Wer hat Angst vor C.C. Bry?

Ich habe bei mspro (tief) einen Link zu dalank gefunden. Was dalank tatsächlich umtreibt ist mir noch nicht ganz klar. Jedenfalls bietet er auf seiner Seite ein wunderbares Stückchen Literatur an, eine Abrechnung mit Esoterischem, komme es nun von einer geistigen Welt oder einer harten Materialismus-Schule, dem Kommunismus, Marxismus, dem Rassismus/Antisemitismus oder aus der Welt der Aufklärung.

Carl Christian Bry beschreibt wie die Mechanismen von „verkappten Religionen“ funktionieren. Das liest sich, als sei es in fröhlichem Zorn geschrieben. Es bietet auch hinsichtlich des Stils der Sprache und Ausdrucksform ein Bild, wie in jener Zeit so formuliert wurde.

Ich hatte zuvor mal angekündigt mich in dem Denken der Zeit Steiners ein wenig um zu sehen. Bry schreib seinen Essay 1925, es erschien später noch einmal 1964, glaube ich. Eine biografische Notiz zu Bry findet sich hier.

Anbeter des Willens und Anhänger des reinen Gefühls, Besitzer unfehlbarer Methoden zur Menschenkenntnis und Weltbewältigung erblaßten ebenso vor dem Strahl dieser ruhigen Intelligenz wie die Geschichtsfälscher, die in sich problematische Naturen wie Friedrich den Großen oder Bismarck mit sehr zweifelhafter politischer Auswirkung zu schlackenfreien Heroen machten und damit Bilder aufstellten, denen für alle Zukunft religiös zu folgen war. Derartiges hatten wir wohl schon zögernd selbst gedacht; es aber auszusprechen und zu drucken gehörte ein Mut, der heute, wo solche Kritik allgemeinüblich ist, gar nicht mehr recht vorstellbar ist.

Ernst Wilhelm Eschmann 1964

Spannend und nicht unwahr ist auch das Kapitel zur Anthroposophie, die er als Warenhaus der „verkappten Religionen“ beschreibt.

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