Aus Wikipedia

Unterricht ohne Rücksicht auf die Individualität des Kindes

Individuell angepasste Fördermaßnahmen werden in der Waldorfschule „ausdrücklich abgelehnt“[14]. Hieraus kann gerade bei kognitiv starken Schülern eine Unterforderung entstehen, die teilweise zu „hoher motorischer Unruhe, zu Spannungen (auch zwischen Kind und Eltern) sowie aggressivem Verhalten“[15] führt. Der Übergang an eine andere Schulform nach der dritten Klasse sei jedoch „nicht immer leicht zu bewerkstelligen, da eine Reihe von akademischen Fertigkeiten nachzuholen ist“.

Individuelle Fördermaßnahmen erlebte die Klasse meiner Tochter, indem Schüler, die besondere Schwächen aufwiesen durch eine Begleitende Fachkraft innerhalb des Klassenverbundes und der Schulzeiten/Klassenzeiten betreut wurden. Ich weis nicht ob Wiki das hier mit meint. Schließlich geht es um die besonders Begabten. Es geht hier um Unterforderung. Ich bin mir nicht sicher ob ich das für unsere Schule kategorisch ausschließen kann, dass Kinder unterfordert sind. Die großen Klassen bedingen sicherlich auch dieses Phänomen und dann wären sie vielleicht schon struktureller Natur. Eine Mehrzahl kognitiv starker Schüler ist für Eltern mit Durchschnittlich Begabten Kindern schwer auszumachen. Interessant ist der Vermerk bezüglich des aggressiven Verhaltens. (Also Waldorf: kognitiv starker Schüler = Gewalt = „Rütli“ = Waldorfschule?).

Der Übergang von Schulformen zu Schulformen zu beanstanden halte ich in einem Dreigliedrigen Schulsystem für blanken Hohn. Jeder Wechsel von der einen zur anderen Schulform ist mit großen Hürden belegt. Die Waldorfschule ist von ihrer Ausprägung eine Gesamtschule. Der Wechsel ist natürlich nicht leicht zu bewerkstelligen. Der obige Absatz firmiert unter „Kritik an der Waldorfpädagogik“ und ist nur ein Absatz davon. Wenn man versucht zu verstehen, was dieser Absatz will, dann findet man keine hilfreiche Entscheidungshilfen, sondern Polemik. Ich möchte ein weiteres Zitat aus Wiki heranziehen, einen Absatz zum dreigliedrigen Schulsystem:

Die schulpolitische Diskussion bezüglich einer Veränderung des dreigliedrigen bzw. gegliederten Schulsystems wird in hohem Maße ideologisch geführt. So fordert sowohl die SPD als auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ein eingliedriges Schulsystem. CDU und Philologenverband (DPhV) plädieren hingegen für die prinzipielle Beibehaltung des dreigliedrigen Schulsystems unter Vornahme schulforminterner Änderungen, auch wenn nun unter einer CDU-Landesregierung die Gemeinschaftsschule eingeführt wurde.

[…und noch einer…]

Durch die PISA-Studien Ende der 1990er und in den 2000er Jahren wurde die soziale Auslesefunktion des Dreigliedrigen Systems aufgezeigt. Seitdem gibt es deutliche Kritik von Seiten der OECD, der UNESCO, der UNICEF, der EU-Kommission, der Vereinten Nationen und anderer Institutionen. Siehe hierzu Bildungsbenachteiligung in der Bundesrepublik Deutschland.

Es gibt zweierlei zu beachten. Ich sage nicht dass nicht auch Waldorfschulen mit Gewalt etc. zu tun hätten. Nur halte ich das nicht (und die Medien geben das auch nicht her) für ein waldorfspezifisches Problem. Auf dem Schulweg meiner Kinder habe ich verschiedentlich eingreifen müssen um Kinder in ihrer Gewalt zu bremsen (was auch aus mangelndem Respekt kaum möglich war). Das waren aber keine Waldorfschüler. An der Schule selbst beobachte ich natürlich Rangeleien. Sie sind im Rahmen, soweit ich das beobachtet habe und ich Kenntnis habe. Sie sind aber da und werden auch mehr oder weniger aufgeregt an Elternabenden besprochen. Ist das an anderen Schulen anders? Die Erfahrung mit der Klasse meiner Tochter, die nun die 5te Klasse besucht stellt sich für mich so da, dass sich hier eine homogene Klassenstruktur gebildet hat mit (vielleicht) zwei, drei Außenseitern, die aber auch Anschluss finden (das sind natürlich subjektive Werte, die ich Erzählungen meiner Tochter entnehme und eine wenig Beobachtung des Gruppenverhaltens) Wahr ist, dass Kinder die Schule wechselten. Davon besuchen heute zwei oder drei heute ein Gymnasium. Gründe liegen womöglich in den oben angeführten Gründen von Wiki. Andererseits ist das für mich noch kein empirischer Wert. Ich bin sicher dass es auch Schulwechsel innerhalb anderer Schulsystemen gibt aus ähnlich gelagerten Gründen. Insofern zweifle ich den (lexikalischen) Informationsgehalt des Artikelabschnittes weiterhin an.

[By the way: Die Qualität (treten und treten und terten, wenn einer schon dreimal am Boden liegt) der Gewalttätgikeit ist dabei besonders erschreckend. ]

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