Platon

hier nochmal Platon und sein Hölengleichnis eingebettet in ein kurzes Porträit des Philosophen. Platon hatte den „Philosophenkönig“ vor Augen, als er das Gleichnis beschrieb. Der „Philosophenkönig“ ist der“Entfesselte“, der den Weg aus der Höhle findet, während die anderen zurückbleiben, angekettet an ihre Gewohnheiten. Platon Idee sollte auch als Staatsidee dienen, es gelang ihm am Ende nur und immerhin die Akademie:

Platon hatte schließlich ein Einsehen mit dem Gewohnheitsmenschen, der sich höchstens umgewöhnen, aber nie zur Besinnung bringen lässt. So zerschlug sich seine mit dem Ideal des Philosophenkönigtums verknüpfte politische Ambition – und er gründete statt eines Staats die „Akademie“. Im Herzen blieb er ein Gründer.

Am Ende zieht der Autor Allmann ein Fazit, welches sich auch mit einer gewissen Bitterkeit im Tonfall lesen liesse:

Das strenge Philosophieren lässt nicht minder von seiner Verschulung denn von seiner Verstaatlichung ab.

Mich interessiert dieser Artikel wegen dem Verweis auf eine „Art Erleuchtung“ des „Philosophenkönigs“. Man vermutet hier richtig, wenn ich auf Gronbachs Intention in dessen Beitrag hinweise, der das Höhlengleichnis benutzte um auf die Kraft des Erleuchteten hinzuweisen oder den Schulungsweg. Platon scheint sich nicht lange mit den Wegen aufzuhalten. Sie isind ihm einerlei. Über Platons eigene Überlegeheit und die seines Geistes musste er keine Rechenschaft abgeben. Er setzte sie als existent voraus, so scheint es. Platon beschreibt ein Herrschaftssystem, wenn ich Allmann richtig verstehe, dessen Herrscher der Philosophenkönig ist. Der weise Tyrann, statt einer Demokratie der Unfreien.

Der Philosoph Allmann zeigt auf, dass das Ideal nicht um zusetzen war und Platon selbst Einsicht hatte und schließlich eine Akademie gründete. Das Erbe das Platon der Philosophie hinterlies, so klingt es in den abschließenden Sätzen an, ist auch Last. Bei aller Leuchtkraft des Geistes, lese ich hier zwischen den Zeilen, hört das Denken mit der Erkenntnis, ihren Institutionen und ihren Traditionen, eben nicht auf zu sein.

19 Antworten

  1. @Julio

    ich glaube, Sie haben meinen Namen falsch geschrieben.

    Und ja, wer sind Sie denn eigentlich? Große Klappe und keine Identität dahinter? Gähn, immer dasselbe. Das hatten wir schon sooooooo oft.

  2. @ Ach Herr Leuchte,
    viele sind Ihrem Ansinnen ja wohlgesonnen, aber lassen Sie doch solche Spielchen, sonst wird das hier draußen noch ganz rauh für Sie.

    @mspro:
    Boh eh, nicht schlecht. Ich hab meiner Kassiererin heute schon die Regulationsprinzipien der Disziplinargesellschaft erläutert, als die Kohle von mir wollte. Als sie’s nicht verstehen wollte und auch nicht auf meine Aufforderung eingangen ist, erst mal das dritte der ökonomisch-philosphischen Manuskripten zu lesen (nur 50 Seiten, nix 150) da, hab ich angekündigt, ihr das nächste Mal mein epistemologisches Rhizom zu zeigen. Da wurde die blass, eh! Ich musst dennoch zahlen und soll jetzt woanders einkaufen. Vielleicht empfehle ich das nächste Mal doch Rüssell, hab gehört, da kann man viel mehr Eindruck mit machen.

  3. @julio

    Ich habe keinen Klarnamen preisgegeben. Siehe Impressum von nerone. Zum Rest können Sie meinetwegen „nerone-privat“ – um keinen Klarnamen zu nennen – konsultieren.

  4. @mspro

    super-Text!

    Gratulation!

    Wo lernt man das?

  5. Hallo, ich bin unglaublich wichtiger Schreihals und will hier mit meinem „Basta“ jede Diskussion im Keim ersticken.
    Eigentlich wollte ich zu diesem Zweck eine Auflistung mit allen Büchern hinzufügen, die ich je gelesen habe, um Euch mal alles zu zeigen, was für dumme Idioten ihr doch eigentlich seid. Dann musste ich aber gestern unerwartet noch dem Supermarktkassierer einen einstündigen Vortrag über Kants kategorischen Imperativ halten, weil er den Schinken um 1 Gramm falsch abgerechnet hat. So kommt man natürlich zu nichts. Jedenfalls sind es eine ganze Menge Bücher und ich verbitte mir jeden Kommentar zu meinen Ausführungen, solange ihr nicht ebenso viele Bücher gelesen habt. Basta.

  6. @Rüdiger:
    grenzen Sie sich doch irgendwann selbst aus der Blogger-Sphäre aus

    Wie mir scheint, agiert hier Andreas Lichte im Fall von nerone als Outer eines Blogger-Klarnamens, so daß sich nerone zu einer Klarstellung veranlasst sieht. Die Meinung über solche Outer dürfte in der Blogosphere (bis auf korupte Randbezirke) eindeutig sein. Wenn man die boulevardeske Freude an Verdächtigungen dazu nimmt, den reißerischen Andeutungen („Sie werden noch früh genug erfahren, was ich weiß, an der RICHTIGEN Stelle.“) und der Kooperation mit vermeintlichen Rassistenjäger mit Neigung zur schlechtinformierten Denunziation, verdichtet sich da ein Bild. Bei aller Sympathie, die er aufgrund seines eigenem persönliches Schicksal als auch durch sein lobenswertes kritisches Engagement in Sachen Anthroposophie zuerst einmal verdient: Ich tippe, wenn er so weiter macht, wird er einen Weg gehen, der dem dieses Kollegen ähnelt.

    Warum ausgerechnet Russell als Kronzeuge einer Platonbewertung mit so merkwürdiger merkwürdiger Blasiertheit angekündigt und verteidigt wird (man beachte das fettgeschriebene „und jetzt kommt’s“, auf das dann ein Trivialität folgt), entzieht sich meiner Kenntnis. Was soll uns das Zitat aus der Russellschen Universalienkritik sagen? Daß es einen Weg von Platonismus zum Mystizismus gibt? Ach. Daß es bei Steiner platonische Motive gibt? Ach. Daß Steiners Weg mystische Elemente hat? Ach. Daß der Russellsche Empirismus sich damit beißt? Ach so. Selbst für Leser wie mich, deren Kenntnisse von Steiners Lehren eher beschränkt sind, ist das … ach egal.

    Zurück zum :
    Das Interessante an dem Höhlengleichnis ist ja, daß es nicht den Menschen zeigt, der etwas anderes kennenlernt, sondern denjenigen, der etwas besseres, etwas wahreres kennenlernt. Im ersten Fall hätte er all die Konflikte mit den anderen Bewohnern der Höhle wie im zweiten Fall, aber ihm fehlte – vor allem wenn ganz unterschiedliche Welten, Höhlen, Lichter, Feuer und Dunkelheiten kennenlernte – die Gewissheit, der einzig Wissende unter all den Schattengläubigen zu sein. ihm fehlt die Bescheidenheit jenes Wanderers, der sich an den Rat Diderots hält: „Man ziehe den Rock des Landes an, das man besucht, und bewahre den Rock des Landes auf, aus dem man stammt.“ Er trägt das neue strahlende Gewand der Erleuchteten, gereinigt und gebleicht von der Sonne der Wahrheit, und er wird es nicht mehr eintauschen, niemals wieder.

    Die Lichtmetaphorik ist ein ungeheuer beliebtes Motiv all dieser Theorien der Höherentwicklung: Das finsterne Mittelalter, das Licht der Vernunft, Auf-klärung, Er-leuchtung, Transparenz. Das Panoptikums oder die Siedlungsdisziplinierung eines Baron Haussmann ist nur die in Stein gewendete Variante dieses Sucht nach Einblick ins Dunkle. Freudianisch heißt’s: Wo Es war, soll Ich sein und letzteres auch nur Ausdruck der strahlenden individuellen Vernunft. Der Guru, der Therapeut, der mediale begabte Seelenführer, die Proletarierklasse, die Wissenschaft oder die Anthroposophie sie alle führen uns aus dem Jammertal der Finsternis. Und da wir in der Epoche der Nach-aufklärung leben, alles und jedes uns mahnt, bloß nicht die Errungenschaften derselben zu gefährden, hinterfragen das auch weiterhin nur wenige diese Angst vor dem Dunklen und dem Geheimen. Lieber nehmen wir den Überwachungssstaat, den ultimativen Ausleuchter allen Lebens in Kauf. (Ob jetzt ein Anthroposoph oder ein Christ als Innenminister neue Maßstäbe zur Verfolgung der Dunkelheit an den Tag legen, macht also auch in geistesgeschichtlicher Perspektive keinen großen Unterschied.) Wir zahlen also einen Preis für diesen Lichtfetischismus und gerade wir, die wir im Internet viel unterwegs sind, wissen daß Schäubles Schnüffelwut nur eine von vielen negativen Konsequenzen davon ist: Auch Bild-Leser-Reporter oder YouTube-Stalking werden uns schon lehren, was Hannah Arendt mit der Warnung meinte, daß „das überhelle Licht der Öffentlichkeit die Verborgenheit vernichtet, welche das Leben der Sterblichen, wie alles Lebendige, gerade für sein Lebendigsein braucht.“ Dass dann einer der Aufklärer wider die Anthroposophie sich hier als Outer outet und auch noch „Lichte“ heißt, passt dann irgendwie.

  7. Ja Herr Lichte,

    „Herrn Sünner unterstelle ich gar nichts – was sollte ich ihm denn unterstellen, lieber Marco Jansen? (Antwort erwünscht)“, das ist ja meine Fragestellung, Herr Lichte. Sehen sie, ich neige dazu Fragen zu stellen, wenn ich etwas nicht verstehe. Womöglich ein Missverständnis. Ich verfüge letztlich nicht über seherische Kräfte und behaupte auch nicht deren Existenz.

    „Ich denke mal, wenn hier nicht zum Thema diskutiert wird, sondern nur über mich, dann´s war das jetzt auch meinerseits.“

    Es stehen Frage im Raum, die ihren ersten Beitrag betreffen. Russel ist Tod, soweit ich weiß. Ihn zu befragen könnte schwierig ausfallen. Das Buch liest sich nicht so schnell.
    Zu ihrer Bescheidenheit folgendes Zitat Russels:

    „Es spricht jedoch noch ein allgemeineres Argument gegen solche Verehrung, sei es nun für die Griechen oder sonst jemand. Will man einen Philosophen studieren, so ist die richtige Einstellung ihm gegenüber weder Ehrfurcht noch Geringschätzung, sondern zunächst eine Art hypothetischer Sympathie, bis man in der Lage ist, nachzuempfinden, was der Glaube an seine Theorien bedeutet; erst dann darf man ihn kritisch betrachten, und das möglichst in der geistigen Bereitschaft eines Menschen, der von seinen bisher vertretenen Ansichten unbelastet ist. Geringschätzung würde den ersten und Ehrfurcht den zweiten Teil dieses Vorganges beeinträchtigen.“ B.Russel, Philosophie des Abendlandes, S.61 Europa Verlag Zürich

    Mit freundlichen Grüßen

    Marco Jansen

  8. Lieber Herr Lichte, was Sie sagen, klingt sehr klug, aber ist doch sehr widersprüchlich. Wenn Sie Angst haben, Russells 150 Seiten bloggerecht zusammenzufassen, warum stellen Sie dann überhaupt kurze und isolierte Zitate von ihm in den Blog? Weil Sie glauben, dass erst einmal alle das Werk lesen, bevor sie Ihnen antworten? Glauben Sie das im Ernst? In Wirklichkeit benutzen Sie doch Russell, um etwas ganz anderes vorzutragen: Ihre Skepsis gegenüber dem Steinerschen „Mystizismus“ und gegenüber der Existenz der von ihm propagierten „objektiven Ideenwelt“, die mehr darstellt als nur Erfindungen der Menschen, nämlich reale, aber unsichtbare Kräfte, die Natur und Schicksal mitgestalten. Und genau darauf bezog sich meine Frage: Woher kommen denn die Ideen, die unser Leben gestalten? Sind sie sozusagen hausgemacht, Abstraktionen, Fiktionen, die letztlich aus dem Überlebenskampf hervorgegangen sind oder Widerspiegelungen einer höheren Ideenwelt, an der unsere Denkbewegungen nur teilhaben? Das ist eine Grundsatzfrage nicht nur an Anthroposophie, sondern auch an alle spirituellen und religiösen Bewegungen unserer Zeit. Was Russell dazu sagt, interessiert mich nur sekundär. Auf Felix Hau’s gute Formulierung des „Ideenkünstlers“ haben Sie doch schon reagiert. Also dann raffen Sie sich doch auf und sagen auch mehr dazu.

  9. Herr Lichte,
    ich bin im Grunde ewig 13, frohgemut und neugierig. Rundum bin ich natürlich viel älter und selbstverständlich imstande 150 Seiten beliebiger Theorie in 3 blog-gerechten Sätzen zu referieren. Könnte ich das nicht, noch dazu, wenn ich den Autor argumentativ angeführt habe, wäre ich in meinem beruflichen Umfeld – zu recht – unten durch.

  10. @Rüdiger Sünner:

    Durch Ihre Fragen fühle ich mich nicht im geringsten angegriffen.

    In aller Bescheidenheit muß ich aber einfach mal feststellen, dass ich nicht in der Lage bin, 150 Seiten Russell blog-gerecht in 3 Sätzen zusammenzufassen.

    Und ja: Ich erwarte schon, dass man liest, worüber man spricht. Ich habe mir heute nachmittag zum Zeitvertreib noch einmal Platos Ideenlehre vorgenommen (was eine Tatsachenbeschreibung ist, keine Angeberei oder sonstwas).

    @Felix Hau: „Ideenkünstler“ werde ich mir sicher merken. Klasse!

    @“Ach“, liebe Liesel … wie alt sind Sie?

    Ich denke mal, wenn hier nicht zum Thema diskutiert wird, sondern nur über mich, dann´s war das jetzt auch meinerseits.

  11. Ach Herr Lichte,
    im Gegensatz zum immer freundlichen Nerone schätze ich die Erwähnung Bertrand Russels gar nicht. Gymnasiastenhaft. Sein „Warum ich kein Christ bin“ – das meinen Sie doch – liest man in der Pubertät und nach der Abnabelung liest man dann – wohl hoffentlich – weiter und entdeckt Kunst, Ethnologie und Musik und bewegt sich auch in der Philosophiegeschichte vorwärts und seitwärts.
    Warum verbeissen Sie sich denn so in den Rassismusvorwurf gegen Steiner, angesichts einer gesellschaftlichen Praxis der anthroposophischen Bewegung, die so ganz und gar nicht rassistisch ist.

  12. Ein Blog ist ein Blog ist ein Block.

  13. “ ‚Von hier aus noch ein Schritt und wir sind im MYSTIZISMUS: dann hoffen wir vielleicht, daß wir die Ideen in mystischer Erleuchtung SEHEN können, so wir wir jetzt die Sinnendinge sehen; und vielleicht bilden wir uns auch ein, dass die Ideen im Himmel existieren. (…)‘ – Liest sich wie eine Beschreibung von Steiners Anthroposophie …“

    Für Sie vielleicht, Herr Lichte. Für mich liest es sich wie eine Beschreibung dessen, was Steiner bei Plato ablehnte; es hat mit seinem – Steiners – „freien Erbilden der geistigen Welt“, seiner „Ideengestaltung für die geistige Welt“ (Steiner über Steiners anthroposophisches Tun) nichts zu schaffen. Steiner war kein Ideenrealist, sondern ein Ideenkünstler.

    Im Übrigen betrachte ich es als sehr unpassende Instrumentalisierung, wenn Sie sich in Ihrem Kampf gegen Anthroposophie auf Bertrand Russell berufen, der zeit seines Lebens für Geistesfreiheit eingetreten ist – und in diesem Kontext die christlichen Kirchen samt der in ihnen qua Geburt und Sozialisation fortgepflanzten und gepflegten Religion für den Hauptfeind des moralischen Fortschritts hielt.

    Beste Grüße,
    Felix Hau

  14. Warum so gereizt und hochmütig, lieber Herr Lichte? Ein Blog ist kein Oberseminar, wo vollständige Literaturkenntnisse erwartet werden können. Das wissen Sie doch auch. Hier wird über Steiner diskutiert, ohne dass viele der Teilnehmer Dutzende seiner Bücher gelesen haben, geschweige denn die ganze GA. Ihr Ton signalisiert mir, dass sie sich durch meine Fragen angegriffen fühlen. Warum? Hier wird kontrovers diskutiert, einer hat einen Vorsprung hier, der andere da, na und – man hilft und ergänzt sich, das ist doch das Angenehme und auch Menschliche bei einem so guten Blog wie dem von Nerone. Sie argumentieren auch nicht nur aus solidem Wissen oder logisch stringent, sondern sehr emotional und assoziativ, springen von Russell plötzlich zur „Mission der Volksseelen“, rühmen ihre eigene Steiner-Lektüre usw. Also bitte nicht päpstlicher als der Papst sein, sonst grenzen Sie sich doch irgendwann selbst aus der Blogger-Sphäre aus. Das wäre doch schade, oder?

  15. @Marco Jansen:

    Wo ist das Problem, wenn Sie sowieso gerade Russell lesen? Paßt doch wunderbar!

    Herrn Sünner unterstelle ich gar nichts – was sollte ich ihm denn unterstellen, lieber Marco Jansen? (Antwort erwünscht)

    Mit „schulmeisterlich“ hat meine „Literaturempfehlung“ aber rein gar nichts zu tun: Es ist einfach eine Grundvoraussetzung, dass man gelesen hat, worüber man diskutiert.

    Wenn man Russells „Probleme der Philosophie“ gelesen hat, dann haben sich Rüdiger Sünners Fragen meines Erachtens schon beantwortet.

    Wenn man „Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie“ gelesen hat, dann weiß man, warum Steiner ein knallharter Rassist ist.

  16. Wow Herr Lichte,

    heute noch habe ich darüber nachgedacht woran sie mich erinnern. Mit diesem letzten Kommentar erweitern Sie diese Bild ganz ungewollt. Ihr Diskussionsstil erinnert mich an Ihre eigenen Berichte über die Diskussionsunfähigkeit der Anthroposophie und mancher ihrer Vertreter. Abgesehen, dass es da wirklich welche gibt, die sich in etwa so ausdrücken wie sie gerade blitzt da aber noch so etwas durch, etwas, was ich schulmeisterlich nennen würde. Was unterstellen sie Hern Sünner? Kann es nicht sein, das er den Bezug einfach klarer verstehen will? Das ist hier nicht die Höle des Löwen. Wenn sie sich, so wie sie es in ihrem ersten Beitrag taten, an Diskussionen beteiligen wollen, so können sie Fragen beantworten oder es lassen. Über Ihre sicherlich weitreichenden Kenntnisse brauchen sie sich hier nicht auszulasssen. Ich jedenfalls kenne ihre Textsicherheit.
    Und so etwas: „Ich schlage vor, Sie lesen erst einmal Bertrand Russell, “Probleme der Philosophie”, danach können wir evt. diskutieren“, kenne ich nun wahrlich schon lang genug. Das ist eine der Priestertechniken, die mir gar nicht zusagen. Dieses: „Werd erst mal so alt wie…“ hat mir in meiner Jugend ein alter Sack in Sachsenhausen zugeraunt, der mich davon überzeeugen wollte, ach egal…

    Also wie gesagt, danke für den ersten Beitrag. Ich nehme die Literaturhinweise mit. Russel ist ein hervorragender Philosoph, ich lese ihn gerade selbst, aber ich bitte sie den Zeigefinger unten zu lassen, oder eben zu schweigen, denn der Bezug ihres zweiten Beitrages kann sich nur zwischen den Zeilen erschließen und ist mitnichten eine Antwort auf Sünners Fragen.

  17. @Rüdiger Sünner:

    Ich schlage vor, Sie lesen erst einmal Bertrand Russell, „Probleme der Philosophie“, danach können wir evt. diskutieren.

    Ihnen dürfte mittlerweile wohl bekannt sein, dass ich Steiner gelesen habe – ziemlich viel, ziemlich gründlich – der liebe Dr. Detlef Hardorp erwähnt mich ja inzwischen in jeder Stellungnahme zum Indizierungsantrag gegen Rudolf S. … und an jeder anderen unpassenden Stelle.

  18. Dazu zwei Fragen:
    1) Was heisst das in Bezug auf Steiner konkret?
    Er hat überall nur seine Vorstellungen hineingedichtet? Also er hat mit seinem Selbstbehauptungswillen alles in seinem Sinne zurechtgebogen?
    2) Dass es die Welt der Ideen gibt, ist ja unbestritten, auch dass sie sich in einem für die Sinne nicht sichtbaren (also übersinnlichen) Raum befinden. Woher kommen sie?
    Warum passiert es manchmal, dass sie sich mit der „Realität“ trefflich decken (z.B. Naturgesetze)?

  19. Zu Platon vergleiche Bertrand Russell, „Probleme der Philosophie“, Kapitel „9. Die Welt der Univeralien“, S.82:

    „So kommt Platon zu einer übersinnlichen Welt, die wirklicher ist als die gemeine Welt der Sinne, und die allein der Welt der Sinne jenen schwachen Abglanz von Realität verleiht, den man in ihr finden mag. Die wahrhaft wirkliche Welt ist für Platon die Welt der Ideen; denn was auch immer wir auch über die Dinge der Sinnenwelt zu sagen versuchen, es gelingen uns immer nur Aussagen darüber, an welchen Ideen sie teilhaben; und diese Ideen machen ihr Wesen aus.

    [UND JETZT KOMMT´S!!!]:

    Von hier aus noch ein Schritt und wir sind im MYSTIZISMUS: dann hoffen wir vielleicht, daß wir die Ideen in mystischer Erleuchtung SEHEN können, so wir wir jetzt die Sinnendinge sehen; und vielleicht bilden wir uns auch ein, dass die Ideen im Himmel existieren. Eine solche mystische Ausartung dieses Gedankens liegt sehr nahe; doch sein Fundament bildet die Logik, und von diesem Fundament aus wollen wir ihn betrachten.“

    Liest sich wie eine Beschreibung von Steiners Anthroposophie …

    … weiter S. 140, Kapitel „Der Wert der Philosophie“, zum, nenne ich es mal, „Anthropozentrismus“ (schlichter: zur Arroganz):

    „Wenn der Selbstbehauptungswille in die philosophische Spekulation eindringt, betrachtet er dort wie anderswo die Welt als Mittel zu seinen Zwecken; er macht sie deshalb zu etwas, das geringer sein soll als er selbst, das heißt: er legt unsere Würde in Ketten. In der Kontemplation dagegen gehen wir vom Anderen aus, und durch seine Größe werden wir selber zu etwas Größerem gemacht. Der betrachtende Geist gewinnt einen Anteil an der Unendlichkeit der von ihm betrachteten Welt.

    Deshalb sind jene Philosophen, die die Welt dem Menschen angleichen, der Seelengröße nicht eben förderlich. Die Erkenntnis ist eine Vereinigung des Selbst mit dem Anderen; und wie alle Vereinigungen leidet sie unter Herrschsucht, also auch unter dem Versuch, die Welt zur Konformität mit dem zu zwingen, was wir in uns selber finden. Es gibt eine weitverbreitete philosophische Neigung zu der Ansicht, daß der Mensch das Maß aller Dinge sei, daß die Wahrheit von Menschen gemacht, daß Raum, Zeit und die Welt der Universalien eigentlich Besitztümer des menschlichen Geistes seien und daß, wenn es etwas gebe, das nicht vom menschlichen Geist erschaffen sei, es für uns unerkennbar und belanglos sein müsse.“

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