Lieber Michael mit ‚t‘

Mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge las ich bei Gronbach fogende Zeilen:

Man hat mich in der Schule einen Text gelehrt, in dem vom „Schönen bewundern, vom Wahren behüten und vom Guten beschließen“ die Rede war. Ich habe diesen Text viele Jahre in mir getragen, gesprochen und ihn in mir klingen gehört.

Ja, glaubt man denn nicht an das, was man uns damals lehrte?

Ist es nicht das was die Kritiker der Schulform unserer Kinder vorwerfen? Diese seltsamen Sprüche und die Weltanschauung, etc.? Sollte es bei Gronbach gefruchtet haben? Dann noch dieser Hang zum heldenhaften, zum Kämpfer. Hat das was mit den ganzen Römergedönz und den griechischen Heldensagen zu tun?

Zur Sache:

Michael Men’t’zel antwortet mit – na was schon? – einem offenen Brief auf den Artikel von Frau Schmoll. Ebenfalls im Trend: Gastbeiträge. In diesem Fall von Herrn Ravagli.

Mentzel gelingt, was ich bei Ravagli ein wenig vermisse. Er bleibt näher an der Kritik von Frau Schmoll und ihren Texten. Ravagli bewegt sich zu sehr auf die Kritiker und ihre vermeindlichen Beweggründe zu. So interessant es auch ist und sicherlich ist es auch nicht ganz falsch nach den ideologischen Hintergründen der Kritiker zu fragen, wird mir der Artikel an dieser Stelle zu polemisch. Aber das ist Geschmackssache. Ansonsten vertieft er die weißen Stellen, die bei dem Beitrag von Frau Schmoll entstanden sind und sicherlich nur redaktionellen Gründen – also platzbedingt – geschuldet sind, denn wir können ja davon ausgehen, dass die hochdekorierte Journalistin gut recherchiert hat.

Sowohl ihr Beitrag, als auch der zu erwartende Frontal 21 Bericht zur Lehrerausbildung an den Waldorfschulen, ist vor allem mit den bekannten Figuren ausgestattet, die schon seit einigen Jahren nun die Presse mit eigentlich immer noch derselben Story speisen. Von den drei Lehrer, sollten nicht inzwischen noch mehr dazu gekommen sein, sind mir wenigstens einer schon seit ich mit dem Blog begonnen hatte, bekannt. Das war irgendwann zweite Hälfte 2006. Der Urtext erschien schon im Herbst 2004 und wurde in NOVO Nr. 71 veröffentlicht. Später kam noch einer und einige Vortragsreisen und sehr engagierte Aktivitäten bei Wikipädia und in einem Schülerforum der hier rechts im Blogroll steht. Insofern hat Frau Schmoll noch nicht einmal was Neues gebracht. Vielleicht ist aber Fontal 21 ja erhellender. Ich bin gespannt. Vielleicht wird die Schule ja bald dicht gemacht? oder ein Zaun drum herum, was ja auch dem Zeitgeist entspräche…

so oder ähnlich.

3 Antworten

  1. Im Ernst Felix,

    erst einmal und vorab versuche ich es mit einem Friedensangebot. Ich habe jetzt im Rückblick das Gefühl, das Thema wäre es Wert, weniger gereizt debattiert zu werden. Sowohl an der Cohen-Front und natürlich auch hier in der Waldorfthematik. Die Polemik, die ich oben ausdrückte ging tatsächlich in zwei Richtungen. Ich gebe zu, dass ich Gronbachs Haltung in Vielem nicht nachvollziehen kann, sie mich an manchen Stellen mittlerweile sogar ein wenig abstößt. Ich lege dabei Wert darauf, dass es mir um die öffentliche Person – die Institution sozusagen – geht weniger um den Menschen selbst. Zudem ist es so, dass ich einen seltsamen Blickwinkel auf die Themen einnehme die sich hier gerade in letzter Zeit entwickelt haben. Meine Ausgangssituation hier zu schreiben war sicherlich eine andere, als in die untiefen spirituellen Werdens und Denkens einzusteigen. Ich bin dafür auch kein Spezialist, wie ich zugeben muss. Herr Sünner hat die dankenswerte Aufgabe übernommen, aus der Erfahrung heraus etwas zu berichten, womit wir alle, die wir hier diskutieren wahrscheinlich übereinstimmen können.
    Die andere Richtung der Polemik: Wie Waldorfschulen in der Öffentlichkeit untrennbar von anthroposophischen Themen wahrgenommen werden und der weltanschauliche Ansatz hervorgehoben wird. Dazu passte Gronbachs Aussage, wie ich fand, ganz gut ins Bild. Unterstreicht er doch in seinem Beitrag, dass er genau den Weg eingeschlagen habe, den die Schule ihm geebnet habe. Viele seiner Beiträge würden wahrscheinlich, wenn sie von den richtigen Leuten gelesen würden, es bis in die Schlagzeilen der „öffentlichen Meinung“ schaffen. SIe dienten den Kritikern der Waldorfpädagogik als gefundenes Fressen und letztlich als Beleg für einige der erhobenen Vorwürfe. Auch die Bewegung auf Cohen zu, wird zu dem gefundenen Fressen gehören. Die nicht der Meinung sind, dass sich dieser Weg lohnte oder überhaupt beschritten werden müsste, fühlen sich wahrscheinlich ein wenig ihrer öffentlichen Identität beraubt, wenn ein Presseorgan der anthroposophischen Bewegung sich in solche Zusammenhänge stellt. Deswegen bin ich überzeugt, wird die äußerst kritische Haltung gegenüber Enlightenment in der Anthrosphäre erhalten bleiben. Ich hoffe es gelingt in der Folge mehr um die Inhalte zu ringen. Ich will gerne versuchen in Zukunft nicht allzu polemisch aufzutreten. Ich werde aber zu den Themen Stellung beziehen. Es muss doch möglich sein auch ohne die Erfahrungen von Herrn Sünner und Herrn van Braake Meinung zu entwickeln.

    so oder ähnlich

  2. Das ich Rheinländer bin, Herr Hau.

  3. Lieber Nerone,

    SIe schreiben:
    „Ist es nicht das was die Kritiker der Schulform unserer Kinder vorwerfen? Diese seltsamen Sprüche und die Weltanschauung, etc.?“

    Doch. Unter anderem: durchaus.
    Aber was wollen Sie uns denn damit sagen?

    Herzlich,
    Felix Hau

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