Rezension einer Rezension

Nein, nein, soweit kann ich nicht gehen.

Aber ich will hier anregen diesem Link zu folgen. Helmut Zander, dem ich bereits in einem Papier von Ralf Sonnenberg begegnet bin, ist Historiker und hat sich kritisch mit Steiners Rassismus und Antisemitismus auseinander gesetzt. Allerdings und das macht diese Rezension lesenswert, begleitet er den Prozess der Aufarbeitung weiterhin kritisch und offen. Zwar gilt ihm Ravaglis Werk zusammenfassend als „apologetisches Unternehmen, um Steiner in hellem Glanz erscheinen zu lassen.“ Helmut Zander führt aber abschließend an:

Doch auch die anthroposophische Literatur wird nicht intensiv verwertet (durch Ravagli – Anm. nerone). Seit 2003 liegt eine – von Ravagli punktuell benutzte – Zusammenstellung der Auseinandersetzung Steiners mit seinen Gegnern zwischen 1919 und 1922 vor, besorgt von der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung.[3] Die völkische Szene macht zwar nur einen kleinen Teil der hier dokumentierten Auseinandersetzungen aus, aber der Band ermöglicht es, die Angriffe der völkischen Autoren in den Kontext einer viel weitergehenden Auseinandersetzung zu stellen, in die sich Steiner in der Weimarer Republik gestellt sah. Dieser Band ist für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Anthroposophie und ihrem Umfeld aus einem weiteren Grund wichtig. Die umfangreiche und gehaltvolle Kommentierung belegt, dass man sich im Steiner-Archiv aus der werkimmanenten Deutung von Steiners Œuvre löst. Dabei sind auch Steiners Gegner durchweg fair dargestellt, so dass man den Eindruck gewinnt, dass im Dornacher Archiv die Weichen für eine offenere Debatte gestellt werden. Schließlich besitzt dieses Buch nicht die handwerklichen Mängel, unter denen Ravaglis Buch leidet: Eine Abkürzungsliste (etwa mit den Archivkürzeln) fehlt und auch ein Register für Ravaglis reichhaltige Materialsammlung.

Die von mir hervorgehobene Textstelle beantwortet en passent eine Fragestellung die mir, seit ich diese Ausseinandersetzung hier führe, sehr am Herzen liegt.

Zu der Diskussion die zu führen ist und hoffentlich in Dornach vorbereitet wird, stelle ich einen offenen Breif in Zusammenhang, der 2001 an Herrn Ravagli gewendet wurde. Man kann den Brief lesen ohne Vor und Antwort zu kennen, weil er durchweg berechtigte Forderungen enthält. Zu finden ist er via anthroposophie.com

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