mich unbeliebt machen

Auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen, muss ich doch mal los werden, dass ich das ewige intellektuelle sich Kreisen um Mystisches und Geistiges nicht gut ertragen kann. Mir scheint, als ginge man daher und versuchte Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Ich bin da mal, ganz frei nach Steiner gesprochen, der Neger unter den Weißen. Im übrigen ist das auch die Ecke, wo ich mich besonders Wohl fühle, als Fremder unter Fremden nämlich. Daher wahrscheinlich auch meine Sympatie für die Eggerts unter den Anthroposophen. Bei aller Liebe zum selbstbestimmten Denken und eines befreiten Ichs. Der Versuch etwas unfassbares in Begriffe zu packen ist lächerlich – oder anders gesagt: trägt lächerliche Blüten.

Das Menschenbild, das hier (in der Anthroposophie – Anm. nerone) entworfen wird, bleibt nicht beim physischen Leib des Menschen stehen, der alleine Gegenstand der gegenwärtigen naturwissenschaftlichen Betrachtung sein kann, sondern zeigt uns, wie erst ein durch und durch belebter und beseelter Leib zum Träger des individuellen Menschengeistes werden kann. Leben, Seele und Geist werden hier als ganz konkret zu erforschende, allerdings nicht unmittelbar sinnlich wahrnehmbare, übersinnliche Wesensglieder erfahren, deren Wirkungen sich allerdings überall in der sinnlichen Erscheinung des Menschen offenbaren, wenn man nur einmal darauf aufmerksam geworden ist.

Man erkläre mir doch mal bitte, wie etwas konkret erforschbar ist, wenn es andererseits nicht unmittelbar sinnlich wahrnehmbar ist? Wie können allein schon vom Sinn der Sprache übersinnliche Wesensglieder sich in der sinnlichen Erscheinung des Menschen offenbaren? Wenn man nicht daran glaubt, dann wird es schwer fallen solcher Art zu erforschen, wenn man also nicht im Unsinn Sinn sucht. So in etwa lese ich den Satzteil: […] , wenn man nur einmal darauf aufmerksam geworden ist.

Ich hoffe die Anthroposophen unter meinen Lesern sehen mir diesen Ausbruch nahc. Aber ich habe bereits mehrfach gehört, daß der eine und andere seine Krise mit der Lektüre hatte. Manche sehen sichsogar genötigt die Schriften 14(!) mal ganz durch zu arbeiten.

Da fällt mir ein… ach, ein anderes mal. Erinnert mich daran, dass ich da noch etwas zu erzählen habe…

(Der Beitrag lag eine Zeit auf Halde und jetzt kann ich nicht mehr sagen wo der Steiner das von oben gesagt hat und ob es da einen Link hinter gab weis auch nicht mehr. Sorry)

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4 Antworten

  1. Die Frage nach dem theoretischen Entitäten hat etwas ungemein beruhigendes. Dadurch wird der zu betrachtende Gegenstand selbst wieder ganz klein, weil er durch die Brille der „theoretischen Entitäten“ ganz weit weg in die Ferne rutscht.

  2. Man erkläre mir doch mal bitte….

    Gerne. Dinge zu erforschen, die nicht „unmittelbar sinnlich wahrnehmbar“ sind, ist eine sehr gebräuchliche Tätigkeit wie man nicht nur in der Mathematik, der Logik oder auch bei begrifflichen Untersuchungen erfahren kann.

    Steiner verweist hier auf ein ganz bekanntes Phänomen, das wir auch aus der Erforschung anderer theoretischen Entitäten kennen:
    Ein Elektron wird nicht gesehen, nicht gerochen und auch nicht gespürt. Seine Wirkungen „offenbaren“ sich allerdings in der sinnlichen Erscheinung des Menschen – vorausgesetzt man teilt die theoretischen Voraussetzungen der an der Offenbarung beteiligten Elementarteilchenphysiker. Ähnliches gilt für den Kapitalismus oder Borderline-Syndrome.

    Die theoretischen Entitäen Steiners sind eben Leben, Geist und Seele, die allerdings die seltsame Eigenschaft haben, „übersinnlich“ zu sein – was rational entschlüsselt vermutlich heißt, daß sie nicht mit den in der heutigen Zivilisation von den intellektuellen Eliten anerkannten Verfahren der sinnlichen Wahrnehmung wahrgenommen werden können.

    Abgesehen von der verquasten Sprache, den üblichen esoterischen Floskeln + anti-naturwissenschaftlichen Abgrenzungen und dem auch hier zu spürenden elitären Duft sind für mich diese Formulierungen Steiners also nicht unsinnig. Was nicht heißen soll, daß es nicht dennoch hervorragende Gründe geben kann, Krisen, die durch die Lektüre von Steiner induziert sind, grundsätzlich im Leben zu vermeiden. Nicht jede Herausforderung muß gesucht werden.

  3. Widerspruch Thomas!
    Aber eine Lösung wäre es schon.
    Andererseits: was heißt schon abgeben mit…. Für mich gehört das (dieser Esoterische Inhalt) zu den Leuten mit denen ich mich umgebe und die mir ihre Weltanschauung eigentlich gar nicht zumuten, denn die ist ja nicht Inhalt der Beziehungen und auch nicht Voraussetzung. Es gibt sicherlich Gespräche, wo etwas mit hinein wächst, aber es geht ja da nicht um Unfehlbarkeitsansprüche. Mich interessiert eben doch welche Basis Andere für ihr Handeln und Tun haben. Meistens begegnet man einer moderaten Weltsichten mit großen Schnittmengen der Ansichten zu Gesellschaft, Ethik und Moral. Über Geist, Gott und Glaube braucht man letztlich nicht streiten. Das bleibt im Subjektiven.

    Danke dass du vorbei geschaut hast…

  4. Einfache Lösung des „Problems“: Sich nicht mit Esoterik abgeben, egal wie sie sich nennt… 🙂

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