Ist gerade so schön still hier

Ich hatte ein Fazit in Aussicht gestellt. Ich wollte damit die vorgehende Diskussion zu einem Ende bringen, abschließen, rückblicken. Mir fehlt ein wenig die Kraft dazu. Ich habe Sorge die Ruhe aufzuwirbeln, die sich in dem Blog gerade breit macht. Einige Tage nun schon habe ich jeglichen Kommentar hier vermieden und fast habe ich den Eindruck die Ruhe bereitet den Weg für neue Themen.

Ganz ohne Rückblick kann ich mich aber wohl nicht davon schleichen. Also:

Das Medium schafft keinen Raum für Diskussionen. Wenn überhaupt tauscht man Haltungen, Meinungen aus und sucht sich die Belege und Quellen aus einem breiten Angebot, die die eigene Position stützen. Der Andere hat a priori unrecht, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Und obwohl man meinen möchte diese Mechanismen seine uns als medienerfahrene Menschen des 21 Jahrhunderts bewusst, verfallen wir in die Banalitäten der verkürzenden Aussagen. Ein Schlagabtausch findet nicht statt, weil man von vornherein nicht in denselben Ring steigt. Das längs eines Argumentes entlang eine Entwicklung im Gespräch entsteht, dass den Eindruck hinterlässt, hier wird verstanden, wenn auch nicht geteilt ist undenkbar. Ich glaube übrigens nicht, dass das Phänomen auf die hier behandelte Thematik beschränkt bleibt. Wären wir Blumenzüchter – im Netz würden wir nicht einen Nenner finden, der uns einander näher brächte in der Klassifizierung einer Blüte.

Fortifikation? Neben der Fragmentierung des Netzes auch noch ein Mauerbau der Systeme? Was bedeutet dann noch Kommunikation? Wer schreit lauter? Wer ist häufiger zu lesen? Die selben medialen Traditionen, wie Spiegel, Bildzeitung, Superillu? Oder: Vera am Mittag? Geht es hier um Talkshow? Wir waren nahe an dem Niveau dran.

Wir sind dem ein wenig entronnen. Hoffnung für dieses Medium als diskursive Plattform macht mir das nicht wirklich. Lehrreich bleibt es dennoch. Der Informationsgehalt der Diskussion findet sich zwischen den Zeilen. Es gilt hier nicht, wer schreibt der bleibt. Im Gegenteil, es geht hier um den Umgang mit Sprache. Lesend, wie schreibend. Einen Patzer habe ich ausgebügelt und ich glaube immer noch, dass das richtig war. Andere stehen noch dort, bereit bewertet zu werden. Aber auch da wird der Voreingenommene Leser immer finden was er sucht.

Ich hoffe auf jene, die der Zufall oder einfaches Interessse hierher verschlägt, auf dass sie zumindest sich ein Urteilchen zum Stand der Diskussion innerhalb der Anthrosphäre und den Kritikern bilden können.

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