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Mündungsmensch: Gronbach. Eingeweihte kennen ihn in der Anthroszene als Redakteur der Zeitschrift Info3. Als neuen Helden. Gronbach dürfte in etwa mein Alter haben. Ich habe einiges von ihm gelesen. Wahrscheinlich würden wir stundenlang an der Theke über Gott und die Welt diskutieren können. Zwar meißelt er Worte wie Beton auf seinem Blog und auch schon mal in seine Hausschrift, aber so sind sie, die Mündungsmenschen. Ich habe heute schon mal an anderer Stelle über ihn nachgedacht und bleibe bei meinem Urteil: Ich halte ihn für ein wenig naiv, eher emotional (intuitiv) gesteuert als intellektuell (ich erlaube mir dieses Urteil nicht aus Überheblichkeit, sondern aus Mitgefühl). Seine Ansichten über Gurus, Spiritualität und die wichtigsten Philosophen unserer Zeit kann ich nicht teilen. Sein Engagement ist beeindruckend. An ihm kann nerone nicht vorbeigehen und ihn unbesehen in der Anthro-Ecke liegen lassen, gehört er doch sicherlich zu den aktuellen Anthroposophen, die über dem privaten Erkenntnisweg auch einen gesellschaftlichen Auftrag der Anthroposophie formulieren wollen. Eigentlich wäre Herr Gronbach ein Interview auf nerone wert. Direkt nach Herrn Eggert.

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5 Antworten

  1. […] Internet findet man die Antwort auf die Frage: “Was stört Menschen, an dem was sie bei mir hören und […]

  2. Das ist ein spannender Punkt lieber Jaspar:
    Die Flucht vor den spannenden Fragen und die Flucht in ein fadenscheiniges, löchriges und einschnürendes geistiges Korsett. Das ist gut. Das Angst vor dem Nicht-Wissen ist auch schön formuliert. Ich bin, natürlich anders als du, unterwegs um nicht nur gegenüber der Anthroposophie (und dem ganzen Waldorjedöns) eine Haltung zu entwickeln, ich will auch die Leute verstehen, die sich mit diesen Dingen umtreiben. Mich interessiert, in wie weit sie tatsächlich zu einer Übertragung steinerscher Weisen in die Jetztzeit in der Lage sind, oder ob sie in einer Art Marienverehrung verharren. Neben den betont individualisierten Personen die die Szene beleben, gibt es auch sendungsbewussten Figuren, wie diesen Mündungsmensch.

    Bedauere mich nicht um meine Auseinandersetzungen, bedaure mich allein um meine Zeit, mein Freund.

  3. Nein, nein, nicht jede Frage ist eine gute Frage. Bitte zwingen Sie mich nicht, dies mit Beispielen zu belegen.
    Ansonsten gestehe ich, aufgrund einiger Auszüge geurteilt zu haben, aber diese Auszüge reizen mich nicht, mich weiter hiermit zu befassen. Jede Sekunde erschiene mir vergeudet.
    Ich beneide Sie nicht, lieber Nerone, dass Sie sich aufgrund einer gewissen Zugehörigkeit dazu verpflichtet fühlen, sich damit auseinanderzusetzen.
    Genausowenig sehe ich die spannenden Fragen menschlichen Seins bei dieser Art von Leuten – denn sie entfliehen den spannnenden Fragen, indem sie sich freiwillig in ein fadenscheiniges, löchriges und denoch einschnürendes geistiges Korsett begeben, denn sie fürchten nichts mehr als das Gefühl des Nicht-Wissens.
    Wenden Sie sich rechtzeitig ab, lieber Nerone, wenden Sie sich ab.

    Jaspar

  4. Für einen Abend würde es sicher reichen…

    Außerdem stellt er immerhin in einer Sonntagspredigt vom 25.03 selbst die Frage, die ich auch stellen würde: Gibt es nur Zustimmung an Steiner und seinen Werken oder ist es nicht an der Zeit 100 Jahre später auch mal Fragen zu stellen und in Frage zu stellen.

    Er erkennt (immerhin, lieber Jaspar) dass hier der Sektenverdacht schwelt, wenn dem Meister nicht auch Widerspruch entgegengebracht wird. Gefährlich ist allerdings, wer womöglich statt des Meisters in den Startlöchern sitzt. Andererseits ist jede Frage eine gute Frage, erlaubt sie doch erst Überprüfung, etc. Tatsächlich wäre die (vielleicht auch) philosophische Leistung Steiners sonst in Stagnation verpufft und zu einer Glaubensfrage degeneriert (was sie sicherlich auch ist).

    Wichtig ist der Widerspruch auch weil der Sektenvorwurf sich nicht allein auf den Meister und seine Jünger konzentriert sondern sich auch gegen die Schulen richtet. Ihre Bindungen und Verbindungen werden zu manchen Rückschlüssen führen, die mich am Ende zu einem verblendeten Sektenanhänger stilisieren könnten. Wie dem auch sei, der Gronbach macht Kontroverse in der Anthroszene und ich verstehe wer ihn nicht versteht. Für meine Untersuchung und für das Verständnis einer aktuellen anthroposophischen Kultur komme ich an Menschen wie Gronbach nicht vorbei.

    Zwischen Meerschweinchen und Mündungsmenschen spannen sich über Abgründen spannende Frage menschlichen Seins.

    In diesem Sinne

    nerone

  5. Hochverehrter Nerone,
    nur auf Anregung dieser Seite sprang ich durch den Feuerring und sah mir den Blog des Erstgenannten an. Ich widerspreche Ihnen äußerst ungerne, aber selbst Sie in all Ihrer Offenheit könnten nicht stundenlang mit diesem Menschen an der Theke stehen ( hier stellt sich mir die Frage- geht dieser Mann überhaupt an Theken ? ).
    An Steiner gibt es keine Fragen ? Kein Fehl im Meister ? Und so auch nicht in seinen Jüngern…?
    Lieber Nerone, regen Sie sich auf, wenn Sie auf der Strasse die letzten versprengten Reste der Baghwan- Anhänger antreffen ? Ich vermute nicht.
    Warum lassen Sie es dann zu, dass dieses geistige Meerschweinchen Sie erregt ?
    Einen nächtlichen, unchristlichen, ewig suchenden, verunsicherten, fragenden, nagenden, gänzlich menschlichen Gruß
    Ihr Jaspar

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