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Vielleicht lohnt sich nach dem Auftauchen Gronbachs mal in anderen Gefilden zu schwimmen.

Julio Lambing bringt immer wieder interessante Inhalte zur Sprache. In seinem neuesten Artikel geht es um Toleranz. Wer mehr als nur das Letzte bei ihm gelesen hat, wird verstehen, dass es Lambing immer wieder um den Diskurs geht. Der Diskurs als Mittel einer pluralistischen Öffentlichkeit. Ich habe selbst nicht alle Tiefen seiner umfangreichen Essays studiert, aber ich werde die Idee nicht los, Lambing hatte für das Medium Internet, mit dem WEB2.0 die Hoffnung gehegt, gerade die Welt der Blogs, die Bloggosphäre könnte dieser Pluralität eine intellektuelle Heimat sein. Durch etliche Rückschläge kommt Lambing nun zu einer Fragestellung, die für Ihn selbst einer Sackgasse gleichen muss, vielleicht sogar einem Eingeständnis eines Scheiterns des Traumes eines offenen Marktplatzes.

Es stellt sich die Frage nach dem Umgang mit dem von Lambing so bezeichneten säkularen Fundamentalismus . Eine spannende Frage, die einer Einführung der sich gegenüberstehende Lager folgt. Lambing stellt sich dem Anspruch der Einübung der Handlungsdisposition (Tugend) der Toleranz (und Pluralität) hadert aber im Umgang mit fundamentalistischen Strömungen aus Sorge um Vereinnahmung. Besondere Sorge bereiten Lambing jene Strömungen, die einen fundamentalen Mainstream (säkularer Fundamentalismus) propagieren oder anders gesagt: der Idee einer pluralistischen Gesellschaft entgegenarbeiten.

Lambings Artikel jedenfalls kann Anregung sein, sich mit dem Aufsatz über Religiöse Toleranz als Schrittmacher kultureller Rechte von Jürgen Habermas auseinander zu setzen. Ich bin überzeugt, dass dieser in Lambings neuester Denkoperation auch von Bedeutung ist. Lambings Toleranzbegriff sei republikanisch gestimmt, schreibt er. Die Toleranz sei aktiv, getragen von Interesse und menschlicher Wärme und sie erzeuge Kohäsion. Ich werde das noch mal aufgreifen und empfehle:

Lesen!

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