[iii] Ein paar Gedanken

[iii] Nehmen wir mal die kreatonistische Ideen aus der islamischen Welt. Angeführt von einem türkischen Hodscha (Gelehrten) namens Adnan, von dem in der Süddeutschen am 09.07.2007 zu lesen ist. Adnan, der eine Flut von Publikationen in der Türkei, aber auch schon in zahlreichen Übersetzungen in die Welt setzte. Adnan scheint soetwas wie eine Marke zu sein; für ihn und in seinem Namen schreiben ein Vielzahl von Autoren.

Er hat natürlich noch mehr Erkenntnisse zu offenbaren, als nur die Verteufelung der Evolutionstheorie, diese allerdings hat er mit einem tausend seitigen, bebilderten Allmanach widerlegt, wie er kürzlich einigen auserwählten Journalisten auf dem Bosporus darlegte.

Seine wissenschaftliche Theorie basiert auf der Widerlegung der Evolutionstheorie, die er als Quell allen Übels entlarvt hat. Hitler, Stalin, Lenin – alles Evolutionisten, womit die eine These schon mal belegt wäre. Die Idee des göttlichen Schöpfers, Allahs, ließe sich zweifelsfrei daraus ableiten, dass es, wenn es so etwas wie eine Evolution gegeben hätte, davon sicherlich im Koran gestanden hätte. Hat es aber nicht – noch ein Punkt für Adnan. Adhans wissenschaftliche Belegung für die kreationistsiche Idee auf tausende von Seiten sind ähnlich simpel und leicht nachvollziehbar formuliert. Dabei ist es dem türkischen Kreationisten leichter mit Daten und Entstehungszeiträumen zu jonglieren, als den amerikanischen, evanglikalen Kollegen, die durch Datierungen in der Bibel stärker gebunden sind. Der Koran hatte sich nicht, wie es die Bibel tat, mit solchen Details aufgehalten.

Spannend ist die Gegenübersetzung der zwei Denkschulen gerade deswegen, legt es doch das Dilemma des Kreationismus offen, versucht man ihn auf andere Traditionen anzuwenden, oder aber bemächtigen sich andere Traditionen der Strategie der Kreationisten.

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4 Antworten

  1. […] Sommer diesen Jahres beschäftigte. Adnan Oktar ein türkischer Kreationist, ich beschäftigte mich hier mit ihm, hat veranlasst die wordpress Seiten in der Türkei zu schließen.  Jetzt geht es auf der […]

  2. Danke lieber Traugott, dass du dich hier blicken lässt. Und danke auch für den Hinweis. Ich hatte in dem vorhergehenden Teil (II) bereits auf das Spaghettimonster hingewiesen und will gerne hier nochmal darauf verweisen: Der Kult

    Ansonsten stimme ich Dir natürlich zu. Wird Zeit den nächsten und letzten Teil einzustellen…

  3. Der Roolback der Fundamentalisten gleichwelcher Religion basiert vermutlich darauf, dass die Wissenschaft viel Vertrauen verspielt hat, weil sie zulange als unfehlbar galt und quasireligiös als Heilsbringer für alles herhalten musste ( bis heute gibt es Menschen, die z.B. zum Thema Klimkatastrophe die feste Überzeugung vertreten, dass es eine wissenschaftliche Lösung geben wird, die eigenverantwortliches Handeln überflüssig macht ). Dazu die Erkenntnis, dass Wissenschaft auch immer Handlanger der Wirtschaft ist, die auf dem Sprung ist, unsere Menschlichkeit zu vernichten ( die Dampfmaschine trieb schnell Webstühle an und keine Kinderkaruselle ). Leider unterscheiden die Fundamentalistin dabei nicht zwischen Erkenntnissen und Auswirkungen der kritiklosen Anwendung wissenschaftlicher Entdeckungen. Letztendlich suchen Fanatiker immer das eine: klare Grenzen, klare Antworten, Übergänge und Dialektik sind zu anstrengend & schmerzhaft für sie.

  4. Dazu empfehle ich sehr einmal unter dem Begriff „Fliegendes Spaghettimonster“ nachzulesen
    (http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes_Spaghettimonster) , hier hat sich der Physiker B. Henderson den Spaß gemacht, eine neue „Religion“ einzuführen, die mit den Argumenten der Kreationisten belegt, dass ein solches Monster der Ursprung aller Dinge ist und damit die plumpen Versuche derselben, logisch zu erscheinen, ad absurdum führt.
    Siehe auch „tagesspiege“l vom 19.07.2007

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