Es ist schwierig…

Ein wenig Küchenphilosophie.

Fragen die mich beim Abwaschen, Bügeln und dem Ausräumen der Waschmachine verfolgen, weil ich sie nicht notieren kann, unfertig und zur weiteren Bearbeitung.

  1. Worin liegt die Priorität für die Beurteilung einer Sache? In ihrer sich mir darstellende Wahrhaftigkeit – so wie ich sie erlebe? Oder: In ihrer formgebenden Idee?
  2. Wann hat die Anthroposophie denn das letzte mal den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen gestellt? Ich meine hier nicht den individuellen Erkenntnisweg der Menschen, die das durch ihr Tun und Handeln nachhaltig beweisen. Seit ich mich in das Thema hinein gebissen habe steht Steiner als Projektion für alles mögliche auf dem Podest. Anthroposophie finde ich in seltenen Fällen als individuellen Erkenntnisweg wieder, als Forschungsgegenstand steht die Idee wie es scheint, nicht auf dem Prüfstand. Diese Subjektivierung des Subjektiven beruhigt mich allerdings ungemein. An diesem Punkt wird Anthroposophie verträglich. Hier greift das, was ich bei Herrn Lambing so beschrieben finde: „Abgesehen von der biographischen Marginalität, daß Steiner sich für eine Reinkarnation von Aristoteles hielt, schätze ich Anthros ähnlich wie Christen aus dem einen Grund, daß sie nach meinen Erfahrungen ein gut etabliertes, funktionierendes Alternativmilieu mit hohen sozialverantwortlichen Ansprüchen und funktionierender Solidarität aufgebaut haben. Zudem habe ich Respekt vor dem reichen Kulturleben, dass die Szene sich geschaffen hat.“  Wer in Lambings Gedanken über „Lasst uns doch von den Biologen die Unis säubern: jetzt kommen die Anthros dran“ nachliest, der wird weitere Ansichten finde, die ich teile.
  3. Steiners Idee führt letztlich zu einer Verdinglichung des Geistes. Steiner geht von dessen Existenz aus und kann auf sich auf diese Annahme berufend den Geist zu einem Forschungsgegenstand machen, den er nach naturwissenschaftlichen Kriterien untersuchen kann. Führt das nicht letztlich auf ein materialistischen Wahrnehmung des Geistes?
  4. Steiner ist im Kries gelaufen, um sich von den Denkmustern seiner Zeit zu befreien. Zunächst auf dem Weg der Aufklärung, dann durch Stirner und Nitzsche verschreckt und angesteckt, wird ihm klar, dass wenn der Mensch es wahr macht und Gott für tot erklärt, dann doch ein sinnstiftender und alles ordneder Gedanke fehlen würde. Also braut er sich etwas zusammen. Goethe, Nitzsches Zarathustra, dann die Theosophie mit ihrem karmischen Versprechen, daß Geist nicht endlich ist. Natürlich die damaligen Rassen- und Gessellschaftsmodelle als Grundlage auch für den partiellen Widerspruch…
  5. Steiner hat durch seine Impulse eine Pädagogik und eine Medizin angestoßen, die nicht in sich schelcht ist. Der Fokus auf den Menschen, dass wissen jene, die das Gesundheitswesen kennen, tat Not, in einer Zeit, da der Arzt alles und der Patient nichts war. Da habe ich so meine eigenen unverrückbaren Erlebnisse und Vergleiche ziehen können.
  6. Wenn sich die Pädagogik nicht von Steiner emanzipiert geht das Projekt den Bach runter. Danke sagen und weiter gehen. Reinkarnieren meinetwegen. Darum geht es doch, um Wandlung! Warum tun die das nicht endlich, die es Verantworten müssten? Sie würden wahrscheinlich nichts anderes tun, als dem Gros der Lehrer in der Praxis und den Eltern folgen. Wenn es nicht gelingt in einem Refdormprozess zu beliebn, dann wird die Pädagogik irgendwann mal von der Staatsschule geschluckt. Dann bräuchte ich die Schule meiner Kinder auch nicht mehr…
Advertisements

Eine Antwort

  1. […] der Sendung auf swr(?), mitten in der Nacht einen Bericht verfasst haben. So und so sehe ich das, dieses und jenes kann man auch so und so verstehen. Allein – ich hatte jeine […]

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: