Schwarzwald [4]

An den späteren Aufstieg wollte er gar nicht denken, als er gut gelaunt in das Tal hinunter schritt, vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzend, immer wieder mit einem besorgten Blick für seinen Esel, besorgt darum, dass der seine Schritte ebenso sorgsam wählte. Der Weg war nicht sehr breit, da der eigentliche Übergang weiter nördlich über die Wutach führte. Eine schöne Brücke, wie ein Haus über dem Wasser sollte es dort geben. Bei Zeiten wollte er einen Weg in der Schlucht dorthin erkunden. Der Pfad herab aber, dachte er gut gelaunt, dieser Pfad sollte bald breiter werden. Wenn erst einmal das Mehl auf Karren hier hinauf geschafft werden soll, ging es ihm übermütig durch den Kopf – und vielleicht des Winters das Schnittholz, wenn ich erst einmal… -, dann jedenfalls bräuchte es einen festeren Weg, damit kein Unheil über Mensch, Tier und Wahre komme. Fröhlich, aber in Sorge um seinen Esel Schrinschran zog er weiter. Der war mit dem nötigsten beladen. Man könnte meinen er trüge kaum eine Last, dass er aber ein langes Leben mit sich herum trug – mit oder ohne Pack – und auch schon viele Schläge hatte erleben müssen, bevor der alte Huber, Andreas Großvater, den armen, schon alten Esel vom prügelnden Meier für einen Heller abkaufte und somit, um seinem Enkel eine Freude zu machen, rettete, dass er also schwer vom Leben war, das zeigte sein graues, räudiges Fell. Dem Andreas aber war es als ginge sein Großvater hinter ihm. So sehr er sich um den alten Esel sorgte, so sehr war ihm, als würde eine schwere, von der harten Arbeit gezeichnete, warme Hand auf seiner Schulter liegen und ihm mit freundlichem Druck bescheiden: Geh weiter Junge, das ist der rechte Weg. So sprach er mal beruhigend auf ihn ein:“Schrinschran, mein alter Freund, zieh an, aber lass dir Zeit den Weg zu finden.“ Und ein anderes Mal erzählte er ihm fragend von seinen Vorhaben, als wollte er sich Rat bei seinem grauen Freund hole: „Was meinst du, weiser Freund? Wenn ich erst den Stein hier gefunden habe, der uns das Mehl mahlen kann – wie viel Zeit wird es brauchen, bis wir mit dem Geld verdienen beginnen können? Und bis dahin verding ich mich beim Zimmermann als Gehilfe – bringe mein teuer Werkzeug mit – und er hilft mir dann beim Bau der Mühle. Es wird schon gehen.“ Der junge Müller hatte von seinem Vater einige gute Werkzeuge auf den Weg mitbekommen, nicht ohne die dringende Mahnung – und der Mahnungen durch den Vater erinnerte sich Andreas fast einer jeden, vor allem jener, die dieser mit der Strenge des Gürtels ihm eingebläut hatte -, und da der Junge dem Vater gefallen und nicht mit Zorn im Bauch abziehen konnte, sagte er, dass er sie wie einen Schatz halten wolle.

 

weiter… 

3 Antworten

  1. Na ja, da hat ja das gute Eselchen Glück gehabt, beim verständnisvollen Junior unterzukommen.

    Und was ist jetzt besser: der Aushilfsjob oder das Eigenheim? Man soll Weg und Ziel nicht verwechseln, es muss wohl eines nach dem anderen sein.

    Hallo Murat, schon wieder! Dein Deutsch wird übrigens immer besser!

  2. Justa beautiful „mit der Strenge des Gürtels eingebläut hatte“ now I understanda where this word to blue in -eingebläut, coma froma.
    Yours frändly Murat
    P.S. I learna djerman and then I will commentate in Djerman, although Herrmann our djerman editor says I will never learna ita.

  3. encore, encore!

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: