Egoisten under pressure

Leider muß ich nachlesen, dass Felix Hau aus der Info3 Redaktion, Michael Eggert in einem offenen Brief hart angeht. Die Redaktion selbst fühlt sich durch den Egoisten angegriffen, der in seinem Beitrag hier, recht deutlich die Position eines ehemaligen Schülers von Cohen darstellt und kommentiert.

Ich unterstütze Michael Eggerts Kommentierung und Haltung in dieser Sache voll und ganz. Sie steht eben nicht nur im Kontext einer Widerrede des Gronbach’schen Blogs, sondern auch in Zusammenhang mit einer humanistischen Erdung des Autors.

Felix Hau empfiehlt ebenfalls dies zu lesen, so wie auch Gronbach zuvor. Nun, ich habe das gelesen, allerdings nur halb – danach wurde mir das zu lang.

29 Antworten

  1. […] Informatikerzunächst ein offener Brief eines alten Haudegen der Redaktion folgt, bezog nerone Stellung (aus Freundschaft, nicht aus Eitelkeit – obwohl, kann man es wissen.) Was nun folgt ist ein […]

  2. Kann ich verstehen, aber leider nicht ändern, omfg. Ich bin nur bescheiden ausgestattet was den Einfluss auf das Layout angeht. Ich darf nur am Content rumfummeln und die Oberfläche definieren. Sonst senden Sie mir doch einfach eine Email ich poste das für Sie, wenn es für Sie von Interesse ist sich aktiv zu beteiligen.

    herzlich

  3. ich will nicht weiß auf schwarz schreiben.
    Sorry.

  4. 😉
    Damit hätten wir auch ein kleines Rätzelchen aufgelöst. Ich hatte schon überlegt ob Du mit Thomas dein Schicksal teilen würdest…

  5. sorry, es ist der Thomas – Brief, im frauenfeindlichen Hau-Cohen – Klima (o Herr, schmeiß Hirn vom Himmel) hat mein „Eheherr“ nur mit Thomas unterschrieben. liebe Grüße!

  6. Hallo Barbara,
    ich wäre interessiert den Brief deines Mannes und Dir zu lesen und wenn ihr es für angemessen haltet auch hier zu veröffentlichen. Bei Info3 konnte ich davon noch nichts finden. Ich bin aber überzeugt, dass die Redaktion das früher oder später veröffentlichen wird. Wie ich in einem Kommentar von Felix Hau lesen konnte kommt eine Menge Spam bei Info3 an. Es sicherlich aufwendiger die Datenmengen dort zu verarbeiten, als hier auf meinem kleinen Blog. In diesem Sinne bin ich zuversichtlich. Vielleicht macht es Sinn nochmal den Kommentar vorzulegen.
    Derweil danke ich Thomas für die Überlassung seines Textes in den Kommentaren. Ich werde ihn als Gastbeitrag behandeln und entsprechend ausgewiesen in den Blog stellen. Er enthält inhaltiche Punkte, die hier noch nicht zu lesen waren, für manche aber sicherlich interessant sind.
    Herr Eggert, der alte Egoist postet wieder. Ich bin sicher die meisten haben es schon gelesen. dennoch, von hier aus einen kleinen Hinweis.
    so oder ähnlich

  7. „Die kommen sich mindestens so vor, wie sich Michael Menzel als Waldorfvater vorkommt, wenn er in der FAZ liest, dass er seine Kinder auf eine Schule schickt, in der angeblich fantasierende Idioten unterrichten.“
    Na dann ist es ja eigentlich überhaupt kein Problem und wir können uns wieder den wichtigen Dingen zuwenden. Denn Michael Mentzel kommt sich garnicht vor, sondern sagt dann eben, wie er das findet. Nachzulesen ist das auf http://www.themen-der-zeit.de (das war der Werbeblock)
    Wie sagt er übrigens in seinem letzten Satz: „Trotzdem, herzlichen Dank für die Anregung. Wir werden sicherlich noch von Ihnen hören und sehen. Ich bleibe auch dran.“ Und wenn Herr Hau jetzt verstanden hat, dass Michael Mentzel ein „t“ in seinem Namen hat, fände Michael Mentzel das so richtig gut.
    Michael Mentzel, Schloss Hamborn

  8. Kommentar von Mat Gundo on Mai 30, 2007 9:25 vormittags
    Dear Nerony BOy! Pleasa put away my first comment, it is the same as this here. Ofcoursa I writa lots of hodgepodge, but by writing small white lettas on black ground in shining daylight, there are also typewriting mistakez! I put most worse of them away!

    Dear anthro-Integral-Blogheadzcommunity! Cohen-Vanden Braak-Marines-Lafontaine-SPD anda Funghi Salami Bockwurzt. Mister Happy Beater isa back in Blogosphäre, after finishing turning his Happiness-Roundz in his city after the hanging of Saddam.
    Now he isa here lika Barking Dog to defend his master Green-Little-River. It is a allways nice to reada him, as he likes it making wordgamez: taking wordz and thoughtz of the other and bringing them in another wordbody or in other situationz. It’s very good method: it looks you having argumentz and counterargumentz and having exchange of ideas. No, it is only wordbashing, not talking which eachotha!
    Let me give example, I lika also acting on happy Beater’s playground:
    In very early yearz Heinz came on SS-academy, his fatha was great Nazi-Pig. Heinz learns about racism anda how to beat jewz, gypsies, homosexuals and otha people which ara not Nazi-Headz. He does his job in SS, and have a nice funktion in camp where they concentrate peoplez. But once upon a day he sees, this cannot be, this is not life, this is not truth. He jumps out, goes illegal, changes his nama and goes to England. THere he writez book about SS anda concentration campz and otha fine Nazi Stuff.
    Ofcoursa: we cannot use Heinz book to make ourselves ideas about nazis anda ss, because he jumped out…..etc.etc.
    This is a lika gameword argumentz of Happy Beater, they ara nice to read, but ara just like hot air escaping in space.
    But, for all of you, overstreaming, yourz Mat Gundo

  9. Die Fülle, Christoph, ergibt sich aus den paar Kommentatoren die ich bisher nicht gesehen und gekannt hatte.

    Hast recht, war ein wenig mutig. Ich habe einen wahnsinnigen (für meine Verhältnisse) Anstieg des Interesses für diesen Beitrag heute festgestellt, der sicherlich weniger mit der Qualität meines Blogs oder meines Beitrages zu tun hat, als vielmehr mit dem Thema selbst. DAS hat mich überrascht und sollte wahrscheinlich richtigerweise betont werden.

    Insofern gebe ich deinem Einwand statt und möchte mich für den Hinweis bedanken. Natürlich ist das Leben bescheidener, übersichtlicher und schöner wenn man den Rechner aus macht. Deswegen plädiere ich nach der erhitzten Debatte für das eine oder andere Gespräch bei einem kühlen Bier.

  10. Was mich nach all den Kommentaren schwer beeindruckt ist die Fülle der Gegenwehr seitens der Anthrosphäre gegen die integralen Bewegungen seitens Info3.

    Die Anthrosphäre besteht im Wesentlichen aus drei, vier Blogs. Und die aktuelle Cohen-Debatte findet hier und bei Michael in Form von ein paar Kommentaren statt. Von einer „Fülle“ zu sprechen, finde ich mutig.

    Und was heißt hier „Gegenwehr“? Haben denn die „integralen Bewegungen seitens Info3“ die Anthrosphäre angegriffen?

    Zum Anlass der Debatte, zu AnthroNRW: Ich würde mir bei Sebastian Gronbach mehr Steiner wünschen. Ich persönlich halte diesen Integral-Kram bisher für recht langweilig.

    Gruß, C.

  11. Lieber Nerone, Michael Eggert hat sicher nichts dagegen, wenn ich Dir meinen Brief an FELIX HAU auch in die Kommentare stelle, da Du Dich ja schließlich für Ihn schlägst. Den Brief habe ich 2 x in die info 3 – Kommentarseite gestellt, er ist aber in den Tiefen der Web verschwunden.

    Zu diesem offenen Brief an Michael Eggert (durch Felix Hau im info 3) habe ich doch einige Anmerkungen: „Schwellenüberschreitung“ oder „Spontaneinweihungen“ sind seit der Antike bekannt. Die Caesaren haben sich ihre Einweihung erzwungen, besaßen aber die menschlichen Qualitäten nicht, die man dazu brauchte. Die Folgen sind bekannt: Macht, Geld, sex and crime um es mit heutigen Begriffen zu beschreiben, und der „Caesarenwahnsinn“ ist ein feststehender Begriff geworden. –
    Sie halten die Spontaneinweihung des 16 jkährigen Cohen für glaubwürdig und es ist durchaus möglich, dass er durch Manipulation seines Lehrers (man nennt das auch „Gehirnwäsche“) ein Schockerlebnis hatte und dadurch, durch eine pathologische Vertschiebung seiner „Wesensglieder“, einen Schwellenübertritt erlebte. Sie fragen nur nicht nach der Sphäre, von der Cohen erleuchtet wurde. „Erleuchtung“ ist nämlich nicht per se positiv zu sehen. Da Cohen autoritäre Macht über seine Schüler ausübt und auch sexuell nicht integer ist, zeigt er durch seine Handlöungen, dass er mit dem Christentum nichts zu tun hat, auch wenn er das eine oder andere Richtige sagt. In der Bergpredigt wird auch schon auf das Thema „Falsche Propheten“ eingegangen, dort findet man: „Seid auf der Hut vor denen, die sich zu Werkzeugen der Truggeister machen. In der Maske des Lammes kommen sie zu euch, obwohl sie im Innern reißende Wölfe sind. An ihren Früchten könnt iohr sie erkennen.“ Das Erkenntnis – Kriterium sind also nicht die schönen Worte sondern die Handlungen gegenüber den Mitmenschen. – Die vehemente Kritik am Aussteiger offenbart auch ihr sektenhaftes Denken: der Aussteiger ist selbst schuld, hat nicht verstanden, um was es ging, hat das gesetzte Ziel nicht erreicht – das sind die üblichen Platitüden, die ja auch Gronbach in den Kommentaren zu Eggerts Artikel benutzt hat. Michael Eggert hat auch Cohen im Original gelesen, wie Sie aus seinem Blog – Artikeln lesen könnten. Ihm „deutlich unter Normal – Null“ liegendes Niveau vorzuwerfen, ist angesichts Ihres eigenen (Diskussions-) Stils unangebracht, zumal Sie, und ganz besonders auch Gronbach, in Ihren Artikeln meist nicht aus dem Stammtisch – Diskussions – Niveau herauskommen. Schade, dass info 3 zum Sektiererblatt verkommen ist.

  12. „Words of Wizdumb“ auf uribi.blogspot.com unbedingt ansehen!
    Danke Ihr zwei Zauberer aus Uribistan!

  13. Lieber Nerone,

    Sie schreiben:
    „Was Eggert angeht, so kann man davon ausgehen, dass er sorgsamer Texte liest als ich das kann. Ihm einen schlechten Stil zu bekunden ist ein ausweichen vor den Inhalten seiner Kritik.“

    Das Problem an Michaels Beitrag _ist_ aber nun mal Methode und Stil.
    Wenn Sie einen Artikel über die SPD schreiben wollten, täten Sie das doch auch nicht, indem Sie die Urteile von Oscar Lafontaine übernehmen, zuspitzen und noch ein paar Kampfparolen einflechten.

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie gründlich mensch eine völlig unmögliche, unsaubere und propagandistische Methodik dann zu ignorieren, zu verteidigen oder zu entschuldigen in der Lage ist, wenn hinten dabei dasjenige herauskommt, was er selbst meint.

    Herzlich,
    Felix Hau

  14. Sehrt geehrter Herr Hau,

    Sie sagen zu Recht: „Zum einen vergleichen Sie falsch.“ Ich habe mich dazu verleiten lassen. Ihr Vergleich hinkte ohnehin. Was mir aber wirklich leid tut ist die missverständliche Äußerung, Herr Eggert kenne das Milieu. Das kann wirklich nicht stimmen. Er hat ja nichts damit zu tun. Ich meinte unter Berücksichtigung einer genaueren Kenntnis in Sachen Spiritualität seinerseits. Ich bin da nicht so nah dran, Herr Hau. Was mich nach all den Kommentaren schwer beeindruckt ist die Fülle der Gegenwehr seitens der Anthrosphäre gegen die integralen Bewegungen seitens Info3.

    Ich hatte nicht gewusst, dass das so umstritten ist. Das wäre doch mal einen saftigen Artikel bei Info3 wert.

    „… sagte die Raupe zu ihren Brüdern, nachdem ein Schmetterling ihnen ihre Zukunft gezeigt hatte.“ Ich habe mich unter Raupen immer recht wohl gefühlt. Ich will diesen Seitenhieb von ihnen aufgreifen um ihnen in einem Punkt entgegen zu kommen, den ich gerne gelten lasse. Menschen, die sich von Cohen und seiner Lehre angezogen fühlen werden sich womöglich tatsächlich verletzt fühlen, wenn sie der Diskussion hier folgen. Tatsächlich geht das Gespräch hier (wie auch in Waldorfsachen) allerdings um ein System und nicht die Menschen, die ihm folgen. Die Personen sind nicht gemeint in der Kritik. Sie folgen, sie lernen vielleicht, so wie Herr Braak ja auch einiges gelernt hat, die einen bleiben, die anderen steigen aus. Cohen ausgenommen bleiben die Individuen aus der Argumentation draußen. Cohen ist das System, also angreifbar. Cohen ist Instanz, also zu bewerten. Das unterscheidet ihn von den Raupen.

    Ihr Argument Eggert und Teilnehmer dieses Forums seien unbeteiligte wiederlegt die rege Beteiligung an der Debatte. Es geht hier nicht um Gurubashing!

    Ich freue mich über den distanzierten und engagierten Duktus, den majordomus in die Diskussion einbringt. Er berührt vieles von dem was mich auch umtreibt, wenn ich mich mit Cohen konfrontiert sehe.

    Was Eggert angeht, so kann man davon ausgehen, dass er sorgsamer Texte liest als ich das kann. Ihm einen schlechten Stil zu bekunden ist ein ausweichen vor den Inhalten seiner Kritik. Sie waren schon mal besser Herr Hau.

    so oder ähnlich

  15. Lieber Majordomus,

    Stufe für Stufe schob sie sich die Treppe hinauf. Pizza Funghi Salami, Sternchen Salami gleich Blockwurst. Die Pilze hatten sechs Monate in einem Sarg aus Blech, abgeschattet vom Sonnenlicht, eingeschläfert in einer Sosse aus Essig, billigem Öl und verschiedenen Geschmacksverstärkern, geruht. Es war nur ein Augenblick, in dem sie die Welt erblickt hatten, dann verschwanden sie wieder in einem 450° heissen Ofen. Die Pizza ruhte auf ihrer rechten Hand, und in ihrer Linken hielt sie eine jener nichtssagenden Plastiktüten. Wie fast jeden Abend hatte sie noch das weisse Häubchen aus dem Krankenhaus auf dem Kopf.

    Herzliche Grüße,
    Felix Hau

  16. Liebe Barbara,

    Sie schreiben:
    „Gehen Ihnen jetzt schon die Argumente aus, dass Sie Ihre Kontrahenten beschimpfen müssen?“

    Ja! Aber das hatten Sie ja bereits eingangs erwähnt, als Sie sich mit meiner Demagogie befassten.
    By the way: Ich würde Ihren Kommentar bei info3 ja gerne freischalten – nur ist er nirgends zu finden.

    Herzliche Grüße,
    Felix Hau

  17. Lieber Herr Hau,

    Jurisdiktion beruht auf common sense, das sehen Sie ganz richtig. Guru-Adepten-Verhältnisse sind so wenig zeitgemäß wie Todesstrafen – und ich beurteile das als humanen Fortschritt, hinter den wir nicht mehr zurückgehen sollen.
    Ja, manchmal wäre es schön ein Adept sein zu dürfen, diese regressiven Sehnsüchte sind nachfühlbar, aber wir sind zur Freiheit berufen (es gibt auch Philosophen, die meinen wir seien dazu verurteilt) und wir sind auch immer nur befristet Schüler.

    Im Journalismus ist (entgegen verschiedener Selbstbeschränkungsverpflichtungen) fast alles möglich, ich denke es wird Herrn Menzel nicht kränken was die FAZ da schreibt.
    im Privatschulwesen herrscht auch wirtschaftliche Konkurrenz, die Waldorfschulen sind beliebt und erfolgreich und letztendlich sind ihre pädagogischen und sozialen Verdienste sichtbar und für die Beurteilung ausschlaggebend.
    Natürlich sind viele anthroposophische Denkwege nicht mehrheitsfähig, aber wie viel angewandte Anthroposophie (von Demeter bis Mistel-Therapie) wird bereits ganz selbstverständlich akzeptiert und „konsumiert“!
    Nun zählt das für info3 wohl alles zur grün-phasigen Gemütlichkeit; aber es gibt noch genug zu tun und Erleuchtung passiert ganz nebenher und braucht nicht herumerzählt zu werden. So stehts bei Steiner und so halten es auch die alten monastischen Gemeinschaften: ora et labora.
    Ich zweifle nicht am Intellekt des Herausgebers von „What is Enlightenment?“ – die Berufssituation für Philosophen ist sehr schwierig, Spiritualität faszinierend und der Aufbau einer internationalen Organisation durchaus herausfordernd. Alle Entwicklungen sind für ihn offen.

    herzliche Grüße
    majordomus

  18. Geehrter Herr Hau, die USA – Ansässigkeit beider ist eine logisch unzulässige Verbindung! Es ist schon beschähmend, was Sie zu b) äußern. – Gehen Ihnen jetzt schon die Argumente aus, dass Sie Ihre Kontrahenten beschimpfen müssen?

  19. Barbara schrieb:
    „Beide sind von derselben Sphäre inspiriert: der Ahrimanischen – wie das bei Steiner heißt. “

    Klar. Sind ja auch beide in den USA ansässig.

    (O Herr – schmeiß Hirn vom Himmel!)

    Herzlich,
    Felix Hau

  20. Lieber Majordomus,

    ich wollte nicht wirklich auf die rechtliche Urteilslegitimität, sondern auf die moralische verweisen. Ich halte es grundsätzlich für problematisch, ausschließlich anhand von Aussteigerliteratur Urteile über Institutionen, Gruppen, spirituelle Gemeinschaften usw. zu fällen. Ich halte es für ebenso problematisch, wenn derartig vernichtende Urteile, wie dasjenige Michaels, sich explizit oder implizit letztlich auf eine Art „commen sense“ berufen, der keiner weiteren Erörterung mehr zu bedürfen scheint. In unserem Fall wäre das mindestens die Ansicht, dass Guru-Adepten-Verhältnisse a) nicht mehr zeitgemäß und b) gefährlich sind, weil sie Hierarchisierung, Abhängigkeit und Manipulation befördern. Ich halte a) nicht für selbstverständlich und b) nicht für selbstverständlich schlecht.
    Und denken Sie doch mal einen kleinen Moment daran, in welche Schublade ein solches Urteil aktuelle Schüler Andrew Cohens steckt – von denen ich übrigens, anders als Michael und vermutlich auch anders als Sie und Nerone, einige persönlich kenne, u.a. den promovierten Philosophen und Chefredakteur der deutschen Ausgabe von „What is Enlightenment?“, Tom Steininger. Die kommen sich mindestens so vor, wie sich Michael Menzel als Waldorfvater vorkommt, wenn er in der FAZ liest, dass er seine Kinder auf eine Schule schickt, in der angeblich fantasierende Idioten unterrichten.

    Herzliche Grüße,
    Felix Hau

  21. Lieber Herr Hau,

    rechtlich gesehen ist es tatsächlich kühn, nur auf van der Braaks Bericht gestützt öffentlich gegen Cohen zu argumentieren; van der Braaks Bericht aber imponiert und überzeugt in seiner Aufrichtigkeit. Auch seine akademischen Leistungen sprechen für Urteilsfähigkeit und dafür, daß er wieder ins Leben gefunden hat. Im Falle einer Verleumdungsklage würden Richter das ziemlich sicher auch so sehen.

    Man braucht nicht undercover in Cohens Ashram zu gehen um gegen seine Gruppe voreingenommen zu sein und Vergleiche mit Baghwan sind legitim, da solche Gruppen durchaus vergleichbare psychosoziale Dynamiken entwickeln. Auch das würden Richter so beurteilen. Das von Ihnen verwendete Attribut „monastisch“ ist ein Euphemismus.

    Gewiß gibt es Leute die sich gern schikanieren lassen (seid Freud haben diese Neigungen auch Namen) und solche, die Härte als Training (wofür und wogegen auch immer) erleben wollen. Mit Anthroposophie befreundete Gruppen sollten solche Härte und spirituelle Kraftmeierei nicht anbieten.

    Ein lebender, präsenter, spiritueller Lehrer der erlebt, geliebt und verehrt werden kann ist sicher unerhört attraktiv (und gefährlich für junge Menschen), dennoch glaube ich nicht, daß viele Anthroposophen die Maxime der Willensfreiheit so aufgeben würden.

    Diese Aufgeregtheiten werden sicherlich – und hoffentlich bald – wieder verebben.

    majordomus

  22. Lieber Felix , jetzt haben Sie es selber ausgesprochen: Beide sind von derselben Sphäre inspiriert: der Ahrimanischen – wie das bei Steiner heißt. Gruß Barbara

  23. Liebe Barbara,

    Sie schreiben:
    „Sie vergleichen die Marines mit Cohen (Militär mit Esoterik) und setzen beide damit auf eine Ebene!“

    Rrrrrichtig! Jetzt müssen Sie nur noch herausfinden, inwiefern.
    Ich gebe Ihnen einen Tipp: Ich meine weder die Kleidung, noch die Feldbetten.

    Herzliche Grüße,
    Felix Hau

  24. Sehr geehrter Herr Hau, Sie vergleichen die Marines mit Cohen (Militär mit Esoterik) und setzen beide damit auf eine Ebene! Ihre Aussagen über die Anthroposophie waren schon immer äußerst unlogisch und fragwürdig, also lassen Sie die doch sausen und widmen sich ganz Cohen, wenn der Ihnen besser zusagt.

  25. Lieber Nerone,

    Sie schreiben:
    „Das spannende an dieser Auseinandersetzung ist, dass Eggert das Milieu kennt und nachvollziehen kann. Es gibt bei ihn nicht den Bruch, der sicherlich Frau Jakob mit prägt.“

    Zum einen vergleichen Sie falsch. Sie müssen van der Braak mit Frau Jakob und den Rezensenten des Jakob-Buches mit Michael Eggert vergleichen, um zu ahnen, worauf ich hinaus will. Zum zweiten kennt Michael „das Milieu“ im Falle Cohens eben _nicht_. Es sei denn, Sie sind der Auffassung, dass spirituelle Gurus und ihre Gemeinschaften alle in ein und denselben Sack gesteckt werden können und etwaige Unterscheidungen irrelevant sind. Klar: Wasser ist Wasser; man muss nicht berücksichtigen, dass es eisekalt oder kochend heiß sein kann.

    Sie schreiben außerdem:

    „Ich habe den Intergritätstext von Cohen gelesen und muss sagen, dass mir das nicht gefällt, was ich da lese.“

    Es muss Ihnen nicht gefallen.

    „Der Mann ist Selbstbezogen. Seine Weltsicht ist eingeschränkt und gefährlich elitär.“

    … sagte die Raupe zu ihren Brüdern, nachdem ein Schmetterling ihnen ihre Zukunft gezeigt hatte. – Diese Flachland-Hysterie, die keine hierarchischen Urteile zulässt, ist eines der grauenhaftesten Symptome der mir ansonsten sehr sympathischen Postmoderne.

    „Seine Idee sei irgendetwas zwischen evolutionär und revolutionär. Sicherlich ist das eine Einsicht die nicht viele mit ihm teilen werden, die das aber tun, gehen fahrlässig mit ihren eigenen Persönlichkeitsrechten um.“

    Ja, Nerone. Und da liegt eben der Hase im Pfeffer. Diese Menschen gehen nicht nur fahrlässig mit ihren Persönlichkeitsrechten um – sie suchen Cohen auf, um ganz vorsätzlich und willentlich auch und gerade gegen eigene Widerstände ihre Persönlichkeit zu verwandeln. Ich kann der Zweiteilung des Ichs in ein niederes (Ego) und ein höheres (authentisches Selbst) auch nicht allzu viel abgewinnen. Ich habe große Zweifel an jeder Methodik, die von diese Zweiteilung des Individuums ausgeht (das tut übrigens auch die Anthroposophie). Aber, bitte! Man kann doch nicht einem Guru, der deutlich sagt, was er zu welchem Zweck zu tun beabsichtigt und genau damit auf ein Bedürfnis spiritueller Sucher trifft, vorwerfen, dass er sein Angebot auch einhält.
    Wenn ich mich freiwillig zu den Marines melde, weil ich eine knallharte, herausfordernde Ausbildung haben will und nach zehn Jahren bemerke, dass diese knallharte, herausfordernde Ausbildung eine knallharte, herausfordernde Ausbildung ist, die mich zu allem Überfluss auch noch knallhart herausfordert – und zwar schon seit zehn Jahren! -, dann bin ich nicht wirklich richtig eingespurt, im Falle ich lege Beschwerde gegen den knallharten, herausfordernden Stil des Ausbilders ein.
    Vielleicht habe ich ein bisschen Mitleid verdient – mag sein; dann aber aus ganz bestimmtem Grund. Der Ausbilder hat aber jedenfalls verdient, vor der Ruinierung seines Rufes durch mich von irgendwem geschützt und nicht auch noch von Unbeteiligten in die Pfanne gehauen zu werden.

    Herzliche Grüße,
    Felix Hau

  26. Ach Barbara,

    genau das ist es was mich wiederum enttäuscht. Ich dachte in der Info3-Redaktion agierten junge Köpfe, die das, was ich positiv an der Anthroposophie finde, in eine eigenständige moderne Sprache hineinführen würden. Solche, die die Elemente erklärten,und womöglich die ganze Steinerei mal weiter dächten (meinetwegen auch teilweise widerlegten). Tatsächlich begegnet man, wie Sie schon sagten einer Demagogie, die unangemessen scheint. (By the way: Sie demaskiert sich ja selbst und dient denen am wenigsten, die damit arbeiten. Wir sind schließlich Medienkompetent.) Es ist eine Frage des Stils.

    Ich bin gespannt über ihren Kommentar und werde bei Info3 gerne lesen, was Sie dazu denken. Und wenn nicht dort, dann eben woanders.

  27. Lieber Herr Hau,

    Sie hätten die Seiten hier besser studieren sollen. Prinzipiell landen Sie mit ihrer gesamten Argumentation gegenüber Herr Eggert neben der Bahn. Das spannende an dieser Auseinandersetzung ist, dass Eggert das Milieu kennt und nachvollziehen kann. Es gibt bei ihn nicht den Bruch, der sicherlich Frau Jakob mit prägt.

    Und so nebenbei. Die Waldorfschulen täten gut daran sich mit den Vorwürfen konstruktiv auseinander zu setzen und nicht in einer Abwehrhaltung die Kritiker als egomane Aussteiger zu stigmatisieren (oder so). (Im übrigen bewegen sie sich auf den Diskurs zu.- Die Rassismusfrage bei Steiner wird an unserer Schule diskutiert. Sie erscheint als eine der Kritikpunkte am greifbarsten für die Eltern. Andere Punkte werden durch den Alltag wiederlegt und erscheinen deswegen nicht als dringlich).

    Ich habe den Intergritätstext von Cohen gelesen und muss sagen, dass mir das nicht gefällt, was ich da lese. Der Mann ist Selbstbezogen. Seine Weltsicht ist eingeschränkt und gefährlich elitär. Seine Idee sei irgendetwas zwischen evolutionär und revolutionär. Sicherlich ist das eine Einsicht die nicht viele mit ihm teilen werden, die das aber tun, gehen fahrlässig mit ihren eigenen Persönlichkeitsrechten um.

    Cohen verbindet seine Weltsicht mit seiner Person, der daraus resultierenden Meister-Schüler-Beziehung. Sie haben recht, Herr Hau, wenn Sie schreiben Cohen mache keinen Hehl aus seinen Auffassungen. Und deswegen sind die Berichte der Aussteiger ja auch so plausibel. Anders als die Anthroposophie, deren Vertreter ich als integrierte Personen des öffentlichen Lebens erlebe, Menschen die sich in Gesellschaft eingliedern, erlebe ich schon den Aufruf von Cohen und Wilber als eine Aufforderung sich etwas zu zuwenden, dass ÜBER die Gesellschaft kommt. Auf solche Ordnungen stehe ich nicht. Da bin ich Wertkonservativ, wenn sie so wollen. Oder eben Rheinländer.

    So oder ähnlich

  28. Lieber nerone, so argumentieren Demagogen: wenn diese nichts mehr zu sagen wissen und die Argumente ausgehen, lenken sie ab und beginnen ein neues Thema: Bücher von Waldorf – Kritikern, was in diesem Zusammenhang Guru Cohen völlig irrelevant ist. Mal sehen, ob info 3 den Kommentar zu dem offenen Brief bringt, den mein Mann und ich verfasst haben.

  29. Lieber Nerone,

    dann unterstützen Sie sicherlich auch die humanistische Erdung des Autors folgender Rezension des Buches „Waldorf Connection“ der Brüder Grandt:

    „Man nehme etwas Buddismus, ein wenig Hinduismus und Christentum, eine Brise Esoterik und einen Hauch von Goethe. Das ganze wird gut geschüttelt, nicht gerührt und – voila – heraus kommt eine krude Weltanschauungslehre für all jene, die die rosarote Brille lieben. Schluß damit! Ein hervorragendes Buch, das die Antroposophie als das enttarnt was sie ist: Eine okkult-esoterisch durchsetzte und dogmatische Weltanschaung, die auch vor einem Irrsinn wie ‚Rassenlehre‘ nicht halt macht.“

    Und vermutlich auch denjenigen der Autorin dieser Besprechung des „Aussteigerbuches“ „Aus der Waldorfschule geplaudert“ von der sehr sympathischen Ex-Waldorfgründungsmutter Sybille-Christin Jakob:

    „Die Waldorf Schule, wird uns vorgegaukelt, ist eine Alternative zur staatlichen Schule. Das stimmt nicht – ganz und gar nicht – das mussten wir jetzt lesen. Eine unbedingte Lektüre für alle, Eltern-Lehrer-Rektoren-Schulräte-Politiker-Minister-Journalisten-Entscheidungsträger, die mit Schule zu tun haben. Lassen wir uns nicht einlullen von der scheinbaren heilen Welt in den Waldorf-Schulen und hören wir besser hin, wenn uns was für unsere Kinder schmackhaft gemacht werden soll. Anthropologen, Scientologen und andere verquere Lebensanschauungen begegnen uns überall im täglichen Leben. !!!! Also Augen und Ohren auf!!!!!“

    Herzlich,
    Felix Hau

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