ego, dessen es sich zu entledigen gilt. Der Krieger weis schon wo es lang geht…

    Wenn ich mich mal Prometeus bediene, so hat man mal einen Helden, der in etwa weiß was er zu verlieren hat und dennoch herab steigt. Mit dem Feuer bringt er der alten Welt der Griechen die Erkenntnis. Jesus lässt sich ans Kreuz nageln, Gandhi läuft und läuft – es ist eine Geschichte der Ideen, der ich anhänge nicht eine der Taten. Ich unterstelle Taten nicht die Schlagkraft zu haben, wie es Ideen haben. Vielleicht Naiv, aber meine Prämisse, sozusagen. Langweilig sind mir geradezu beredte Taten. Ach so: Napoleons Nachlass steckt weniger in den Schlachten, bis hin zum Scheitern des großen Feldherren (noch sein von sich Überzeugter). Seine Leistung liegt in seinem Gesetzbuch und der Organisation einer Staatsstruktur, die die Ideale der Revolution in die Moderne überführen half (oder ist das jetzt zu weit her?).

    so oder ähnlich – ich gehe mal pennen, sonst schaffe ich den tag morgen nicht…

  45. @nerone:
    dass die Gänseliesel zwischendurch was zu deiner Innenarchitektur geschrieben hat, hab ich erst nach dem Betätigen des Absendeknopfs festgestellt. Ich hätte besser vorher aktualisiert.

    Eggerts Ausführungen sind tatsächlich wenig wohlwollend. Habe bei mancher Formulierung auch geschmunzelt. Der Vorwurf von Eggert, daß Gronbach die Erzengel Michael-Motivik bei Steiner allzu platt interpretiert, klingt plausibel, ist aber für mich nicht bewertbar, denn ich bin kein Steiner-Kenner. Kann sein, daß Gronbach tolle Argumente für sein lichterndes Sonderkommandos dagegen setzten kann, kann sein, daß nicht. So oder so habe ich aber nichts gefunden, was den gnostizistischen Background an sich widerlegt, die Bilderwelt von Licht ./. Dunkel, Niederes, Höheres etc. Halte ich auch für schwer vorstellbar (ganz egal was man an relativierenden Floskeln verwendet – tun die anderen Dualisten ja auch gerne). Und das ist der Punkt, auf den ich schaue.
    Was dein Antwortkommentar betrifft, so vermute ich, daß er aus der Sicht diejenigen, die auf lichternde Sonderkomandos stehen, nur ein Bespiel für reflexhafte Reaktionen von nazizeit-traumatisierten Müslifressern ist. Wo man von zeitlosen Idealen wie Tapferkeit und Mut spricht, siehst du nur – unfähig zu verstehen 😉 – nur instrumentalisiertes Granatenschlachtvieh. Oder so. Du passt also ins Schema.

    Ich glaube übrigens nicht, daß das Leben als Metapher ausreicht, um Außergewöhnliches zu leisten. Aber das bedeutet natürlich nicht, gleich auf „Drachenkampf“ machen zu müssen. Dazwischen gibt’s noch viel Spielraum.

  46. Hallo Christoph,

    ich stoße mich da ja an zwei Begriffen und natürlich an deren Kombination und dem damit verbundenen Rückschluss auf jene die sich als solche Krieger des Lichts ansehen könnten.

    Die Frage nach dem wer ist ganz ehrlich gemeint. Aus dem Text auf anthronrw geht zwar deutlich hervor, dass Anthroposophen gemeint sein könnten, allerdings liest sich der Text auch wie eine Forderung an den Autor selbst und die Anthroposophisten sich darauf einzustellen, die Herausforderung anzunehmen, sich zu mobilisieren. Ich kann jetzt nicht erinnern, dass Gronbach sagt er sei so ein Krieger, ich mag mich aber irren und vielleicht hält er sich doch für einen solchen – tant pis….

    Das stilisierte Kampffeld für das Heldenmut eingefordert wird, Leidenschaft und was weiß ich noch alles findet m.E. nicht statt. Das Leben gilt es zu meistern. Das mag ein Kampf sein, ein Krieg ist es nicht. Überzeugungen müssen deutlich werden und authentisch vertreten werden da stecken Konflikte drin aber sicherlich kein Krieg. Ein Krieg annektiert und vernichtet das Gegenüber. Das kann Gronbach nicht gemeint haben wollen. Ich lese seine Predigten ja auch als Metaphern und wünsche mir zumindest, dass er den Konjunktiv eines Gedanken kennt (sein Dank an seine Leser und deren Meinungen ehrt ihn ja – ich will nicht ausschließen, dass ich ihn falsch verstehe).
    Wenn er also Bilder benutzt um eine besondere Kraft in die Debatte zu pressen, die geführt werden, dann ist das eine Sache. Sollte es ernster sein als das, dann gilt: „Die Zeit der Reflexion ist vorbei! Das Licht wird siegen!“ Das eben werden Lichtkrieger zu beweisen haben, dass sie das wofür sie vorgeben zu kämpfen (sagte er das Gute?) auch erreichen. Für alle – denn geringer ist der Anspruch, glaube ich verstanden zu haben, nicht.

  47. …weil die Lichtkrieger am Ende nichts zu beweisen haben und wo sind sie eigentlich?

    Ganz schön kryptisch. Inwiefern sollten „Lichtkrieger am Ende nichts zu beweisen“ haben?

  48. Gut möglich, dass Schwanhilde-Gänseliesel hier eine bunte grauegans ist. Ich bin mir nicht sicher. Mal schauen.

    Aber die Betrachtungen zu Innenräumen und die Feststellung, dass Innenarchitektur soziologisch interessant ist teile ich. Alle Betrachtungen in dem Kommentar sind nicht nur geistreich, sondern spiegeln einen Teil der Wirklichkeit dieses Berufes und seiner Akteure. Bin bereit dazu noch einige Betrachtungen zum Besten zu geben. Erst mal werde ich mich aber weiter in den Schwarzwald begeben. Um Abstand zu gewinnen und Inkarnationen zu vermeiden…

  49. Lieber Julio,

    bei Eggert kann man jetzt nachlesen wie er den Gronbach versteht und wie wenig versöhnlich seine Worte eigentlich sind: http://www.egoisten.de/files/Michael.html

    Ich selbst habe mich gestern Nacht noch bei Gronbach ein wenig echauffiert und dann auch noch das Predigen angefangen (mea culpa), das liegt aber wahrscheinlich an dem Stil des Gastgebers. Ich versuche mich allein schon aus Höflichkeit anzupassen. Das ganze ist ein wenig Taizé-Prosa, dennoch will ich den Teil der sich an Gronbachs Lichterkette wendet hier mal einstellen:

    „Islamische Gotteskrieger kennen keine Reflexion.“ – in meinen Augen der einzige vernünftige Satz hier. Wer den Standpunkt Gottes einnimmt (Er habe sich seelig) ist außer sich. Der läuft Gefahr da zu landen wo der Gotteskrieger schon auf ihn wartet. Selbstbezogenheit beginnt im Bewusstsein der Einzigartigkeit des Kriegers. Der Krieger ist an dem Punkt wo das Ziel die Mittel heiligt, denn es geht ja nicht um ihn und seinesgleichen. Seinesgleichen ist vorbei. Die Würmer aus denen der Krieger sich erhoben hat sind Würmer geblieben. Die weißen Maden lass ich leben so gut es geht, wenn ich die schwere Rüstung bewege, die schwarzen mach ich nieder. Die Zeit der Reflektion ist vorbei! Das Licht wird siegen! Das Licht…
    Am Ende steht die Identifikation der Person mit der Sache. Die Person bleibt auf der Strecke, kann die Sache aber nicht ohne sich denken. Es wird Stalin, es wird Hitler, es wird Mao, es gibt Burma, es ist Darfur, es ist Saddam und folgende, Milosevic, Savonerola, Voldemort.

    Ich widerspreche: Es ist nicht die Kriegsmetapher die das Licht tragen kann, es ist die Lebensmetapher, die uns befähigt außergewöhnliches zu schaffen. (Ich dachte in Anthroland ginge es um das Werden?)
    Und da sehe ich auch Inhaltlich meine Ablehnung gegenüber dem ganzen Thema und der vergrotteten Rethorik, die mich denken lässt ich würde in einem Transportzug neben schwitzenden, vor Angst stinkenden Kameraden sitzen, auf dem Weg nach Verdun, Kanonenfutter für die Großen und mein Leben endet im Ersticken und das Licht das mir versprochen wurde, wird mir von gelblichen Nebelschwaden genommen, oder von dem Splitter einer Granate oder einem Bayonett oder ich kehre Heim, lasse aber meine Seele zurück und verliere in jedem Falle das was wirklich groß ist: Das Leben. Wem das Leben nicht genügt, der hat das ganze Abenteuer nicht verstanden, der zieht in Kriege. So sehe ich das.

    Wie gesagt, ist mit mir durchgegangen, Unterschreibe das aber gern nochmal – nüchtern, sozusagen.

  50. Hey Nerone,

    ich lass jetzt mal außer Acht, daß die Erwähnung dieser Diskussion dir von einem, der zwar keine Leuchte ist, aber tapfer wieder das anthroposophische Dunkel kämpft, aufgenötigt wurde.

    Aber überflüssig finde ich die Diskusion eigentlich nicht. Besser gesagt: Green Little Rivers Predigen dazu nicht. Macht er mit seiner „Krieger des Lichts„-Predigt nicht tatsächlich klar, was da in der Anthroposophie schlummert? Wir können das „Harry Potter“-Logik nennen (das ist nur ein wenig abfällig gemeint), wir können aber schlicht und ergreifend sagen: Da wird das dualistische Weltbild noch ehrlich ausgesprochen.

    Die Anthroposophie hat diese Seite; so distanziert zum Blavatsky-Erbe, wie mancher es gerne hätte, ist sie eben (noch?) nicht. Sie ist mit den gnostischen und manichäischen Derivaten im modernen Christentum ebenso verwandt wie mit den Lichtideologien im Zuge der Aufklärung (inklusive den Spuren, die sie in den freidenkerischen und sozialistischen Traditionen hinterlassen haben). Da ist also schon eine Blutlinie zu protestantischen Sektenbeauftragten ebenso wie zu antireligiösen „Humanisten“ 😉 Kurz: in diesem Teil ihres ideologischen Fundaments, den Gronbach so exaltiert beschreibt, liegt ihre Gefährlichkeit für eine plurale Kultur. Jan Assmanns mosaische Unterscheidung, das Gewaltpotential in einem bestimmten Wahrheitskonzept: wo lässt sich das besser als an solchen Bilderwelten erläutern, die Green Little River anpreist.

    Ich will jetzt gar nicht in das automatisierte, dumpfbackige Lamentieren über die Kriegsmetaphorik einstimmen, so wie das die Liga der Anti-Steiner-NVA tut. Wenn Bloggern bei Kriegermetaphern direkt die Fratze des Faschismus wittern, dann kann man sie fragen, ob sie ernsthaft behaupten, daß bei Foucault – oder ganz andere Baustelle: bei der Lyrik des dotcom.tod-Umfeldes – etwa auch Idioten mit rechtem Armzucken zugange sind. Und wenn so Gestalten wie der Leuchter sich in billiger Polemik darüber ergehen, ist das natürlich schon deshalb zum schmunzeln, weil sein asoziales Diskussionsverhalten zeigt, daß er in gleichen Kategorien wie die anthroposophischen „Kämpfer gegen den Drachen“ denkt.

    Aber die höfliche Interpretation von Michael Eggert, der hier ein „Synonym für Suche nach geistiger Erfahrung“ sieht, die ist dann doch zu wohlwollend. Gronbachs Heldengesang beschreibt kein spiritueller Krieger, wie wir ihn etwas aus der Castaneda-Mythologie kennen, und wir er auch unsere esoterische Populärliteratur geprägt hat. Das ist schon eher ein Heroe, wie er uns auch aus den Tiger-Phantasien eines Julius Evola anspringt. Oder einer jener Recken, die aus den Gralsschwärmerein eines Otto Rahn herabsteigen. (Und mit dem pluralen Landsknechtverständnis eines Foucault hat’s schon mal gar nichts zu tun.)

    Green Little River hat das Verdienst, daß er zurecht klarmacht, daß diese Bilderwelt vom Kampf des Lichts gegen das Dunkel zum Kernbestand der Ursprünge der Anthroposophie gehört. Und solange sie sich davon nicht verabschiedet hat, weiß man auch, warum man vor ihren warnen sollte.

    PS: Sag mal Nerone, ist das angeschimmelte Plätzchen mit dem Aufmerksamkeitsdefizit immer noch auf dem Blog? Oder hat Fürsterliesel neue Pseudonyme?

  51. Nun aber mal zu Deiner intro: oje Nerone, Dein beruflicher Mitbewerb ist groß: alle Frauen sind geborene interior designer und Nestpolsterer, viele schwule Männer auch – war gestern bei Interio (Schniekladen) eine Seifentasse kaufen und traf beschwingte Männerpaare mit Körben voller X-mas Deko und kürbisfarbener Frotteeware. Mit interior design kann man sich ein wenig gegen Schreckarchitektur draußen wehren. Na gut, ich bin konservativ wie Prinz Charles und finde die Außenwelt dekonstruiert genug, — Innenarchitektur ist für mich vor allem soziologisch interessant. Erfolgreiche Männer – deren Selbstdarstellung im Habitus doch meist gewissen Grenzen unterworfen ist – drücken den erreichten Sozialstatus gern mit Möblierung aus. Frauen improvisieren, sind pragmatischer, haben wohl immer noch weniger Geld und sammeln Wohnzeitschriften. Sehr interessantes Thema! Als Kind erlebte ich noch Wohnungen mit seit 150 Jahren unverrückten schweren Möbeln, das Spiel um sie herum organisierend empfand ich sie wie Häuser; sie bestimmten auch Geruch und Dämmerlicht mancher Räume. Damals konnte man auch schon im Vorzimmer der Wohnungen riechen ob es gerade einen Säugling im Haushalt gab, der Windelgeruch war untilgbar. Meine Mutter – Schleiflack! Einbauschränke!leichte kleine Tischchen und Fauteuils! Moderne! Licht! Hygiene! – verabscheute diese alle Bewegungen begrenzenden und definierenden Scheusäler und ich liebte dann die Kartonmöbel der Endsechziger. Jetzt wird einem schon schwindlig von den schnell wechselnden looks, ich sehne mich nach überdauernden, gealterten, beständigen Dingen (blättere wohl nicht allein im Manufactum-Katalog) – aber wie sehen Deine Innenräume aus ?

  52. wusch —– die erste Walküre ist schon gelandet! nerone – our handsome weatherboy und Geschichtenerzähler, schade daß wir nicht Deine Kinder sind, bei Dir gibts sicher die tollsten Gute-Nacht-Geschichten. Naja, vielleicht in einer nächsten Inkarnation? hoiotoho hoiotoho wo bleibt Loriot ?

  53. Ich muss daran arbeiten liebe Anette. Ich brauche ein Zeitfalte in die ich dieGeshcihcte weben kann. Vielleicht geht es heute weiter…

  54. Aber nerone. Es muss doch immer wieder neues geben. Ich such schon die ganze Zeit nach der neuen Schwarzwaldgeschichte.

  55. Werry lacki, leik ewer.

    Ewribodi lafs äbaut jur äverlastring jumor.

    Rirly Grät!

  56. http://uribi.blogspot.com/2007/10/zeroes-of-light.html
    Dearest fränds,
    here isa uribi contribution to the stupidest Antropsfyblogheadsdiscussion in internet.
    Magash! We also zeroes ofa lights!!!!!!!
    Yours frändly Murat and Mat sitting on floor with mongolian desert vodka!!!!!

  57. noch ne empfehlung

    http://www.krieger-des-lichts.de/index.htm
    da gibt es sogar ein forum…

    http://www.wolf-e.de/Literatur/KriegerDesLichts.htm
    das soll frei nach paul coelho sein.

    http://www.kriegerdeslichts.ch/
    noch so ein forum

    http://www.esoterikforum.at/forum/archive/index.php/t-2910.html
    und im esoterikforum

    http://www.krieger-des-lichtes.com/
    das ist eine seite mit der ich den begriff eigentlich in zusammenhang brachte und die optik, die mir immer so vor den augen aufblitzt, wenn ich mich dann doch mal bei groni lesend vertiefe…

    http://www.google.de/search?q=krieger+des+lichts&hl=de&client=firefox-a&rls=org.mozilla:de:official&start=0&sa=N
    usw…

  58. Ich will auf das philosophische selbstgespräch von herrn allmann vom philosophiblog hinweisen. es geht um das böse, also um das thema lichterkrieger und so:

    http://philosophieblog.de/allmann/2007/10/10/title_4

    es geht also auch wieder zurück zum thema…

  59. @Eggert

    Na, das war ja mal so richtig subtil-konspirativ-geheimwissenschaftlich-familiär-vertraulich-nett!

    Und künstlerisch, natürlich auch!

  60. Ah, verstehe. Das denken wir natürlich von Anderen ziemlich oft. Was auch daran liegen kann, dass wir eventuell selbst gerade etwas daneben sind. Und es ist ziemlich schwierig, gleichzeitig Öffentlichkeitsarbeiter zu sein – also extrem nach außen zu leben- und gleichzeitig dieses wie auch immer zu bezeichnende „Kriegersein“ zu leben, was ja ein bestimmtes Synonym für Suche nach geistiger Erfahrung ist. Schwierig, das auszupendeln, denke ich.
    Schriftsteller haben auch manchmal Probleme, das private Leben davor zu bewahren, es unter dem Gesichtspunkt des „Wie mache ich daraus eine Erzählung“ zu betrachten und zu verfälschen.

  61. weg vom haken? neben der spur? out of bounds?

  62. Da verlassen mich schon wieder meine Englischkenntnisse, verdammt. Was genau bedeutet „off the hook“?

  63. Dearest lovely Nerone,
    I ama warrior of the light. I ama nota afraid of nuthin. Green little River our hero I becama follower of his warrior triba. No more dragons, buta real peoples to cut in two, next MODUL ofa warriors ofa light: How to bathe in the blood ofa your enemy to be protected by supernatural powers?
    Are you with us or against us Nerone?
    Justa jokin…. relax… Green little River is completely off the hook. We shoulda all help hima and colllect money for his Rehab.
    Yours frändly Murat

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