nerone fragt
Ich hatte diese Idee mit dem Interview auf dem eigenen Blog. Schließlich sind fast alle Blogs Formate mehr oder weniger guter Magazine von Privatleuten für Privatleute, Spezialistenforen, etc. pp. Wenn das so ist und man sein Produkt ernst genung nimmt, dass man die Rubriken eingrenzt, versucht das alles übersichtlich zu gestalten und dann nach fehlenden Bausteinen sucht (siehe Editorial vom 21.11.2006), dann ist das Gespräch - das Interview - eine notwendiges Werkzeug zum Verständnis und zur Vertiefung von Themenbereichen und dessen Personal, das in bestimmten Zusammenhägen auftritt.
Natürlich hatte nerone gewisse Skrupel. Wie fragt man an? Wie geht man auf die Leute zu, die einen interessieren? Was darf man fragen? Schliesslich tritt man, in dem Moment da man jemanden nicht kommentierend auf dem Blog begegnet, sondern ihn mit einer konkreten Fragestellung beansprucht, aus der Anonymität des Internets heraus. Man offenbart sein tieferes Interesse und man zeigt deutlich an: Das bin ich!
Der Ehrgeiz allerdings war größer, mehr noch: das Interesse war so groß den Autoren von Blogs, die nerone liest, die Fragen zu stellen, die nerone beschäftigen, dass ich es einfach versucht habe. Da nerone in der Beschäftigung mit der Anthroposophie und Rudolf Steiners seinen Anfang fand, lag es Nahe sich einer der Quellen zuzuwenden, die man im Netz gefunden und schätzen gelernt hatte. Den Lesern, die sich im Netz kritisch mit der Anthroposophie auseinandersetzen ist Michael Eggert und sein Blog Egoisten ein Begriff - jene, die in den Anthro-Medien lesen, finden ihn als Autor in die Drei und info3. Egoisten war für mich auch der Antrieb selbst mit dem Thema online zu gehen und über das Thema halböffentlich (sozusagen “vernetzt”) nachzudenken. Bevor nerone aus der Taufe gehoben wurde, hatte ich einen kurzen Mailaustausch mit Michael Eggert. Ich schrieb ihm unter anderem:
[...] Bei Ihnen erlebe ich zum ersten Mal eine Auseinandersetzung, die bis hinein in die esoterischen Themen der Anthroposophie, intelektuell geführt wird und einen eigenen Standpunkt deutlich darstellt. Zudem sind die Texte lesbar! Ohne die Primärliteratur zu kennen, lernt man einiges über den Zustand der anthroposophischen Gesellschaft kennen. [...]
Nach einer netten Antwortmail und einer herzlichen Begrüßung durch Michael auf ein Kommentar von mir in seinem Blog, hatten wir uns ja schon mal vorgestellt. Bald war ich im Thema soweit drin, dass sich mir die Frage stellte, mit wem ich es eigentlich zu tun habe. Im Einzelnen bezog sich das auf die Blogs der anthroposophischen Rebellen, wie ich sie für mich betitelt hatte, allen voran eben Michael. Und damit war die Idee für ein Interview auf nerone geboren. Also schrieb ich Michael erneut:
[...] Ich hab es im Netz noch nicht gefunden und trage mich mit der Idee ein Interview zu machen, so von Blogger zu Blogger. In welcher Form, ob als Podcast oder als Mailview oder Blogview, also schriftlich, das weis ich jetzt noch nicht. Ich weis nur, dass Du der Erste wärst den ich fragen würde. Warum überhaupt? Man kann doch Kommentieren! Aber ich glaube das würde nicht zu der komprimierten Frage/Antwortgeschichte führen. Ich habe da nämlich einige Fragen, die ich Dir gern stellen würde, die aber sicherlich auch andere Blogroller interessieren könnten. Was hälst Du von der Idee? Ich habe ein paar Fragen als Gerüst notiert, die mich an Dir interessieren - ob sie nun in Form gegossen würden, beantwortet oder unbeantwortet blieben. Ich nehme ganz gelassen auch eine Absage hin. Es gibt sicherlich genügend Gründe das so nicht zu machen, die ich jetzt gar nicht im Blick habe, aber warum sollte man nicht mal fragen….
Promt kam die Antwort und darin stand:
[...] Das gabs schon öfter, z.B. hier: http://www.jpk.at/toph/anthroposophie/reaktionen_michael_eggert.htm
Daneben ein Schülerinterview (finde ich nicht mehr im Netz) und ein Interview in der Rheinischen Post (lange her). [...] Meine Bloggerei findet zZ allerdings auch eher nachts statt, wenn überhaupt. Also: Halbe Zusage, aber kein Kneifen meinerseits.
Herzlich Michael
Damit war ich mehr als zufrieden. Der Hinweis auf den Link war zudem sehr hilfreich, da ich ihn so in meine Sammlung aufnehmen konnte. Richtig überrascht hat mich dann aber, dass ich noch am selben Abend die Fragen, die ich zusammengetragen hatte via Mail beantwortet in meinen Posteingang fand. So kann nerone nach einer offiziellen Freigabe durch Michael Eggert glücklich und zufrieden nun diese Rubrik mit ihrem aller ersten Inhalt aus der Taufe heben:
nerone fragt nach