Wie gut sind Waldorfschulen

Jetzt habe ich es auch gesehen. Eigentlich müsste ich brühwarm am Montag nach der Sendung auf swr(?), mitten in der Nacht einen Bericht verfasst haben. So und so sehe ich das, dieses und jenes kann man auch so und so verstehen. Allein – ich hatte jeine Lust!

Das Problem: Der Bericht enthielt neben schwer nachprüfbarem auch Erfahrungsberichte mit einer Institution und ihren Akteuren, die so oder ähnlich auch in ihrer schwächeren Ausprägungen erlebbar sind. Ich frage mich da natürlich, ob das nicht eine Problematik jedweder Institution ist. Die eine Dame – eine ehemalige Waldorlehrerin – wurde ja offensichtlich gemoppt an ihrer Schule. Man beziehe das worauf man will, jede Institution kennt das Thema Mobbing. Deswegen werden aber nicht der freien Marktwirtschaft oder der Demokratie totalitäre und sektiererische Intentionen unterstellt. Bei Waldorf funktioniert das!

Vor allem: nur weil es anderswo möglich ist, sollte man sich der Problematik im eigenen Hause dennoch mit wehemenz zuwenden. Wer das nicht tut wird zurecht kritisiert. Und bestätigt womöglich dadurch jeden Dünkel. Reflexe wie, „das sagen die immer“, oder „das stimmt ja gar nicht“, oder „die das behaupten sind sowieso Querelanten“ u.ä. halte ich für unzulässig.

Vor allem der Physiklehrer in der Sendung hat, wie ich finde, Schwachsinn erzählt. Sicherlich ist einiges an Verküzung möglich durch das Zusammenschneiden einer Matz. Aber wenn dann solche Kernsätz übrig bleiben ist das eben schon was. Und das ist was, was mir nicht behagt. Das sind Aussagen die ich nur schwer in das einbauen kann, was ich von Schule verlange. Auch war die Darstellung dieses Unterrichtes nicht sehr positiv. Das lag nicht an der Kameraführung!

Die Familie, die ihre Kinder aus der Waldorfschule herausnahm, eines nach dem anderen, hat durchaus sachliche Gründe für einen Wechsel benannt. Diese als Kritik zu ignorieren würde nicht für eine Reformpädagogik sprechen. Auch dass die Kritik der Famelie Unverständniss und Abwehr erfuhr, zeugt nicht von einem offenen Umgang der Institution mit ihren „Mitgliedern“. Am Ende macht es diese Familie nicht anders als solche, die den Weg in die Waldorfschule finde: Sie ziehen frustriert die Konsequenz und wenden sich einem anderen System zu.

Zu dem Kritikpunkt mangelnder Qualitätskontrolle der Pädagogen und der Pädagogik, sowie ihrer Ausbildung: Ich halte die Forderung durchaus für berechtigt. Wenn Reformpädagogik irgendwo drauf steht, dann sollte das am Ende auch irgendwo raus kommen. Ziele definieren ist keine schlimme materialistische Todsünde, sondern ein Mittel zur Optimierung. Eine karmische Betrachtungsweis ist für das Abenteuer Schule meines Erachtens nicht das angemessene Mittel. Auf Pisa berufen aber daran nicht teilnehmen ist nicht unbedingt guter Stil. Auch die Waldorfpädagogik sollte um ihre Strukturen, ihre Inhalte und ihr Personal ringen. (schau mal hier)

Apropos: Mit Lehrern reden hilft da, erlöst die Verantwortlichen für das Große und Ganze aber nicht von notwendigen Schritten.

So oder ähnlich.

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