Hart aber Fair?

Gestern kam die Nachricht des UN Beauftragten, der auf Anfrage der Regierung das hiesige Schulsystem untersuchen sollte. Interessant finde ich die Feststellung, dass das mehrgliedrige Schulsystem Chancengleichheit verhindere und sich diskriminierend auswirken würde (gegenüber Kindern mit migrations Hintergrund, sozial Benachteiligten, behinderten Kindern). Ich bin allerdings durchaus der Meinung, dass die Politik in Deutschland bereits auf das begonnen hat zu reagieren, was hier beanstandet wird. Die Feststellung der UN sollte allerdings Mahnung sein, dass der Prozess beschleunigt, beibehalten und optimiert wird. Die Lehrerverbände scheinen die Aussagen auch als Schützenhilfe zu betrachten.

Nicht ganz ernst gemeint könnte man wie folgt Schlussfolgern:

Die Zutsände, die der Beauftragte beschreibt ließen sich mit Leichtigkeit auslegen, das Schulsystem wäre latent rassistisch und elitär ausgerichtet. Zudem befördere es bewusst Abwanderung in private, noch elitärer ausgerichtete Schulen. Alles in allem könnte man vermuten der Schule (dem Staate also!, das muss man hier fairerweise formulieren dürfen) ginge es strukturell um Selektion, einer Art Sozialdarwinismus sozusagen? Man möchte fast hoffen jemand nehme sich dieser Missstände mal richtig an und benenne die Gründe, die Wahrheiten. Immerhin passiert es auf deutschem Boden! Hatten wir das „alles“ nicht schon mal?

„alles“ ist so ein Betroffenheitswort, dass gerne von Gerechten und Rächern verwendet wird. Mit „das“ zusammen stellt „alles“ die Spitze der Wahrheitsrhetoriker dar, egal aus welchem Lager sie kommen. Bestimmt findet man auf diesen Seiten auch von mir solche Formulierungen. Aber wenn es wirkt?

so oder ähnlich…

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Eine Antwort

  1. Der Sozialdarwinismus hat bei uns Einzug gehalten, als die erste Manufatur gebaut wurde. Lacht ruhig, Ihr vermeintlichen Postmaterialisten, wir sind noch lange nicht über die Diskussion über Sein und Bewußtsein hinaus.Eines Tages erwacht Ihr mitten in Manchester und stellt erschrocken fest, dass auch Euer Abteilungsleiter-Hintern sehr entbehrlich ist.
    Zurück zum Thema: Wie sollen Kinder eine faire Chance bekommen, die aus Elternhäusern kommen, in denen nicht einmal die deutsche Sprache korrekt angewendet wird – und ich meine jetzt nicht die Migranten – in denen kein einziges Buch vorhanden ist etc. pp. Dort müßte Geld des Staates ausgegeben werden, um einen kleinen Ausgleich zu schaffen, in Form von Förderung, Nachhilfe, Stipendien. Stattdessen werden die Bildungshaushalte gekürzt und dann wird über den Munoz-Bericht gejammert, oder in der Boulevardpresse Krokodilstränen vergossen, wenn eine asoziale Familie ihre Kinder verhungern läßt, erschlägt oder aus dem Fenster wirft.
    Ja, was hier alles wie ein Anfall von Grantelei nebeneinander steht, hat tatsächlich Zusammenhänge.

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