Verschroben?

Jahresarbeiten ein Thema das mir nahe geht, arbeite ich doch bald ein Jahr an diesem Blog…

Die Jahresarbeit findet in der 11ten zur 12ten Klasse statt. Schüler wählen ein Thema, welches sie im Idealfall über ein Jahr bearbeiten können. Jedenfalls obliegt es den Schüler das Thema die Bearbeitung  selbst zu verwalten. Ihnen werden von Seiten des Kollegiums Lehrer an die Seite gestellt die sie beraten und in Fragestellungen betreuen können. Die Jahresarbeit ist verpflichtend für alle Schüler.

Ich will darauf hinweisen, dass die Schule in Düsseldorf das Modell der Jahresarbeiten, ihre pädagogische Betreuung und Ergebnisse seit etwa vier Jahren laufend evaluiert.  Zu den abschließenden Kolloquien werden auch Vertreter der Wirtschaft eingeladen. Im Gespräch werden hier die Arbeiten und deren Präsentation gemeinsam mit den Schülern reflektiert.

Mein Eindruck war, dass die Arbeiten durchweg Präsentationsreife erlangt haben. In ihrer Qualität unterschiedlich, sind sie dennoch untereinander kaum vergleichbar, da die Jugendlichen mit unterschiedlichen Kompetenzen ins rennen gehen. Am Ende steht auch nicht der direkte Vergleich sondern die Entwicklungsleistung innerhalb eines Jahres. Allen Schüler gelingt es im Vortrag vor einem vollem Auditorium mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit ihre Arbeiten vorzutragen.

Dieses Jahr zu Gast waren unter anderem die bildungspolitischen Sprecherinnen von der SPD, Frau Ute Schäfer und den Grünen Frau Sigrid Beer, sowie die Ratfrau Marlies Strack-Zimmermann von der FDP. Als nun schon langjährige Beobachterin des Projekts nahm dieses Jahr auch wieder Frau Prof. Dr. Hammer, Prorektorin der Heinrich-Heine-Universität teil.

2 Antworten

  1. Martin, deine Erfahrungen sind mir wohlbekannt! Es ist tatsächlich die bekannte Selbsterziehung, die notwendig ist, um eine Arbeit abzuliefern, die auch anderen von Nutzen ist. Eine Herausforderung, der man ja später auch immer wieder gewachsen sein muss, warum soll man sie eben nicht gleich von Anfang an lernen.

    Ablenkung ist schon ein Hindernis, ich finde Stabilität im Leben wirkt dagegen. Aber die ist etwas, was gebildet wird und zum Teil Glückssache.

    Ich hab meine Jahresarbeit in Mathe machen müssen, damals hatte ich nämlich eine eins. Thema: „Wie fälsche ich eine Statistik“ Das sollte eine kritische Auseinandersetzung sein und jungen Leuten helfen, sich von Meinungsmache durch gesunden Menschenverstand zu distanzieren.

    Die Vervollständigung dieser Arbeit müsste heissen: „Mathematik als Grundlage für das soziale Wesen“. Mathe ist ja auch Grundlage für andere Wissenschaften, z.B. Physik und die schöne Musik.

  2. Das mit der Selbstverständlichkeit vor einem vollen Auditorium ist jahrelange Übung. Was mich an Staatsschülern immer irritiert hat ist die Scheu vor der Klasse oder anderen großen Menschenmengen frei zu sprechen. Da kann man als Waldorfschüler auf die Erfahrungen des Morgenspruchs, der Monatsfeiern, der Klassenspiele und vieles mehr zurückgreifen die es den allermeisten Schülern ermöglicht sich nicht davon irritieren zu lassen.
    Es gibt im klassischen Konzept übrigens zwei Jahresarbeiten. Eine in der Achten Klasse und eine in der Zwölften. Meine Jahresarbeiten wahren sehr sehr unterschiedlich, während ich mich in der achten Klasse richtig reingehängt habe (Ich hatte einen eigenen Bienenschwarm für den ich einen Schaukasten gebaut habe) war die Sache in der zwölften Klasse nen schlechter Scherz. Was ein bisschen unglücklich ist ist das Jahresarbeiten immer mit Klassenspielen in dasselbe Jahr fallen und in der zwölften Klasse kommt auch noch der Eurythmieabschluss dazu … so das die Schüler meist kein Jahr an den Arbeiten sitzen sondern auch noch vielfältig anderweitig abgelenkt sind. Vieleicht gehört das aber auch dazu.

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