Schwarzwald [1]

Wenn man vom Stalleg aus, einem Aussiedlerhof, der zur Gemeinde von Göschweiler gehört, über das Land schaut: einige Apfelbäume im Vordergrund, dann ein herbstlich gelbes Feld bis hin zum dunklen satten Streifen Grün, der eine mystische Schneise längs der Fläche von diesseits und jenseits der Wutachtschlucht zieht, meint man nur wenige Schritte laufen zu müssen um die gegenüber ansteigenden Wiesen zu erreichen, die zu dem lang gestreckten Ort dort drüben, auf der anderen Seite, gehören. Nähert man sich dem grünen Streifen erkennt man die Spitzen meterhoher Nadelbäume, die ihre Wurzeln tief in die Hänge oberhalb der Wutach graben, um nicht in die tosende, niemals stille Tiefe zu rutschen, deren immer währendes Rauschen, Fließen und Stürzen sich erst jetzt, am Rande der sich unter den Wanderern öffnenden Wunde in der Landschaft, in die Ohren dringt. Viele Meter hinab in die Schlucht führen Wege, wie dieser, der bald die Sonne verlässt und in den Schatten führt – mit jedem Schritt den gewaltigen Reißen der Wutach entgegen. Das Gefälle der Schlucht lässt dem Licht mehr Spielraum und Wege zwischen den Bäumen als andernorts in den Wäldern der Region. Und so gewöhnt sich das Auge leichter an den Abstieg, als die Ohren an das Tönen. Über die Wutach führt an dieser Stelle die Stallegger Brücke, eine Hausbrücke. Sie markiert eine von zwei mittelalterlichen Handelswegen, die über den Wasserlauf führten. Folgt man dem Lauf der Wutach von der Stallegger Brücke aus nach Süden, gelangt man nach einer gemächlichen Stunde Wanderschaft an die Schattenmühle.

 

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2 Antworten

  1. Na also, der Wanderer!🙂

    wie schön, Sie wieder zu lesen, Elisabeth Potschka, ja, es ist wirklich eine wunderschöne Beschreibung.

    Sie lädt zu etlichen Wiederholungen ein!

  2. Ja, schöne Erinnerungen. Du hast es als Wanderer beschrieben. Ich wünschte, ich könnte es als Kajaker erzählen. Die Bilder, die ich als „Umsetzerin“ noch in Erinnerung habe, überbieten deine Beschreibungen keineswegs. Sie würden sie begleiten und bestätigen.
    Eintauchen – schön, freut mich, dass du eine erlebnisreiche Urlaubszeit hattest. Gut, dass du wieder da bist.
    Herzlichst
    Elisabeth

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