Gebet

Herr: unser kleines Leben – ein Inzwischen,
Durch das wir aus dem Nichts ins Nichts enteilen.
Und unsre Jahre: Spuren, die verwischen,
Und unser ganzes Sein: nur ein Einstweilen.Was weißt du, Blinder, von des Stummen Leiden!

Steckt nicht ein König oft in Bettlerschuhn?
Wer sind wir denn, um richtend zu entscheiden?
Uns ward bestimmt , zu glauben und zu tun.
-Laß du uns wissen, ohne viel zu fragen.
Lehr uns in Demut schuldlos zu verzeihn.
Gib uns die Kraft, dies alles zu ertragen,
Und laß uns einsam, nicht verlassen sein.

Mascha Kaléko, dtv, rowohlt 

ps – heute gehe ich in eine buchhandlung und beschenke mich selbst mit ihrer poesie. ich brauche trost. ich bin erst mal weg. komme dann wieder, einstweilen.

Eine Antwort

  1. Wie huebsch. Ich wuensche dir viel Kraft.
    P.S. ich finde nicht dass Nerone ein Bettler ist.

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