Ein Ringer und ein Priester

Gute Sache. Führt mspro auf seinem Blog „Tief“ vielleicht eine „gefühlte“ Verantwortlichkeit wieder ein, für die Äußerungen, die wir in der WildenWeitenWelt machen?

Ich habe jedenfalls bisher niemanden im Netz überzeugender gelesen, der ein Blogthema so Nahe an die Frage nach persönlicher Verantwortung für unser virtuelles Handeln , dass ja mitunter auch Spuren in der realen Welt hinterlässt, heranführt. Seine Debatte und sein Beitrag zur Saalschlacht ringt um Spreeblick, Adical, Yahoo, seine Helden im Netz und in der Wirklichkeit.

Mspro ist ein Ringer. Er ist kein Priester. Seine Überzeugungen sind diskursiv und nicht immer leicht zugänglich, was an den Hintergründen (Foucault, Derrida, Philosophie- das kann man nicht – und nicht jeder- alles gelesen haben) liegt, die sein Denken ausmacht. Aber dennoch können Verfechter des blassen Schimmers, so wie ich es einer bin, seinen Ausführungen folgen. Vor allem besetzt mspro die Koordinaten sehr deutlich und nicht diffus.

Mich erinnert das Aufbäumen von mspro gegenüber seinen Helden Johnny Häusler vom Spreeblick an die bei nerone ausgefochtene Schlacht um Info3. Auch hier kämpft jemand um das eigene Bild, dass er sich von einem Vorbild und Macher der Szene, einem Sprachrohr und Verstärker eigener Ansichten, gemacht hat. Ein gutes Bild. Anders als der Verlauf dieser Debatte bleibt Johnny seiner Tradition treu und öffnet sich der Kritik.

Es tut mir aufrichtig leid, wenn unsere Entscheidung Spreeblick-Leserinnen und Leser enttäuscht hat. Ich akzeptiere Kritik, nur sehr wenig davon wird tatsächlich ignoriert und wir diskutieren hier sehr, sehr ausführlich. Und werden daraus lernen.

Johnny Haeusler – Spreeblick

Ich stelle das mal folgender Aussage gegenüber:

Natürlich freue ich mich über ein positives Feedback es zeigt mir, dass ich tatsächlich Menschen zum Bessern bewege und sie inspieriere über sich hinauszuwachsen. Und Tadel lässt mich nicht eiskalt, aber was mich wirklich, wirklich interessiert, ist etwas anderes:
Dass ich meinen Lebenstraum verwirkliche, in dem ich tue was ich tue und indem ich es auf die Art und mit den Inhalten tue wie ich es will und indem es Menschen gibt, die davon profitieren. Auf welche Weise auch immer – dass kann ich nicht beinflussen, sondern mein Bestes geben. Für Sie – weil ich das liebe.

Ich bin frei von Ihrer Meinung – aber ich bin verbunden mit Ihrer Aufmerksamkeit.

Sebastian Gronbach – anthronrw

6 Antworten

  1. Hallo mspro,

    was den Priester von der Verantwortlichkeit trennt, ist wahrscheinlich die Kanzel.

    so oder ähnlich

  2. Vielen Dank für die Blumen. Das Lustige ist, dass ich tatsächlich schon länger über Priesterschaft im Allgmeinen nachdenke. Vor allem eben genauso, wie Du hier in Opposition zur Verantwortlichkeit. Zwei Dinge die sich ausschließen, wie es scheint. Vielleicht bald mehr darüber in meinem Blog.

  3. „dass ich tatsächlich Menschen zum Bessern bewege und sie inspieriere über sich hinauszuwachsen. “
    Recht so, Herr Gronbach. Denn das Bessere ist der Feind des Guten! Frei nach Steiner:
    „dass besser werde, was wir aus Herzen gründen….“ Und verbuchen Sie das unter Kritik, nicht unter Zustimmung für Ihr Geschwurbel!
    Herzlich
    Frau Klotzke

  4. SCHÖBER = SCHÖNER (dieses WEI? auf SCHWARZ – grauenhaft zum schreiben!)

    jc

  5. ‚Aber dennoch können Verfechter des blassen Schimmers, so wie ich es einer bin, seinen Ausführungen folgen.‘

    wunderbarer satz: ein verfechter des blassen schimmers zu sein. (wäre ein schöber untertitel bei ’nerone‘)

    l. grüße, joseph canaillo

  6. soziales Verantwortungsgefühl (johnny) gegen Narzißmus und Egoismus (segro)

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