Fakten, Interpretationen, Geschehnisse

Der Ordnung halber poste ich nur insoweit moderiert, als ich den Kommentar von Felix Hau jetzt einen eigenen Kommentarstrang anbiete. Nach der Erfahrung des laufenden Tages, verlorene Liebesmühe, wie ich zugebe. Die Kombattanten haben ja schon Position bezogen und scharren lautstark mit den Füssen. Hier eröffnet Hau mit einer Kritik an den Kritikern.

Ein spannender Auftakt wie ich finde, ist Hau doch selber ein kritischer Kopf innerhalb der Anthrosphäre und in seiner Position bezüglich dem Umgang mit Steiners Texten nicht zweideutig. Ich erhoffe mir von der folgenden Diskussion, dass heute schon klar wird was morgen zu beanstanden sein wird. Ich bin davon sogar überzeugt, dass wir mit dem abschließenden Urteil der Prüfstelle genau dieselben Argumente, die wir heute hier austauschen, dann wieder begegnen werden.

Für nerone hege ich die Hoffnung mit diesem und dem folgenden Beitrag, der Herr Lichtes Kommentar veröffentlicht, für die eigenen Betrachtungen einen vorläufigen Abschluß zu finden und das hier lesbar wird wie die Positionen und deren Akteure mit dem Thema umgehen. Das ist der Quell meiner Meinungsbildung, die ich dem Leser zumuten kann, glaube ich. Der Kontext den nerone bildet ist weitreichend genug um meine eigene Position darzustellen, dass ich mir um eine Verzerrung des eigenen Standpunktes keine Sorgen mache. Hier gilt: jeder ist für das was er schreibt selbst verantwortlich, wer sich zum Affen macht, macht sich zum Affen.

Wichtig ist mir, dass Personen ausschließlich inhaltlich angegriffen werden. Wer andere die hier kommentieren beleidigt oder diffamiert gefährdet früher oder später die Veröffentlichung des Kommentars. Allerdings denke ich nicht, das ich ein guter Schiedsrichter bin, deswegen bitte ich mir Unachtsamkeiten nachzusehen. Manches was gesagt wird empfinde ich nicht als verletzend, weil ich mich schlicht im Vorwurf nicht erkennen kann. Aber bitte unterlasst Abmahnungsvorschläge, auf die kann ich nicht reagieren. Warum, müsste einleuchtend sein: Reagiere ich, heißt es ich ziehe den Schwanz ein, reagiere ich nicht: dito. Das mache ich nicht mit. Das lässt mich dann als Affen dastehen.

Ansonsten möchte ich noch sagen, dass ich mir bewusst darüber bin, dass ich mich hier absolut überschätze und die Welt sich auch dreht, wenn ich den Rechner ausmache.
Dennoch gebe ich nun die Manege frei für eine weitere Runde:

Sebastian schrieb:

Och, bezüglich des Zustandekommens der niederländischen Kommission aufgrund des öffentlichen Drucks, sind einfach die Fakten doch vergleisweise einleuchtend.

Es handelt sich aber nicht um Fakten, sondern um Interpretationen von Geschehnissen. Dass der Untersuchung eine massive – und begründete – Entrüstungswelle in der niederländischen Öffentlichkeit vorausgegangen ist, ist hinlänglich bekannt und wird von niemandem bestritten.
Nur war das noch nicht der Anlass für die Einsetzung der Untersuchungskomission.
Auf den öffentlichen Druck hin hatte die Niederländische Anthroposophische Landesgesellschaft damals folgende Pressemeldung in Umlauf gebracht:

“Der Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft in den Niederlanden bedauert die Situation, die nach den Äußerungen seines Vize-Vorsitzenden entstanden ist. Rassismus und Diskriminierung finden wir absolut verwerflich. Jede Auffassung, die die Gleichwertigkeit der Menschen in Frage stellt, lehnen wir prinzipiell ab. Insofern bei Rudolf Steiner eine Rassenlehre vorkommt, distanzieren wir uns ausdrücklich davon.”

Damit war der Fall öffentlich erledigt.
Er begann dann allerdings in der internen Diskussion ein Thema zu werden. Und eine Folge dieser internen Diskussion ist der Auftrag an die Komission um den Den Haager Menschenrechtsjuristen Ted van Baarda.

Was mich an der stellvertretend von Ihnen, Sebastian, hier vertretenen Position, die ich nach 10 Jahren unermüdlicher Wiederholung auswendig kenne, nach wie vor ärgert, ist zweierlei: Erstens könnten Sie all das wissen, wenn Sie wenigstens gelesen hätten, was Sie glauben nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen. Zweitens ist das Kriterium der Wissenschaftlichkeit und Objektivität keines, das sich an subjektiven Standpunkten festmachen lässt – andernfalls beispielsweise Andreas Lichte and friends wegen ihres deutlich weltanschaulichen Hintergrundes noch vor jeder anderweitigen Bewertung ihrer Kritik von vornherein als ernstzunehmende Anthroposophie-Kritiker ausscheiden müssten.
Ob die geforderten Kriterien gegeben sind, lässt sich nicht an inneren Haltungen, sondern ausschließlich an der Nachvollziehbarkeit, Schlüssigkeit und Transparenz der Methodik eines entsprechenden Vorgehens und an dem Umstand festmachen, ob der aufgestellte Maßstab durchgehend Referenzpunkt ist.

Es gibt wahrlich genügend Dinge, die einen einigermaßen vernünftigen Anthroposophen in Bezug auf die internen Debatten enervieren können. Es gibt aber auch einiges, was das Gespräch mit Kritikern so gut wie unmöglich macht. Dazu gehört penetrante Ignoranz, permanente Unterstellung und ein totaler Reflektionsmangel in Bezug auf die eigene weltanschauliche Brille auf Kritiker- und das heißt: auf Ihrer Seite.

Sep 8, 1:58 AM / vormittags

21 Antworten

  1. Felix schreibt:

    „Und jetzt raten Sie, warum nicht.“

    Ich komm‘ nicht drauf.

    Ich sehe nur, dass „Försterliesel“ lieber nicht drüber sprechen möchte.

    Aber warum denn auch alle anderen nicht?

  2. Zum Umgang mit Kritikern gehört realistischerweise auch der Hinweis ob und wobei sie zivile Rechte verletzen; wenn manche Kritiker das selbst nicht mitbedenken (können), bekommen sie mit dem Hinweis sogar noch eine gratis Dienstleistung. Interessant ist dieser thread nicht mehr, in erheblicher Redundanz haben sich Profile abgezeichnet, – also kannst Du ihn meinetwegen gerne schließen, Nerone.

  3. Noch ein kleiner Nachtrag. Es geht mir hier nicht die Anthroposophie zu diskreditieren, ist auch nicht nötig, weil Anthroposophie viele Menschen durch ihr Menschenbild Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammengeführt hat. Sie muss an manchen Stellen redigiert werden ohne Steiner, der ist nämlich tot und die Welt hat sich weitergedreht.
    Nur noch so viel
    Andreas Geiss

  4. Liebe Diskutierende,
    warum lassen wir nicht Afrikaner und andere Menschen anderer Kulturkreise, als den unseren kleinen, sprechen, wie sie diese „rassistischen Stellen“ bei Steiner verstehen und auffassen. Meine persönlichen Erfahrungen waren die, dass die Betroffenen, sehr unverständig darauf reagiert haben und sie schlicht und einfach als rassistisch eingestuft haben. Auch Freunde jüdischer Herkunft haben die Aufführungspraxis des Dreikönigsspiel in anthroposophischen Einrichtungen mit Entsetzen über sich ergehen lassen. Da muss man wirklich nicht weiter diskutieren und sich gegenseitig argumentativ mit Dreck beschmeissen, sondern einfach handeln und aktiv werden. Wann fangen Sie endlich alle damit an?
    Ich warte seit Jahren darauf und in dieser Inkarnaton scheint es gibt es als Antworten nur Relativierungen und Beschimpfungen. Und in der Schweiz wo ich lebe, werden rassistische Äusserungen und Polemiken als agnz normal hingenommen. Es reicht!
    Und bitte keine Saalschlachten. Es geht tatsächlich ums Ganze.
    Andreas Geiss

  5. Was Sie aber nicht daran hindert, wilde Gerüchte in die Welt zu setzen …

    Total wild, die Gerüchte.
    Stimmt’s denn nun? Sie weichen aus …

  6. @felix
    @lichte
    und auch
    @försterliese

    Ach ja, das Thema war ja Umgang mit Kritikern… 🙂

    ich kann nur warnen, ansonsten wie gesagt, überlasse ich den Komba-(Tanten) das Feld. Unterstellungen lassen sich auch Offline austauschen, aber die Wahl der Waffen liegt bei euch. Wenn mich der Strang nicht mehr interessiert, mache ich ihn dicht….

  7. Sehr geehrter Herr Lichte,

    dann schreiben sie das doch so. Warum diese Copy/Paste verfahren? Das gehört nicht zum guten Ton, wie ich finde. Darum ging es mir vor allem! Ich habe kein Problem Ihnen Raum zum Überstellen Ihrer Nachrichten einzuräumen, wie sie sich hier überzeugen können.

  8. @Felix

    offensichtlich wissen Sie nichts, rein gar nichts.

    Was Sie aber nicht daran hindert, wilde Gerüchte in die Welt zu setzen … siehe: http://www.info3.de/wordpressnews/?p=63

    „Andreas Lichte schreibt:
    Samstag, 21. Juli 2007 um 15:34 Uhr.

    Dr. Marx schreibt: “Woher weiß Jens Heisterkamp, dass Frau Husmann-Kastein das Familienministerium “bearbeitet” hat?”

    Antwort: Jens Heisterkamp weiß es NICHT. Dies ist kein Insiderwissen. Dies ist nur eine von vielen bösartigen Unterstellungen, um Kritik abzuwehren: Wenn man in der Sache – Steiners offensichtlichem Rassismus – nichts mehr zu erwidern hat, diffamiert man eben den Überbringer der schlechten Nachricht. (…)“

    (für den Außenstehenden: ich hatte seinerzeit Felix gebeten, doch bitte endlich meinen Kommentar zu veröffentlich)

  9. Ja , was denn nun? “Agnostiker”? “Christlicher Fundamentalist”? “Linker”? “Rechter”?

    Protestant, Herr Lichte. Jedenfalls ist das meine Annahme.
    Falsch?

  10. @Felix:

    Ja , was denn nun? „Agnostiker“? „Christlicher Fundamentalist“? „Linker“? „Rechter“?

    Haben Sie noch ein anderes Etikett für den „Feind“? Das ist doch richtig schwach, was Sie da zum besten geben.

  11. @nerone

    Molau ist sicher nicht mein Kronzeuge.

    Molau ist meine letzte deutliche Aufforderung, sich ENDLICH eindeutig zu distanzieren. Es reicht nicht, dauernd zu behaupten „Wir sind die Guten“. Oder wie es Hardorp sagt:
    „(…) wenn es mit der richtigen Gesinnung geschieht“. Siehe: http://www.themen-der-zeit.de/content/Unzeitgemaesses_Vokabular.92.0.html

    Sie verwechseln mich als Überinger der schlechten Nachricht mit der schlechten Nachricht.

  12. Kann mir mal jemand sagen, welchen “deutlich weltanschaulichen Hintergrund” ich habe?

    Ich halte es schon für problematisch, dass Sie das nicht selbst wissen.
    Herr Gandow wird doch damals keinen Agnostiker als Assistent eingestellt haben (was im Übrigen auch nicht für eine weltanschauliche Neutralität – die gibt es nicht -, aber gegen meine unterstellte Deutlichkeit sprechen würde).

    Warum schreiben Sie nicht gleich “Gruppenseele”?

    Weil ich „eine Art Spiel-, Einkaufs- oder Kegelgemeinschaft“ meinte, Herr Lichte.

  13. Herr Lichte,

    ich lasse ihren obigen Beitrag stehen. Warum? Weil er deutlich macht, wie sie mit diesem Forum umgehen. Wenn Molau ihr einziger Kronzeuge ist, bitte. Wenn sie noch nicht mein Anliegen verstanden haben, bitte. Wenn das ihre Art mit Beleidigungen (https://nerone.wordpress.com/2007/09/08/fakten-interpretationen-geschehnisse/#comment-1193) umzugehen ist, bitte. Ich halte das für eine Missachtung meines Hausrechtes. Für so etwas benötigt man einen eigenen Blog, Herr Lichte.

    Zu den Unterstellungen der „Spielgemeinschaft“.
    Das ist freilich nicht belegbar. Man sollte auch nicht darauf rumreiten. Herr Lichte steht deutlich mit seinem Namen im Kreuzfeuer und das verlangt Respekt, mehr nicht, aber auch nicht weniger. Was allerdings das Verhältnis der Anonymen zu den Transparenten angeht, die hier im Blog unterwegs sind, stehen die Sympathisanten im Plus, Herr Lichte. So wie ich NWAs und Sebastians Anonymität ertrage, so werden sie sicherlich auch auch mit Försterliese klar kommen.

  14. Bevor ich weiter lese möchte ich mich auf Sebastians Artikel beziehen, der endliche ienen Tonfall anschlägt, der mir behagt. Da ich ihn nicht kenne hier mein Einwand zu folgender Passage:

    „In diesem Blog schreibt dazu Försterliesel, man möge das als

    „Illustration für Steiners Vorstellung von Unabgeschlossenheit und Permeabilität von Individuen“

    verstehen.

    Ein kritisches Wort dazu habe ich von Ihnen, von nerone, von allen anderen Anthroposophen hier gar nicht gesehen, obwohl das sonst immer so schnell geht, mit dem „Hau druff“.“

    Kritik zu dieser und anderer Haltung finden sie im Verlauf des gesamten Blogs. Es gibt Dinge, die sprechen für sich, die spreche ich auch nicht mehr an. Die habe ich auch schon oft besprochen. Neu an dieser Diskussion ist für mich die Auseinandersetzung zwischen Kritikern und Kritisierten und die Hoffnung, dass Schnittmenge transparent werden. Sebastian, sie müssen noch mehr lesen, wie es scheint. Ich auch.

    So, jetzt lese ich noch den Rest.

  15. Ein Unterstützer für Rudolf Steiner?

    „(…) Denn, so ließ uns das Frankfurter »Qualitätsblatt« [Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Artikel vom 8.7.2007, „Im Neger wird fortwährend gekocht“] wissen, das Bundesfamilienministerium habe beantragt, zwei Bände der Steiner-Gesamtausgabe als jugendgefährdend auf den Index zu setzen. (…)

    Steiner sprach im Juni 1910 im norwegischen Kristiana (heute Oslo) über die »Mission einzelner Volksseelen«, und das rührt die zarte bundesrepublikanische Seele natürlich auf. Die kennt bekanntlich nur noch Menschen. Steiner dagegen nimmt nicht nur rein phänomenologisch die Tatsache zur Kenntnis, daß die Menschen nicht nur unterschiedlich aussehen und unterschiedliche Sprachen sprechen. Er erdreistet sich aus heutiger Sicht, daraus auch noch Schlußfolgerungen zu ziehen, zum Beispiel, daß jedes Volk seine eigene Bestimmung hat. Das Wirken der USA hatte Steiner bereits 1917 als ein Wirken der materialistischen Welt gegen Europa verstanden. Vor der Zerstörung der Deutschen als Volk warnte er bereits damals eindringlich, als Deutschland im Ersten Weltkrieg eingekreist und bekämpft wurde: »Wenn ein Volk, bevor es seine Mission erfüllt hat, hingemordet würde oder in seiner Existenz beeinträchtigt würde, dann tritt nicht eine andere an seine Stelle. Völker müssen sich ausleben.« Das gilt auch für die Deutschen, »weil das deutsche Wesen in der Weltentwicklung seine Mission erfüllen muß, weil nichts da sein würde, was die rein äußere materialistische Weltanschauung erheben würde zu jener ideellsten spirituellen Höhe, deren Intention im deutsche Wesen liegt«.

    Unterschiede zwischen Schwarz und Weiß

    Soweit kam die Redaktion der FAS allerdings gar nicht erst. Sie blieb bereits dabei hängen, daß Steiner Unterschiede zwischen der weißen und der schwarzen Rasse ausmachte. Zwar werden heute Medikamente im Lichte der modernen Genforschung auf Schwarze oder Weiße hin unterschiedlich abgestimmt, aber Unterschiede – weil nicht sein kann, was nicht sein darf – gibt es natürlich trotzdem nicht zwischen den Rassen. Die Tatsache, daß der Anthroposoph die weiße Rasse als zukünftige ansah, die am Geiste schaffe, das raubt der vermutlich noch mehrheitlich weißen Redaktion in Frankfurt den Schlaf. Als guter Bundesdeutscher hat man doch mit der Umerziehungsmilch eingeflößt bekommen, per se schlechter zu sein. »Die Europäer lenkt der Geist, die Afrikaner der Trieb«, spitzt die Zeitung die steinersche These sehr schön zu. Daran ist natürlich »nichts« – man muß sich nur die AIDS-Rate in Uganda oder Südafrika ansehen. Was macht die FAS eigentlich, wenn die Granden des bundesdeutschen Geisteslebens nun einmal herausbekommen, daß die Rückbesinnung auf den Trieb die einzig wahre Lebensform ist? Sind dann mit der steinerschen Definition die zur Blutarmut neigenden Europäer beleidigt? Oder gilt »rassistische Anfeindung« ohnehin nur, wenn man Schwarzer oder Jude ist? Und gibt es hier auch noch Abstufungen im Rang?

    Die Waldorfschulbewegung übt sich derweil in Selbstanklage und Bußhaltung. wie der in flagranti erwischte Ehemann: »Es ist alles ganz anders, als du denkst«. »Ordentliche« Anthroposophen ordnen die Aussagen Steiners in den »Zeitkontext« ein. Und wenn sonst auch die Erkenntnisse des Herrn und Meisters überzeitlicher Natur sind, eherne Wahrheiten aussprechen, ist doch alles, was über Rasse und Volkskunde gesagt wurde, so heute nicht mehr gültig. Die hilflosen Versuche der Waldörfler sind nachvollziehbar, wird doch heute jeder »Rassist« gesellschaftlich geschlachtet.

    Dilemma der Waldorfpädagogen

    Dabei stecken die Reformpädagogen im Geiste Rudolf Steiners in einem unüberbrückbaren Dilemma. Steiners gesamter Lebensentwurf steht diesem System heute diametral entgegen. Und jeder, der grundsätzliche Fragen stellt, darf mit grundsätzlichem politischen Sperrfeuer rechnen. Wie erklärt die Waldorfschule die notorisch großen Klassen, ohne sich dem typischen Vorwurf ausgesetzt zu sehen, der auch Nationaldemokraten vorgehalten wird: Sie betonten den Gemeinschaftsaspekt gegenüber dem Individualgedanken, der das bundesrepublikanische Denken durchseucht. Was ist mit der »geliebten Autorität«, die Steiner vom Lehrer forderte und die im Zeitalter des Egalitarismus eine Kampfansage bedeutet? Ob linke Bildungsreformer wirklich schon einmal genau den Inhalt manches Zeugnisspruches realisiert haben, der im Geiste von »Gender Mainstreaming« eine Katastrophe sein dürfte? Denn der gute Anthroposoph kämpfte im Geiste Michaels für das Licht in dunkler Zeit, die unsere Globalisierungsjünger doch als licht ansehen müßten. Und da wird mancher Junge aus alternativem Elternhaus zum eisernen Ritter, der mit dem Schwerte für die Werte kämpft. Ganz gegen alle Gewohnheit erheben sich Waldorfschüler bis zur 12. Klasse, wenn ihr Lehrer hereinkommt. Steiner fand sich herumlümmelnde »Rangen« jeden Alters mithin ziemlich unangenehm. Oder ob das Familienministerium vielleicht die Runenschnitzereien der vierten Klasse und die kernigen Stabreime nicht doch noch auf den Plan rufen?

    Die Waldorfschulbewegung wäre gut damit beraten, nicht die pflichtschuldige Unterwerfung vor einem bundesdeutschen Versagerstaat zu üben, dessen geistige Dimension sich inzwischen auf die Diskussion über Steuern und Abgaben beschränkt. Jede klammheimliche Freude, wenn der Nationaldemokrat von nebenan als Rassist beschimpft wird, sollte der Sorge weichen, daß im Geiste der Ab- und Ausgrenzung nichts Geistiges wachsen kann. Denn jede dissidente gesellschaftliche Gruppe darf in diesem Staat darauf warten, wann sie auf die Schlachtbank der politischen Korrektheit geführt werden wird. Derweil ist die Waldorfschule noch eine Oase für alle Zeitgeistgeschädigten, die für ihre Kinder mehr erwarten, als daß sie funktionierende Rädchen im globalen System sind. Jedenfalls so lange, wie die Lehrer an den Steinerschulen im vorauseilenden Gehorsam nicht alle ihre Prinzipien über Bord werfen.“

    Der Autor war acht Jahre lang als Klassen- und Oberstufenlehrer an einer Waldorfschule in Niedersachsen tätig.

    aus:

    „Von der Mission der Volksseelen – Wer »schützt« die Jugend vor Rudolf Steiners »Rassentheorie«?“, Andreas Molau, NPD

    Siehe: http://www.deutsche-stimme.de/index.html

    dort unter: „Kultur und Geistesleben“

  16. @Försterliesel:

    Sie haben mir immer noch nicht gesagt, welchen “deutlich weltanschaulichen Hintergrund” ich habe. Ich bitte um eine unmißverständliche Antwort.

    Ob der Ausgang des Prüfverfahrens für Sie und die Anthroposophie ein Erfolg war, wird sich noch erweisen. Ich warte GESPANNT auf die Kommentierung und die anschließende Bewertung durch die BPjM.

    Ob ich mir in diesem Diskussionsforum geschadet habe, wage ich doch stark zu bezweifeln. Womit denn? Beispiel?

    Über mein Betätigungsfeld brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen, verraten Sie mir doch lieber endlich Ihres! (Zeter und Mordio eines Anonymus schadet Ihrer „Bewegung“)

  17. Felix Haus Verdacht auf „Spielgemeinschaft“ ist gerechtfertigt, da die drei Genannten in den Diskursen hier konzertant auftreten. Herrn Lichtes Kritikerkonjunktur erleidet durch die Entscheidung des Gremiums ja nun leider, leider einen Einbruch und er wird sich nach anderen
    Betätigungsfeldern umsehen müssen. NWAs allererste posts (die Theo Geschichte) erschienen mir wie geschickt gesetzte Provokationen eines akademischen Materialsammlers, der letzte nun ist ganz und gar nicht geschickt, rechtlich durchaus belangbar und läßt eher auf eine emotionale Fixierung auf das Thema schließen. NWA hat sich zu anderen Diskussionen verlinkt, eine größere Öffentlichkeit hat er aber erst durch die Diskussion hier erhalten, und das ist bedauerlich.
    @ Herr Lichte: wenn man als Gutachter öffentlich auftritt hat man konventionelle Vorgaben wie Fundiertheit, Seriosität etc.. einzuhalten; insofern haben Sie sich in den Diskussionen hier nachhaltig selbst geschädigt.

  18. Was soll das?

    Zitat: „Andreas Lichte and friends wegen ihres deutlich weltanschaulichen Hintergrundes“

    Kann mir mal jemand sagen, welchen „deutlich weltanschaulichen Hintergrund“ ich habe?

    Was soll das?

    Zitat: „Sind Sie, Herr Lichte, Josef und NWA eigentlich so eine Art Spiel-, Einkaufs- oder Kegelgemeinschaft?“

    Warum schreiben Sie nicht gleich „Gruppenseele“?

    Der blog verkommt endgültig zu einer Sammlung von Beleidigungen.

  19. Sebastian schrieb:

    Ihr Arbeitgeber, Herr Heisterkamp, betont fortwährend, die niederländischen Kollegen hätten von sich aus eine vorbildliche Selbstkritik geübt.

    Sie sind ermüdend, Sebastian.

    1. Jens Heisterkamp behauptet nirgends, dass sie das „von sich aus“ getan hätten.
    2. Sie haben es allerdings tatsächlich von sich aus getan.
    3. Jens Heisterkamp ist nicht mein Arbeitgeber; der bin ich selbst.

    Worauf ich mit den Links aufmerksam machen wollte, war genau das, was Sie jetzt (!) einräumen, dass die Gründung der niederländischen Kommission unter dem Druck der veröffentlichten Meinung erfolgte.

    :)))
    „… unter dem Druck der veröffentlichten Meinung“ …
    Wollen Sie sich jetzt eigentlich selbst verscheißern?

    Nerone sprach auch sinngemäß in seinem Intro zum letzten thread davon, dass die Anthroposophie z.Z. in Deutschland mehr geschoben wird als sich von selbst zu bewegen.

    Diese Ansicht teile ich.

    Die Parallele zu den Niederlanden Ende der 90er ist doch offenkundig.

    Nein – die wird mit sehr fragwürdigen Mitteln mühsam, aber erfolglos konstruiert.

    Und das ist doch auch genau das, was sie selber, aus anderer Perspektive, sagen.

    Das sage ich ganz bestimmt nicht; es wäre glatter Unsinn.

    Dasselbe lese ich auch in dem von vielen gelesenen Artikel der „NWA“.

    ;-))))
    Von vielen gelesen. Aha.
    Sind Sie, Herr Lichte, Josef und NWA eigentlich so eine Art Spiel-, Einkaufs- oder Kegelgemeinschaft?

    Die Bewertungen sind höchst unterschiedlich. Aber es ist doch schon einiges wert, wenn rein faktische Chronologien wenigstens nicht einfach penetrant unter den Tisch gekehrt werden.

    Das tut ja niemand. Ich kann nichts dafür, wenn Sie die Chronologie, die allgemein bekannt ist, nicht kennen. Und es nützt auch nichts, wenn Sie sie hartnäckig nach Ihrem Belieben uminterpretieren; davon ändert sie sich nicht.

    Was mich zudem verwundert: Die niederländische Kommission hat z.B. die berühmt berüchtigte Textpassage Steiner bezügl. Der „Negerromane“ und den schwangeren Frauen als diskriminierend und strafrechtlich relevant eingestuft. (…) Ein kritisches Wort dazu habe ich von Ihnen, von nerone, von allen anderen Anthroposophen hier gar nicht gesehen

    Und jetzt raten Sie, warum nicht.

  20. […]dass die Anthroposophie z.Z. in Deutschland mehr geschoben wird als sich von selbst zu bewegen.

    Ja, das nervt mich auch. Siehe dazu meinen etwas lang geratenen Beitrag:

    http://goysworld.blogspot.com/2007/09/jugendgefhrdende-schriften-von-rudolf.html

    Grüße, C.

  21. Herr Hau,

    Ihr Arbeitgeber, Herr Heisterkamp, betont fortwährend, die niederländischen Kollegen hätten von sich aus eine vorbildliche Selbstkritik geübt.

    Sie haben sich nun hier zum ersten Mal nach mehreren inhalts- und sinnfreien Kommentaren dazu herabgelassen, etwas zur Sache beizusteuern.

    Worauf ich mit den Links aufmerksam machen wollte, war genau das, was Sie jetzt (!) einräumen, dass die Gründung der niederländischen Kommission unter dem Druck der veröffentlichten Meinung erfolgte.

    Dass, wie nerone mitteilte, jeder außer mir, der hier liest und schreibt über all das en detail informiert ist, war mir nicht klar.

    Nerone sprach auch sinngemäß in seinem Intro zum letzten thread davon, dass die Anthroposophie z.Z. in Deutschland mehr geschoben wird als sich von selbst zu bewegen.

    Die Parallele zu den Niederlanden Ende der 90er ist doch offenkundig. Und das ist doch auch genau das, was sie selber, aus anderer Perspektive, sagen.

    Dasselbe lese ich auch in dem von vielen gelesenen Artikel der „NWA“.

    Die Bewertungen sind höchst unterschiedlich. Aber es ist doch schon einiges wert, wenn rein faktische Chronologien wenigstens nicht einfach penetrant unter den Tisch gekehrt werden.

    Was mich zudem verwundert: Die niederländische Kommission hat z.B. die berühmt berüchtigte Textpassage Steiner bezügl. Der „Negerromane“ und den schwangeren Frauen als diskriminierend und strafrechtlich relevant eingestuft.

    In diesem Blog schreibt dazu Försterliesel, man möge das als

    „Illustration für Steiners Vorstellung von Unabgeschlossenheit und Permeabilität von Individuen“

    verstehen.

    Ein kritisches Wort dazu habe ich von Ihnen, von nerone, von allen anderen Anthroposophen hier gar nicht gesehen, obwohl das sonst immer so schnell geht, mit dem „Hau druff“.

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: