So Gründe

Das sind so Gründe die mich wirklich zweifeln lassen. Spreeblick lieferte den Anlass sich erneut zu fragen, wie weit es um die moralische Kompetenz der altehrwürdigen Kirche tatsächlich bestellt ist. AI-Spenden hin oder her – es geht ja nicht darum, dass die K-Kirche zum Spendenboykott von Amnesty auffordert. Der ideologische Hintergrund ist das, was mir die Wut in den Bauch und durch den Blutkreislauf treibt. Hier gibt es eine Bloggistenstimme, die vielleicht die Position der Kirche deutlicher macht. Vielleicht lohnt eine Auseinandersetzung? Mein erster Impuls aber ist Ablehnung. Ich erkenne gute Gründe für die Abtreibung. Diese nicht anzuerkennen halte ich für seelsorgerisch verfehlt. Für mich ist diese Haltung ein entscheidender Abstandshalter zur K-Kirche.

4 Antworten

  1. danke für die netten worte drüben im spreeblick. ich werde berichten, sollte ich eine antwort erhalten.

  2. Ich stimme Dir bezüglich der persönlichen Machtausübung über die Frauen zu. Ich habe mal einen Film über Slums in philippinischen Großstädten gesehen. Weil die rk.Kirche die Pille verboten hat, nehmen dort die meisten Frauen sie auch nicht, obwohl sie von verschiedenen Organisationen kostenlos angeboten wird. Über Verhütung wissen sie meist auch nichts, da das Thema Sexualität dort zu den Tabuthemen zählt: man lebts aber spricht nicht darüber. Die Folge sind kinderreiche Familien, die ihren Kindern keine Ausbildung bieten können, sodaß die Söhne in die Kriminalität und Drugs, die Töchter in die Prostitution und Drugs geraten und ihre Lebenserwartung so um die 20 Jahre liegt. So kann dann ein Ideal „Schutz des Lebens“ ins Gegenteil umschlagen.

  3. Ich stimme Dir zu, wenn Du den Wert als solchen nimmst, dass es grundsätzlich ist in wie werdendes Leben anzusehen ist. Hier stelle ich mich an die Seite der Kirchen, die sich gegen eine materialistische/biologistische Betrachtung des Embryos stellen. Allerdings denke ich, geht die K-Kirche hier zu weit. Die Abtreibungsdebatte ist nicht allein eine Fürsprache für das Leben, wie die K-Kirche behauptet, sondern nach wie vor ein Machtinstrument gegenüber den Frauen. Eine Machtausübung, die freilich auch wieder nur eine individuelle Sache der jeweils gedemütigten Frau ist und deswegen meist im Dunklen bleibt. Deswegen muss Abtreibung legal sein und sollte immer unter der Prämisse akzeptiert werden, die Barbara oben beschreibt: „Keine verantwortungsbewußte Frau wird sich diese Entscheidung leicht machen…“

  4. Abtreibung als Menschenrecht? Euthanasie um die „Würde des Menschen“ zu wahren? Da stimmt doch wohl etwas nicht. Prinzipiell bin ich persönlich gegen Abtreibung und stimme damit der „heiligen Mutter Kirche“ zu, dass sie einen prinzipiellen Standpunkt zum Schutze des Lebens vertritt. Individuell sieht die Sache wieder anders aus und da muss es möglich sein, nach Abwägung aller wichtigen, persönlichen Gründe legal abtreiben zu dürfen. Keine verantwortungsbewußte Frau wird sich diese Entscheidung leicht machen, besonders auch, wenn sie weiß, dass jede Abtreibung ihre Chancen ein gewolltes Kind zu bekommen um ein paar Prozente mindert. Insgesamt also der Widerspruch von Ideal zur individuellen Realität, doch würde ich das Ideal nicht aus den Augen verlieren wollen.

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