Vom Philosoph zum Theosoph?

Die Frage tauchte in der Diskussion zu meinem Beitrag „zweierlei maß“ und Rüdiger Sünner formuliert das so:

Auch die Trennung von Goetheanismus und Theosophie ist ein wichtiges Thema, ich habe immer noch nicht verstanden, warum der Goethe-, Nietzsche- und Haeckelbewunderer Steiner um 1900 plötzlich in den Sog der somnambulen Russin geriet.

Jetzt habe ich die Lektüre des Projektes von Herrn Erik Dilloo  abgeschlossen und erstaunliche Antworten gefunden.

  1. In seiner Zeit vor 1900 beschäftigte sich Steiner mit der Gedankenwelt des Idealismus, Kants und Goethes und entwickelte daraus eine eigene Weltanschauung. In ihr spielte der Monismus eine zentrale Rolle. Blavatsky hatte ein monistisches Weltbild. Darin stimmten sie überein.
  2. Steiner war tatsächlich um 1900 in existentiellen Nöten. Die Zeitschrift für die er schrieb machte dicht. Hoffnungen auf ein Lehramt zerschlugen sich. Da war es nur gut einer Gesellschaft beizutreten, die zumindest im Weltanschaulichen übereinstimmte mit Steiners Ideen. Zentral ist heirbei die Idee des Monismus. Wobei Steiner in der Theospohie den christlichen Traditionen folgen wollte, währden Blavatsky sich in buddhistische Gefilde aufmachte.

Ich habe zum besseren eigenen Verständnis eine Grafik angefertigt, die natürlich verinfacht und sicherlich nicht überall stimmig ist, aber dennoch einen Überblick geben kann, wie Erik Dilloo die Entwicklung beschreibt.

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