Latte macchiato

Ich war heute Abend im cafe philosophique bei uns in der City, downtown. Jetzt muss ich natürlich vorsichtig sein, was ich hier schreibe und wie ich es formuliere und auf die Satzzeichen ein besonderes Augenmerk setzen. Der nette Herr, der neben mir saß, hat sich meine Netzadresse geben lassen. Wie es dazu kam?

Nun, es ging um Sprache. Die Fragestellung die mehrheitlich zur Diskussion gewählt wurde war folgende: Brauchen wir ein Qualitätssicherung der Sprache? Natürlich ging es um Grammatikschwächen, um die Anglizismen, die Auflösung deutschen Lektoratswesens in den Printmedien, dem grundsätzlichen Problem mit Rechtschreibung und Zeichensetzung heutiger Autoren (ich ziehe beschämt den Kopf ein). Es ging oft auch um die Idiome von Gruppen und den vermeintlich drohenden Verständnisverlust  der Akteure, um Generationskonflikte, Ängste, usw. Spannendes Thema, kontrovers geführt, lebhaft – hat mir gefallen.

Es gab etwa zwei Standpunkte zu denen ich im Widerspruch stand. Zum einen war das eine eher allgemeine Aussage bezüglich des Medium Internet (Zwischennetz) . Die These besagte, dass dieses Medium zu einer Verkürzung,  Vereinfachung und Verflachung der Sprache beitrüge, zudem die Diskussionskultur und den Inhalten schade. Das konnte ich natürlich so nicht stehen lassen und lies mich also zu dem Statement hinreißen, ich würde ihm gerne einen Link zu meiner Homepage geben, dann könne edieses Urteil überprüft werden. So kam es dass der Herr neben mir, wie gesagt…

Eigentlich wollte ich ihn noch warnen, dass hier

  1. die Anthroposophie erster Anlass für mein halböffentliches Schreiben war;
  2. die bemängelten Sprachdefizite hier teilweise genussvoll, wenn auch nicht beabsichtigt, gefeiert werden.

Ihm widme ich diesen kleinen Beitrag hier, damit er sich kommentierend an mich wenden kann, sollte er ein weiterführende Frage haben,  oder auch für seine Kritik und Anmerkung zu diesem Blog.

Advertisements

8 Antworten

  1. Destille, nächster Termin 24.08, dann alle zwei Wochen. Ich selbst bin erst voraussichtlich in vier Wochen wieder dabei. Ist so ähnlich wie Bloggen: Hängen lauter Leute rum, die von nichts ’ne Ahnung haben, aber über alles bescheid wissen.

  2. Oh. Wo ist denn das „cafe philosophique“?

  3. Nerone, egal was Du über Sprachverflachung denkst: dieser Artikel ist der mit den wenigsten Fehlern, den ich bislang von Dir gelesen habe.
    Kann es sein, dass es hilft, wenn man vor der Veröffentlichung seiner Texte noch einen gewissen lektorischen Blick drauf wirft?

    Hat mir sehr gefallen, auch inhaltlich. Aber inhaltlich gut sind Deine andern Artikel ja auch.

    So oder so.
    Robert

  4. Ehj, war doch klar! Einfach nicht mehr in das Scheisskaffe gehen.
    Aber an deiner Sprache muss du echt noch mal drüber schauen, hat er doch ein biesschen recht. Das Heisst vulva nicht vulgo. Und auch Wichser nicht Wichte, kommt doch von Gewichs nich von Gewicht!!
    Das legasteenich musst du keine Komplaxe haben mit deinem m. Schule ist heute scheisse, kannst du doch nichs für.

  5. Ich wusste doch das der Beitrag nach hinten los geht… Egal.

    Danke an „Gahr nicht wahr!“ für den Link (Vulgo: die Verknüpfung) zu dem Artikel bei „eurozine“.
    Ich muss gestehen, dass ich laut gelacht habe als ich den Kommentar las. Warum die Wichte das behaupten, weiß ich auch nicht. Philosophen eben…

    Ich werde allerdings nicht meine Fehler im Text korrigieren: Ich habe nämlich eine „m“-Schwäche, weswegen ich immer ein „m“ smamm einem „m“ schreibe.

  6. warum behaubten irgändwelche Wich***, das Internet würde die Diskussionskultur schaden?!? Oder den Inhalten??? ist doch ne scheiss meinung, die wissen nich wie Internet funzt, das iss alles Vor-urteile. Iss „philosophique“ so was ähnliches wie pädhophil? dann iss klar, schweinkram alles. Soll ruhig herkommen, dem zeigen wir was Dissekultur ist. Dem verkührz ich auch mal seine Sprache, dem Flachkobb. Musst du keine Angst haben, Neroni.

    PS: Defezit hass du aber auch oben, hähä. Statt ein t hass du da ein m geschrieben bei „Idiome von Gruppen“. Korgier mal, macht sonst keinen Sinn der Satz.

  7. Lieber Murat,

    wir haben auch über Dialekte und die Idiome der Subkulturen gesprochen. Es ließe sich gut darstellen, dass die Rolle, die „Uribi English“ mittlerweile in der „Anthrosphäre“ spielt, sehr wertvoll ist. In einer Welt, die fast ausschließlich aus Schriftzeichen besteht, ist es mitunter schwer, die sich ansammelnden, oft widersprüchlichen Meinungen zu relativieren oder aufzuhellen oder auch zu ergänzen. Eine Konzentration auf den Inhalt ergibt sich aus der Kreativität im Umgang mit der Sprache, auch durch eine Abstraktion bei der Migration der Wortinhalte ins „Uribi-English“.

    Abschließend möchte ich sagen: „Uribi-English“ ist ein ernst zu nehmender Sprachwitz und unverzichtbar für die Gelassenheit in unserer Schriftwelt, die eigentlich nur Schwarz-Weiß kennt.

  8. Dearest lovely Nerone,
    Mat always tolda me I should do Grammar course, buta it woulda destroy our Uribi English up to its foundation. What do you thinka nerone? Shall Istay lika that or shoulda Ir ifine myself grammarly speaking?
    My heart is flying with exultation against your answering
    Yours frändly Murat

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: